„Opis“ großes Glück

 

 

Herrchen und Hund sind glücklich: „Opi ist froh“, ein tolles Heim gefunden zu haben, Hanspeter Feldmann freut sich darüber, dem Mischling einen schönen Lebensabend zu bereiten. (Foto: Markus Weißenfels)





Tierheim Wesel! Nach Monaten des Wartens hatte der taube Mischling „Opi“ rechtzeitig zu Weihnachten ein neues Zuhause.
Er ist ein Hund, wie ihn sich viele wünschen. Ruhig, ausgeglichen, zufrieden, kein Kläffer und zudem noch hübsch. Der überaus schlanke Vierbeiner hat es sich bei unserem Besuch in seinem Körbchen in der Küche gemütlich gemacht, lümmelt sich auf einem großen karierten Kissen und döst in den Tag hinein. Vor ein paar Minuten war er noch mit seinem Herrchen Hanspeter Feldmann auf den Mehrhooger Feldern unterwegs, jetzt ist der Labrador-Mischling müde und ruht sich aus.

Acht Monate hat er im Tierheim des BUNDESVERBANDES TIERSCHUTZ in Wesel verbracht. Hunde kamen und gingen, doch „Opi“, wie ihn die Tierpfleger wegen seines Alters und seines grauen Bartes nannten und wie auch jetzt noch sein Name ist, blieb. Bis das Ehepaar Feldmann vorbeischaute und sofort wusste: Der oder keiner. Gabriele und Hanspeter Feldmann schreckte weder „Opis“ Alter, das auf elf, zwölf Jahre geschätzt wird, noch seine Krankheit. Sie waren sich beide sofort einig, wollen dem anhänglichen Vierbeiner mit dem schwarzen, leicht rötlich glänzenden Fell nun einen schönen Lebensabend bereiten.

Abgemagert und angebunden gefunden

Denn „Opi“ hat längst nicht nur Gutes erlebt. Im Gegenteil: Als er im April 2005 durch Mehrhoog streunte und schließlich vor dem Supermarkt angebunden wurde, war er nicht nur völlig abgemagert, er hatte auch kaum noch Fell und war krank. Der Tierarzt musste ihm während seines Tierheimaufenthaltes einen Hoden entfernen. Die Mitarbeiter setzten alles daran, ihren traurigen Gast aufzupäppeln, der in einem erbärmlichen Zustand war.

Als „Opi“ nach viel Pflege wieder ansehnlich aussah, fanden ihn zwar viele „süß“, doch ihn ganz und gar für sich gewinnen wollte niemand. Umso schöner, dass es kurz vor Weihnachten doch noch geklappt hat. „Den möchten wir partout nicht wieder abgeben“, sagt der 63-jährige Rentner, der „Opi“ nach zahlreichen Tierheimbesuchen und einer Probezeit auf Dauer ins Einfamilienhaus am Drosselweg geholt hat und durchaus von ihm profitiert. „Jetzt muss ich bei jedem Wetter raus, das kann doch nicht schaden“, sagt er und erzählt, dass er morgens um sieben die erste Runde mit seinem treuen Begleiter dreht und um 23 Uhr die letzte.

 

 

Freundin Nina ist auch schon zwölf

Ohne seine rote Leine samt Geschirr ist der Hund übrigens nie außerhalb des Gartens unterwegs. Denn „Opi“ ist taub, könnte auf die Rufe seines Herrchens oder Frauchens nicht reagieren, weshalb Alleingänge für ihn zu gefährlich wären. Außerdem bekommt der freundliche Vierbeiner täglich seine Herztablette, eingerollt in eine Scheibe Fleischwurst. Ordentlich futtern sollte er nämlich, denn noch immer hat der Mischling viel zu wenig auf den Rippen.
Familie Feldmann hofft, dass ihr Beispiel Ansporn für andere ist, sich auch einen alten Hund aus dem Tierheim zu holen. Nach wie vor werden gerade ältere Tiere einfach ausgesetzt, wenn sie lästig werden. „Opi“ kennt das. Er aber hat mächtig Glück gehabt und in seinem neuen Heim bereits tierische Freundschaft geschlossen – mit Katze Nina, die immerhin auch schon zwölf ist.


Tierheim Wesel
An der Lackfabrik 4-6
46485 Wesel
Telefon (0281) 56699

Öffnungszeiten
Täglich von 15.00 – 17.00 Uhr,
außer dienstags.

So finden Sie uns:
Aus Wesel-Stadt kommend auf die B 70 Richtung Brünen/Borken, nach dem Ortsausgangsschild, nach ca. 500 m, vor der Lackfabrik in die Straße „An der Lackfabrik“ links einbiegen. Dort ist unser Tierheim.