Zoo

Nach der Giraffe Marius wird nun eine junge Löwin seziert                         Protest gegen dänischen Zoo - BVT kritisiert das Vorgehen scharf

Erinnern Sie sich an den Giraffenbullen Marius? Das gesunde, 18 Monate alte Tier wurde im vergangenen Jahr in einem dänischen Zoo getötet und vor Besuchern seziert. Die Tötung, die mit Inzuchtgefahr von der Zooleitung gerechtfertigt wurde, hatte zu einem europaweiten Proteststurm geführt - doch ungeachtet dessen wurde erneut im Februar 2015 ein junges Wildtier getötet. Nach neun Monaten musste eine Löwin sterben, weil der Zoo - wie im Falle des Giraffenbullen - keinen Platz hatte und sie nicht zur Zucht in Frage kam.
13.000 Unterstützer hatten in einer Online-Petition das öffentliche Sezieren der Löwin zu verhindern versucht. Aber der dänische Zoo in Odense stand und steht zu seinem Vorgehen, das er dies nach eigenen Aussagen als Bildungsauftrag ansieht und bereits seit über 20 Jahren praktiziert. Zum öffentlichen Sezieren am 15. Oktober hatte sich der Zoo besonders an Familien gewendet und sie eingeladen, zuzuschauen, "wie ein Experte das Tier aufschneidet und Herz, Lunge sowie andere Organe zeigt und beschreibt."
Nicht jeder teilt diese Einschätzung - im Gegenteil: Der wissenschaftliche Direktor des Zoos, Bengt Holst, hatte 2014 nach dem Tod und der öffentlichen Zerlegung des Giraffenbullen sogar Morddrohungen erhalten und musste auch jetzt im aktuellen Fall scharfe Kritik an seinem Handeln hinnehmen.
Offensichtlich prallt die Empörung an ihm ab, wie auch an der Stadt Kopenhagen. Denn trotz des Proteststurms 2014 war Bengt Holst im selben Jahr zum "Kopenhagener des Jahres" gewählt worden. Die Tötung von Nachwuchs im Zoo, der geboren werde, um wenig später zu sterben, wird vom BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ als falscher Weg strikt abgelehnt. Der Zoo in Dänemark positioniert sich zu dieser Grundsatzdebatte so: "Zoologische Gärten haben eine gewisse Kapazität, und es ist besser, für die Zucht Platz zu machen und die Art zu erhalten, als ein unzüchtiges Individuum zu erhalten."
Das "unzüchtige Individuum" hatte im Mai 2014 das Licht der Welt erblickt und war im Februar 2015 gekeult worden. Bis zur öffentlichen Sezierung lagerte der Löwen-Kadaver des Tieres in einem Kühlfach und war dann unter den Augen von Kindern und Erwachsenen zerlegt worden.

Schnute ist tot – ein artgerechtes Leben wurde ihr vom Bezirksamt Mitte bis zum Schluss verwehrt

Berlin, 12.10.2015: Am gestrigen Sonntag wurde die Stadtbärin Schnute eingeschläfert. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ bewertet die Entscheidung zur Beendigung des Leidenszustandes der Bärin als überfällig und fordert das Bezirksamt Mitte eindringlich auf, keine Bären mehr in dem artwidrigen Gehege am Köllnischen Park anzusiedeln.
34 lange Jahre dauerte der Leidenszustand der Bärin Schnute – 34 Jahre ohne die Möglichkeit, arteigenes Verhalten ausleben zu können. Immer wieder hatte der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ die Haltungsbedingungen des Geheges kritisiert: viel zu klein, zu wenig strukturiert, keine Klettermöglichkeiten, kein ausreichender Naturboden zum Graben, kein Sozialgefüge. All´ dies hätte die Bärin haben können, wenn das Bezirksamt Mitte auf das Angebot von Tierschutzorganisationen eingegangen wäre, Schnute und ihre damals noch lebende Tochter Maxi in einen Bärenpark umzusiedeln. Doch das Bezirksamt nahm das Angebot nicht an.
„Wir hätten Schnute – gerade nach dem Tod ihrer Tochter – so sehr gewünscht, dass sie wenigstens am Ende ihres Lebens ein artgerechtes Dasein in einem Bärenpark hätte führen können ", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz (BVT).
Doch statt die Tatzen auf Naturboden zu setzen, drehte Schnute auf Beton ihre Runden, schlief nicht in einer Höhle, sondern in einem kleinen Zwinger und durfte nicht einen Tag ihres Lebens so leben, wie es die Natur einer Bärin diktiert. "Wie traurig und wie unverständlich", moniert Dr. Styrie die strikte Weigerung des Bezirksamtes Mitte in der vergangenen Jahren, den Bären und später alleine Schnute die Umsiedelung in einen Bärenpark in der Nähe Berlins zu ermöglichen.
" Nie wieder dürfen Bären in der veralteten Zwingeranlage in Berlin-Mitte untergebracht werden. Diese Zusage fordern wir vom Bezirksamt, damit sich Leidenswege wie die von Schnute und ihrer Tochter Maxi niemals wiederholen können“, so der Geschäftsführer des BUNDESVERBANDES TIERSCHUTZ.

 

Berliner Morgenpost vom 12.10.15
Eingeschläfert – Berliner Stadtbärin Schnute ist tot

Pyrogames im Safaripark

Das geht unserer Meinung nach gar nicht!!!
Wir haben daher erhebliche tierschutzrechtliche Bedenken gegen diese Veranstaltung angemeldet und den Veranstalter und das zuständige Veterinäramt angeschrieben.

"Das für den 15. August 2015 in Soltau geplante Feuerwerksfestival „Pyro Games“ findet nicht, wie geplant und gewohnt im Freizeitpark „Heide Park Resort“ statt. Wir haben uns bemüht, eine würdige Ausweichmöglichkeit zu finden und gastieren am 27. Juni 2015 im Safaripark Stukenbrock. "
Quelle: Homepage www.pyrogames.de

 

Tierschutzsieg über Unverstand - Pyrogames finden nicht im Safaripark Stukenbrock statt

Als Sieg für den Tierschutz bewertet der Bundesverband Tierschutz das Eingeständnis der Veranstalter der Pyrogames, dass der Safaripark Stukenbrock nicht der geeignete Veranstaltungsort ist, um ein großes Feuerwerksspektakel abzuhalten. Sicher ist die Entscheidung des Veranstalters nicht zuletzt auch auf den nachhaltigen Protest des Bundesverbandes Tierschutz zurück zu führen, der unmittelbar nach bekannt werden der Veranstaltung die Geschäftsführung des Safariparks und den Veranstalter der Pyrogames aufgefordert hat, das Feuerwerk nicht durchzuführen. „Feuerwerke sind ohnehin eine unnötige Belastung für die Umwelt, diese auch noch bewusst in der Nähe von Tieren oder sogar in Tierparks durchzuführen, zeugt von Unverstand und wenig Empathie für die Mitwelt“, so die Bewertung von Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz. In der Vergangenheit sind bei ähnlichen Veranstaltungen wiederholt Tiere zu Schaden gekommen. In Leipzig sind vor einiger Zeit beim Abbrennen eines Feuerwerks Tiere in ihrer Panik in die Wassergräben gesprungen und mussten von der Feuerwehr geborgen werden.

Säugetiergutachten

Unser Fazit: Artgerecht ist nur die Freiheit! Anfang Mai 2014 stellte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das überarbeitete Gutachten über die Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren vor. Das Gutachten ist das Ergebnis eines dreijährigen Beratungsprozesses zwischen Vertretern der Zoos, der Tierschutzverbände und hinzugezogenen Experten. Die Moderation hatte das Ministerium übernommen. Die anfänglichen Ziele waren hoch gesteckt. So sollte im fachlichen Austausch miteinander das alte Gutachten aus dem Jahr 1996 unter Berücksichtigung der in den Jahren neu gewonnenen Erkenntnisse in der Tiergartenbiologie auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht werden. weiterlesen

Liebe Tierfreunde,

sicher erinnern Sie sich noch an das Schicksal der Elefantendame Mädi, die in einem See in Estland auf qualvolle Weise ertrank. Videoaufzeichnungen belegten, dass der Dompteur den Tod des Tieres zu verantworten hatte, da er, anstatt dem Elefanten zu helfen, auf dem Tier herumsprang und somit dazu beigetragen hatte, dass Mädi jämmerlich ertrank. Die Videoaufnahmen hatten weltweit für Empörungen gesorgt.

Bei der rechtlichen Aufarbeitung stellte sich heraus, dass gerade dieser Dompteur in Hessen eine Alligatorfarm betreibt, in der er neben Krokodilen auch Schlagen und Leguane zur Schau stellt. Auch dort soll er mehrfach gegen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes verstoßen haben, weshalb der zuständige Landrat ihm Ende Dezember 2013 die Haltungsgenehmigung mit Wirkung zum 1. März 2014 entzog. Gegen diesen Bescheid klagte der Betreiber der „Alligator-Aktion-Farm“ mittels eines Eilantrages vor dem Verwaltungsgericht Gießen – und gewann.  Zur Begründung führte das Gericht aus, dass die Umstände des Todes des Elefanten Mädi  noch nicht aufgeklärt seien und somit auch nicht von einer Unzuverlässigkeit des Mannes im Hinblick auf die Führung der Alligatorenparks ausgegangen werde könne. Zudem seien auch nie schwerwiegende Mängel in der Haltung der Krokodile, Schlangen und Leguane nachgewiesen worden.

Gegen diesen Bescheid kündigte der Landkreis Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel an. Somit geht das Verfahren zur Schließung der Alligatorenfarm in die nächste Runde. Der Bundesverband Tierschutz hofft, dass sich der Verwaltungsgerichtshof der Auffassung des Landkreises anschließt und die Rechtmäßigkeit zur Schließung der Anlage bestätigt. Welcher Vergehen muss sich ein Tierhalter noch schuldig machen, um seine Zuverlässigkeit in Frage zu stellen?

Wir werden weiter berichten!

Liebe Tierfreunde,

 

das Schicksal der Giraffe Marius und die daraus entflammte Diskussion um die ethische Vertretbarkeit der Tötung der Nachzucht und die Verfütterung dieser Tiere an andere Zootiere hat in den letzten Tagen breiten Raum in allen Medien eingenommen.  Viele Meinung und Standpunkte wurden dargestellt, von der Rechtfertigung dieses Vorgehens bis zur Forderung der Abschaffung der Zoos.
Aus der Fülle der Beiträge hat uns der Kommentar im Tagesspiegel  vom 11.02.2014 sehr gut gefallen, da er die gesamte Problematik der Zootierhaltung  gut darstellt. Wir wollen Ihnen diesen Beitrag nicht vorenthalten. Lesen Sie hier.

Wie geht es mit Bärin Schnute im Berliner Bärenzwinger weiter?

Berlin, 26.08.2013: Seit Jahren fordern Tierschützer, den Bärenzwinger am Köllnischen Park in Berlin wegen nicht artgerechter Haltung zu schließen und die Bären für den Rest ihres Lebens in einen Bärenpark in der Nähe von Berlin oder an der Müritz umzusiedeln. Für die Bärin Maxi kommt diese Lösung nicht mehr in Frage. Sie starb in der Nacht zum Freitag (23.08.2013) nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 27 Jahren.
Die Todesursache steht derzeit noch nicht fest. Die Obduktion im Landeslabor Berlin-Brandenburg soll darüber Klarheit bringen. Vermutet wird ein Organversagen. Bereits seit längerem litt die Bärin unter starker Arthrose.
Mit Maxis Tod stellt sich nun die Frage, ob die verbleibende Bärin Schnute (32), die die Mutter von Maxi ist, in den Bärenwald Müritz oder in den Tierpark Johannismühle, der auch eine Aufnahme angeboten hatte, umgesiedelt werden kann. Diese Option soll laut Baustadtrat Spallek jetzt noch einmal diskutiert werden.
Zunächst gilt es aber abzuwarten, wie Schnute den Verlust ihrer Tochter Maxi verkraftet. Bären, die über viele Jahre ein soziales Gefüge aufgebaut haben, trauern sehr stark über den Verlust eines Artgenossen.  Es ist daher nicht auszuschließen, dass auch Schnute bald der Tochter Maxi folgen könnte.
Über eines besteht jedoch jetzt schon Klarheit: Der Bärenzwinger am Köllnischen Park soll nicht erneut mit Bären besetzt werden. Bereits vor längerer Zeit hat der Bezirk Mitte diese Entscheidung bekannt gegeben. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ e.V. begrüsst diese Entscheidung, da das Gehege als Relikt vergangener Zeit sowohl von der Größe als auch von der Ausstattung eine argerechte Bärenhaltung nicht ermöglicht. Bedauerlich bleibt jedoch, dass sich der Bezirk nicht schon vor Jahren für eine Umsiedlung der Bären in ein Bärenreservat entschieden hat. Maxi und Schnute hätten dann zumindest über einen Zeitraum dafür entschädigt werden können, dass man sie über viele Jahre unter artwidrigen Bedingungen gehalten hat.

 

Update 02/2014: Die zuständige Bezirksverordnetenversammlung hat mit den Stimmen der CDU und SPD beschlossen, daß Schnute bis an ihr Lebenende an ihrem bisherigen Ort bleiben soll.

 

Hier gelangen Sie zu einer Petition, die sich für den Umzug von Schnute ausspricht.