Zirkus

Elefant & Co im Zirkus

Tierschutzrechtliche Verstöße in Berlin

Die Abgeordnete Claudia Hämmerling (Grüne) erbat in einer schriftlichen Anfrage an den Senat Auskünfte über tierschutzrechtliche Verstöße in Zirkusunternehmen.

Die Antwort der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz (hier im pdf) ist sehr aufschlussreich. Sie gibt nicht nur Einblick in die Zahl der Verstöße, die bei Kontrollen in Zirkusbetrieben in Berlin festgestellt wurden, sondern zeigt auch, wie Wild- und Haustiere in fahrenden Unternehmen nach wie vor leiden. Vom Einsatz des Elefantenhakens über ganztägige Anbindehaltung bis zur mangelhaften Unterbringung von Großkatzen in schlecht belüfteten Transportwagen ist an Mängeln alles dabei, was Tierschutzorganisationen seit langem als systemimmanentes Problem im Zirkus kritisieren.

 

Hier können Sie die Fragen und Antworten nachlesen

Schriftliche Anfrage
s17-18087.pdf
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Bundesrat will Wildtiere im Zirkus verbieten

Abstimmungserfolg für hessische Initiative

18. März. Heute  stimmte der Bundesrat über das Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus ab - und unterstützte im Ergebnis die Initiative aus Hessen. "Nun wird die Bundesregierung bereits zum dritten Mal aufgefordert,  der Wildtierhaltung in Zirkusunternehmen einen Riegel vorzuschieben", so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V.
Der BVT setzt sich seit langem dafür ein, dass Elefanten, Nashörner, Bären, Affen und weitere wild lebende Tierarten nicht mehr von Zirkussen mitgeführt werden dürfen. "Das Wildtierverbot im Zirkus ist seit Jahren überfällig", kommentiert der BVT-Geschäftsführer die erneute Aufforderung des Bundesrates an die Bundesregierung, einem bundesweiten Verbot nicht länger im Weg zu stehen.
Es ist wissenschaftlich belegt und auch für die Bürger laut Umfragen immer mehr als nachvollziehbar, dass Wildtiere in fahrenden Unternehmen nicht artgerecht leben können.  Abgesehen von den eingeschränkten Sozialkontakten und der im Zirkusalltag fast unterbundenen Bewegungsmöglichkeit leiden Elefanten & Co unter den häufigen Transporten in engen Käfigwagen und zu kleinen Gehegen.
"Der BVT begrüßt das Engagement aus Hessen sehr und hofft inständig, dass die Bundesregierung nun ihrem Auftrag nachkommt und dem Beispiel anderer Länder folgt, in denen Wildtiere im Zirkus bereits der Vergangenheit angehören", so Dr. Styrie abschließend.

Für ein Wildtierverbot im Zirkus - Bundesrat stimmt morgen ab

Fotonachweis: soylent-network.com

17. März. Am morgigen Freitag stimmt der Bundesrat über eine Initiative ab, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, bestimmte Wildtierarten im Zirkus zu verbieten.
Der Vorstoß dazu kommt aus Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz.
Schon 2003 hatte der Bundesrat auf Initiative Hessens in einem Entschließungsantrag die Regierenden in Berlin aufgefordert, das Mitführen wild lebender Tiere in Zirkusunternehmen zu untersagen. Abermals forderte die Mehrheit der Bundesländer 2011 ein Wildtierverbot im Zirkus - bis heute kommt die Bunhdesregierung diesem Ersuchen nicht nach.
Nun rückt das Wildtierverbot mit der Abstimmung am 18. März im Bundesrat noch einmal in greifbare Nähe.

Hier lesen Sie die Entschließung des Bundesrates zum Wildtierverbot
Entschließung des Bundesrates zum Verbot[...]
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Zirkusbär in Bayern beschlagnahmt

BVT begrüßt konsequentes Handeln der Behörde

Symbolfoto

15. März. Gestern beschlagnahmte das Veterinäramt Deggendorf im bayerischen Plattling einen Zirkusbären. Der 22 Jahre alte Braunbär war von Zirkus-Mitarbeitern zwei Mal in einer verdunkelten Gitterbox alleine gelassen worden.  Plattling hat ein kommunales Auftrittsverbot für Zirkusse mit Wildtieren verhängt, so dass das fahrende Unternehmen sich nicht mit ihrem Braunbären Ben präsentieren konnte.  

Für den Braunbären Ben ist die Zeit im Zirkus dank der schnellen Reaktion der Behörde nun glücklicherweise vorbei. Doch nicht so für all die anderen mitgeführten Wildtiere in Zirkusunternehmen. Über deren Schicksal entscheidet der Bundesrat am kommenden Freitag. An diesem Tag wird ein mögliches bundesweite Wildtierverbot in Zirkussen erneut behandelt. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung das Verbot dann wirklich auch auf den Weg bringt.  

 

Aktuelle Info: Ben muss nicht in den Zirkus zurück!. Weitere Infos dazu können Sie hier lesen.

Verbietet der Bezirk Mitte den Einsatz von Ponys auf Weihnachtsmärkten und Straßenfesten?

Im Bezirk Mitte stellen die Sozialdemokraten heute den Antrag, die sogenannten Ponykarussells zu verbieten. Der BVT begrüßt diesen Vorstoß sehr.

10. März 2016. Tierschutzorganisationen machen immer wieder bundesweit auf die unhaltbaren Zustände für die eingesetzten Ponys auf Weihnachts- und Jahrmärkten aufmerksam. Nun hat die SPD im Bezirk Berlin-Mitte einen Antrag eingebracht, der ein Verbot der Ponykarussells fordert. Die Sozialdemokraten schließen sich damit einer Entscheidung an, die bereits 2015 von mehreren Städten in Deutschland getroffen wurde.
So genehmigen Düsseldorf, Duisburg, Coburg, Schweinfurt, Neuss, Andernach und Dachau es nicht mehr, das Ponyreiten auf Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen anzubieten.
Der Einsatz von Ponys ist in mehrerlei Hinsicht ein gravierendes Tierschutz-Problem:
- stupide Bewegungsabläufe über einen langen Zeitraum in zu kleinen Ponykarussells und Manegen
- der vorgesehene Handwechsel (Richtungswechsel), um die einseitige Belastung zu minimieren, wird von den Betreibern ignoriert
- tierquälerisch enge Ausbindung der Ponys (Ausbindungszügel ziehen den Kopf der Tiere bis knapp vor die Brust)
- Ponys werden z.T. über Tage bzw. die Dauer der Veranstaltung im Transportwagen angebunden  
- Pausenzeiten werden nicht eingehalten
- Veranstaltungsbedingter Stress durch Lärm, große Menschenmengen, Transporte etc.
Die B.Z. zieht den SPD-Vorstoß in einem Online-Beitrag von heute ins Lächerliche und schreibt wörtlich: "Wir leben in einer Zeit, in der die Debatte um den Tierschutz hysterische Züge annimmt. Alle Nutztiere werden nach neuester Einschätzung nur noch gequält."
Muss man dazu noch was sagen?

Zur Premiere von Circus Busch

Wildtiere im Zirkus machen keinen Spaß

10. März 2016, Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) Berlin. Circus Busch hat heute in Berlin Premiere. Mit Elefanten, Kamelen, Pferden und weiteren Tierarten gastiert der Zirkus bis zum 3. April in Pankow am ehemaligen Güterbahnhof. Während Zehlendorf als erster Bezirk in Berlin angekündigt hat, Zirkusunternehmen mit Wildtieren keine Flächen mehr zur Verfügung zu stellen, hatte Pankow diese Möglichkeit nicht. Circus Busch steht auf einem privaten Gelände.

"Diese Gastspiele sind in Wahrheit Trauerspiele ", kritisiert Dr. Jörg Styrie. "Hätte der Berliner Senat schon vor Jahren ein berlinweites Verbot für Zirkusse mit Wildtieren durchgesetzt, müssten wir nicht jedes Jahr wieder zahlreichen Zirkusunternehmen Raum für ihre entwürdigenden Darbietungen mit Tieren geben."
Wenn schon die jeweiligen Bundesregierungen seit 2003 beim Thema Wildtierverbot in Zirkussen einzig durch ihre Blockadehaltung auffallen, hätten zumindest Berlin mit gutem Beispiel vorangehen können, kritisiert der BVT-Geschäftsführer.  
In vielen europäischen Mitgliedsstaaten dürfen Zirkusunternehmen keine Wildtiere mehr mit sich führen. Warum tut sich Deutschland mit einem Verbot so schwer?
2003 hatte Hessen eine Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. 2011 folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Im Februar dieses Jahres unternahm Hessen abermals einen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen. Und dieser erneuten  Bundesratsinitiative will sich dem Vernehmen nach wohl nun auch der Berliner Senat anschließen.
Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte seit langem eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen, wie es nun auch das Bezirksparlament in Zehlendorf beschlossen hat,  die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Umfragen zufolge lehnt ein Großteil der Bevölkerung die Zurschaustellung von Wildtieren in Zirkussen ab. "Das zeigt", sagt Dr. Jörg Styrie, "dass die Bürger bei diesem Tierschutzproblem viel konsequenter denken als die Regierungskoalition." Und bis die Regierungskoalition vielleicht doch eines Tages die gesetzliche Grundlage für ein Wildtierverbot in Zirkusunternehmen schafft, ist jeder Einzelne gefragt. "Besuchen Sie keinen Zirkus, der mit Tieren reist, und wirken Sie auf Ihren Bezirk ein, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen zu vermieten. Gleiches gilt für die Schule Ihrer Kinder: Lehnen Sie Projekte und Freikarten ab, die Zirkusse den Schulen anbieten", rät der BVT-Geschäftsführer.

Dritte Bundesratsinitiative für ein Wildverbot im Zirkus - BVT begrüßt erneuten Vorstoß aus Hessen  

2003 hatte Hessen seine erste Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. Acht Jahre später folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Doch die Aufforderung an die Bundesregierung läuft bis heute ins Leere. Nun startet Hessen über seine zweite Bundesratsinitiative einen neuen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen.

 

Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.

 

Jetzt sind die Bundesländer erneut aufgefordert, den Antrag aus Hessen zu unterstützen. Während sich Deutschland so überaus schwer mit einer gesetzlichen Regelung tut, haben bereits mehrere europäische und außereuropäische Staaten ein generelles Wildtierverbot erlassen.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) begrüßt den Vorstoß aus Hessen sehr. Der Verband fordert seit langem, das Mitführen von Tieren im Zirkus zu verbieten.

 

Hintergrund zum Thema:

In jedem Frühjahr endet für die Zirkusunternehmen ihr Aufenthalt im Winterquartier. Sie gehen wieder auf Tournee und präsentieren ihre mitgeführten Wildtiere in der Manege. Obwohl jedem Menschen klar sein dürfte, dass hinter den "Kunststücken" von Elefant, Löwe, Tiger & Co weniger Freiwilligkeit denn eine brutale Dressur steckt, sind diese unwürdigen und artfremden Zurschaustellungen gängiger Alltag.

 

Wissenschaftliche Gutachten belegen seit langem, dass die Haltung exotischer Wildtiere in Zirkusunternehmen niemals artgerecht sein kann. Unterbringung, Fütterung, Haltungsstrukturen und Versorgung widersprechen so eklatant den natürlichen Bedürfnissen der Tiere, dass viele von ihnen frühzeitig verenden. Viele europäische Länder haben daher aus gutem Grund die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten.

 

Elefanten, Bären, Großkatzen, Menschenaffen, Giraffen, Robben, Flusspferde, aber auch Lamas, Kamele, Dromedare sowie Pferde stellen Ansprüche an Haltung, Pflege oder Transport, die unter den reisenden Bedingungen eines Zirkus nicht erfüllt werden können. Um die Tiere gemäß § 2 Tierschutzgesetz ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend zu ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen, bedarf es großer, strukturierter Freigehege mit Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten, Wasserbecken zum Schwimmen und Tauchen und ausreichend Platz.

 

Isoliert, unterernährt, eingesperrt – und krank an Körper und Seele

Im Zirkusalltag leben die meisten Tiere in einfachen Transportwagen mit kleinen vergitterten Veranden und Wasserbecken, die ihnen weder ein Umdrehen noch ein Untertauchen erlauben. Einzelhaltung für hoch soziale Tiere, Ketten- und Anbindehaltung für bewegungsfreudige Arten sind an der Tagesordnung.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen, Fachgutachten und die Erfahrungen von Amtsveterinären und Tierschützern bestätigen, dass insbesondere Wildtiere unter den Bedingungen eines wandernden Zirkusunternehmen leiden. Unter diesen Umständen ist es das einzig Sinnvolle, die Haltung bestimmter Wildtierarten, wenn nicht sogar sämtliche Tierhaltung, im Zirkus zu verbieten,

 

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Bei jeder zweiten Kontrolle in 2011 wurden Verstöße gegen Haltungsanforderungen für Tiere festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung 2014 auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mit. Was allerdings mit Tieren geschieht, deren Haltung nicht überprüft wurde, mag man sich kaum vorstellen.

Niederlande erlässt ein Wildtierverbot in Zirkussen

Berlin, 15.09.2015: Ab dem heutigen Tag besteht in den Niederlanden ein Auftrittsverbot für Wildtiere in Zirkussen. Das Parlament folgte damit einem Antrag der „Partei für die Tiere“, die sich über 10 Jahre für ein Verbot des Auftretens und des Mitführens von Wildtieren in Zirkussen eingesetzt hat. Die zuständige Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma, begründete diesen Schritt damit, dass die Nachteile für die Tiere schwerer wiegen als Unterhaltung und Traditionen.
Der Bundesverband Tierschutz (BVT) begrüßt diese Entscheidung des EU-Nachbarlandes außerordentlich. „Die Tierschutzprobleme, die die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zwangsläufig mit sich bringt, sind in den Niederlanden die gleichen wie bei uns. Es ist an der Zeit, dass Deutschland nachzieht und gleichfalls aktiv wird“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT. Die Erfahrung mit Wildtieren in Zirkussen habe gezeigt, dass unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens eine artgerechte Haltung dieser Tiere praktisch nicht möglich ist. Wiederholt haben die Länder diesen Missstand angeprangert und die Bundesregierung aufgefordert, die Haltung von Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner, Flusspferde und Primaten in Zirkussen zu verbieten, zuletzt im Rahmen einer Bundesratsinitiative im Jahr 2011. Geschehen ist bis heute nichts.

Wildtierhaltung im Zirkus verbieten

Nach dem tödlichen Angriff eines Zirkuselefanten auf einen Passanten, appelliert der Bundesverband Tierschutz e.V. gemeinsam mit anderen Tierschutz- und Artenschutz NGOs an die Bundesregierung, die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zu beenden.


An den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Herrn Christian Schmidt
Dienstsitz Berlin
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin

19.06.2015


Wildtierhaltung im Zirkus verbieten


Sehr geehrter Herr Bundesminister,

die unterzeichnenden Verbände fordern Sie auf, die Haltung von Wildtieren in Zirkussen endlich zu verbieten.

Ein freilaufender Elefant aus dem Zirkus Luna (auch bekannt als Frankordia), der vor wenigen Tagen einen Spaziergänger tötete, macht deutlich, welch eklatante Sicherheitsmängel neben den von uns angeprangerten Tierschutzproblemen bei der Wildtierhaltung im Zirkus herrschen.

Bereits vor zwölf Jahren forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, die Haltung bestimmter wildlebender Tierarten im Zirkus zu verbieten, 2011 bekräftigte die Länderkammer ihre Auffassung. Schon damals wiesen die Länder neben den Tierschutzaspekten ausdrücklich auf das Gefahrenpotenzial hin. Auch die Bundestierärztekammer spricht sich für ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen aus. Ein solches Verbot gibt es bereits in vielen europäischen Ländern, z.B. in Belgien, den Niederlanden, Griechenland und Österreich.


Sicherheitsmängel im Zirkus

Die notwendige Einrichtung von sicheren, ausreichend großen und artgerecht ausgestatteten Gehegen kollidiert in Zirkusbetrieben mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität. Einfriedungen für Tiere im Zirkus sind in der Regel leicht auf- und abbaubar sowie schnell zerlegbar. Im Vergleich zur Zootierhaltung sind die Sicherheitsvorkehrungen selbst für die gefährlichsten Zirkustiere wie Elefanten, Großkatzen, Bären, Flusspferde oder Nashörner mitten in deutschen Großstädten minimal.

Wie auch im Fall des Zirkus Luna stehen beispielsweise Elefanten häufig unbeaufsichtigt hinter Elektrobändern, Bären hinter nicht im Boden verankerten Gittern. Das Außengehege der einzigen verbleibenden Braunbärin im Zirkus Luna ist beispielsweise lediglich von einem etwa 1,50 Meter hohen Bauzaun umgeben, durch den problemlos durchgegriffen werden kann und der keine sichere Barriere darstellt.

Zudem besuchen viele Zirkusse mit Elefanten und anderen gefährlichen Wildtieren regelmäßig z.B. Fußgängerzonen oder Schulen, um für ihre Vorstellungen zu werben oder Geld zu sammeln, und bieten ihre Dienste auf Kinderfesten oder Firmenfeiern an. Der Zirkus Luna präsentierte die Elefantenkuh "Baby" /"Benjamin" regelmäßig in Menschenmengen und ließ sie streicheln, obwohl sie bereits mehrfach Menschen verletzt hatte. Auch andere Zirkusbetriebe werben mit ihren Wildtieren in den Innenstädten oder auf Schulhöfen.

Die regelmäßigen Ausbrüche und gefährlichen Zwischenfälle mit Zirkustieren zeigen, dass aufgrund der Zirkustierhaltung eine permanente Gefahr für Tier und Mensch besteht. Vorfälle wie der im Zirkus Luna sind bei weitem keine Einzelfälle. Von 1980 bis 2010 sind alleine 24 Unfälle nur mit Elefanten in Deutschland bekanntgeworden. Im gleichen Zeitraum gab es weltweit 104 Zwischenfälle mit Elefanten im Zirkus, wobei 44 Personen getötet und 141 Menschen verletzt wurden.
Wildtierhaltung im Zirkus ist Tierquälerei
Als Tier- und Naturschutzverbände möchten wir aber auch unser primäres Anliegen in Erinnerung rufen: Eine tierschutzgerechte Haltung von Wildtieren ist im Zirkus nicht möglich. Bewegungsmangel, gravierende Missstände in der Haltung und permanenter Stress führen häufig zu Verhaltensstörungen bei den Tieren, zu deren Folgen aggressives Verhalten gehört. Die natürlichen Bedürfnisse von Wildtieren können im Zirkus-Alltag in keiner Weise erfüllt werden: Angefangen bei der extrem beengten Unterbringung in Transportwagen und provisorischen Gehegen, fehlenden Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, der nicht-artgerechten Vergesellschaftung, fehlender Klimatisierung von Gehegen und fehlenden Winterquartieren, unzureichender Ernährung und medizinischer Betreuung, häufigen und langen Transporten und Standzeiten bis hin zur Vorführung tierschutzwidriger Kunststücke und tierquälerischer Dressurmethoden.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
sowohl aus Tierschutzsicht als auch im Blick auf die öffentliche Sicherheit ist die Haltung von Wildtieren in Zirkussen nicht mehr zu verantworten. Um weitere Unglücksfälle dieser Art zu verhindern und gegen das Leid der Zirkustiere vorzugehen, appellieren wir als unterzeichnende Verbände deshalb dringend an Sie, die Wildtierhaltung in Zirkussen endlich zu beenden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerd Gies, Bundesverband Tierschutz e.V.
Helmut Dungler, VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Laura Zodrow, Animal Public e.V.
Karsten Plücker, Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V.
Undine Kurth, Deutscher Naturschutzring
Thomas Schröder, Deutscher Tierschutzbund e.V.
Helmut Brücher, Eurogroup against Birdcrime
Dr. Christiane Baumgartl-Simon, Menschen für Tierrechte –Bundesverband
der Tierversuchsgegner
Harald Ullmann, PETA Deutschland e.V.
Dr. Christoph Schmidt, Pro Wildlife e.V.

Zirkus Las Vegas in Moers - Bundeverband Tierschutz kritisiert die Präsentation von Wildtieren scharf

Moers, 23. März 2015: Bis zum 29. März gastiert der Zirkus Las Vegas an der Trompeterstraße in Moers und warb  zu Spielbeginn mit einer umstrittenen öffentlichen Fütterung seiner vier bengalischen Tiger. Seit Jahren steht das Unternehmen wegen der Vorführung von Wildtieren und den unzureichenden Haltungsbedingungen in der Kritik. Vor zwei Jahren wurden dem Zirkus aufgrund unzureichender Haltungsbedingungen ein Elefant und vier Großkatzen vom Veterinäramt Bad Segeberg beschlagnahmt. Der Bundesverband Tierschutz kritisiert die Mitführung von über 30 Tieren und insbesondere die Haltung von Wildtieren.

„Wildtiere im Zirkus sind pure Tierquälerei, die Darbietungen der Kunststücke basieren zumeist auf tierfeindlichen Ausbildungsmethoden und verletzen die Würde der Tiere“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer  des Bundesverbandes Tierschutz.  „Hinzu kommt die Problematik, dass unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens die Anforderungen an eine artgerechte Haltung der Tiere nicht erfüllt werden können“, so Styrie weiter.

Doch gerade Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Unterbringung, Betreuung und Ernährung. Unter  den Bedingungen eines reisenden Zirkusunternehmens können die arteigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden – im Gegenteil: Die Zirkustiere leiden unter den Entbehrungen, die das Leben in Gefangenschaft mit sich bringt. Selbst zahlreiche Zoologische Gärten haben mittlerweile erkannt, dass sie den hohen Ansprüchen von Wildtieren an ihren Lebensraum nicht gerecht werden können und haben freiwillig auf die Haltung bestimmter Arten verzichtet.

„Wenn Zirkusunternehmen wie Las Vegas nicht freiwillig auf die Haltung von Wildtieren verzichten, muss das dringend notwendige Verbot der Haltung durch eine Verordnung geregelt werden. So ist z. B. in Österreich und Ungarn das Mitführen sämtlicher Wildtiere im Zirkus verboten. In skandinavischen Ländern sind schon seit Jahren Tierartbeschränkungen bei Zirkussen üblich“, so Styrie weiter.

Der Bundesverband Tierschutz appelliert abschließend, Vorstellungen mit Wildtieren nicht zu besuchen. 

TIERE GEHÖREN NICHT ZUM CIRCUS! - Aktionsbündnis

Gregor Gysi irrt

Auf seiner facebook-seite gibt Gregor Gysi bekannt, dass er für ein weißes Löwenbaby des Zirkus Krone eine Patenschaft übernommen hat. Er begründet das damit, dass er als Kind große Glücksmomente empfunden habe, als er zum ersten mal einen Löwen gesehen habe. Er wünscht sich, dass Eltern auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen ihren Kindern solche Momente bescheren können. Und mehr noch: Er ist der Auffassung, dass man Tierschützerin und Tierschützer nur wird, weil man als Kind die Tiere im Circus, im Zoo und im Tierpark lieben lernt.

Leider betrachtet Gregor Gysi die Wildtierhaltung in Zirkussen durch eine rosarote Brille. Die Realität sieht indes ganz anders aus. Eine Haltung im Zirkus bedeutet für Wildtiere erhebliches Leid, denn die natürlichen Bedürfnisse von Wildtieren können im Zirkus-Alltag in keiner Weise erfüllt werden: Angefangen bei der extrem beengten Unterbringung in Transportwagen und provisorischen Gehegen, fehlenden Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, der nicht-artgerechten Vergesellschaftung, fehlender Klimatisierung von Gehegen und fehlenden Winterquartieren, unzureichender Ernährung und medizinischer Betreuung, häufigen und langen Transporten und Standzeiten bis hin zur Vorführung tierschutzwidriger Kunststücke und tierquälerischer Dressurmethoden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Wildtierhaltung im Zirkus vermehrt Verhaltensstörungen, Krankheiten und Todesfälle zur Folge hat.
Wer genau hinschaut, kann dies auch als Laie erkennen.

Als Politiker sollte Gysi sich nicht von der Traumwelt Zirkus Krone einlullen lassen, sondern der Realität ins Auge schauen. Dazu muss er aber zunächst die rosarote Brille abnehmen.

 

Dr. Jörg Styrie

Bundesverband Tierschutz e.V.

Wildtiere im Zirkus

Eine tiergerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus ist grundsätzlich nicht möglich und weder mit den Anforderungen des Tierschutzgesetzes noch mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar.

Ein Verbot ist daher die einzige Lösung – nicht eine von mehreren Optionen.

Nicht umsonst untersagen immer mehr deutsche Kommunen, Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Flächen.

Nicht umsonst fordert auch die Bundestierärztekammer ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus.

Nicht umsonst haben die für die Umsetzung des Tierschutzgesetzes zuständigen Bundesländer im Bundesrat bereits zweimal ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen gefordert.

Nicht umsonst verbieten 14 europäische Länder die Wildtierhaltung im Zirkus ganz oder teilweise.

Und nicht umsonst kommen immer mehr moderne Zirkusbetriebe ohne Wildtiervorführungen aus.

Ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen ist seit langem überfällig!

Zirkus Berolina in Berlin

Bündnis Tierschutzpolitik Berlin kritisiert die Präsentation von Wildtieren scharf

Berlin, 26. März 2014 - Unter dem Motto „Sterne der Manege“ gastiert der Zirkus Berolina bis zum 27. April am Berliner Hauptbahnhof.  Seit Jahren steht das Unternehmen wegen der Vorführung von Wildtieren und den unzureichenden Haltungsbedingungen in der Kritik. Wiederholt starben in den letzten Jahren Elefanten an den Folgen nicht artgerechter Haltung und tierfeindlicher Dressuren. „Wildtiere im Zirkus sind pure Tierquälerei, die Darbietungen der Kunststücke basieren zumeist auf tierfeindlichen Ausbildungsmethoden und verletzen die Würde der Tiere“, so Dr. Jörg Styrie vom Bündnis Tierschutzpolitik Berlin.  „Hinzu kommt die Problematik, dass unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens die Anforderungen an eine artgerechte Haltung der Tiere nicht erfüllt werden können“, so Styrie weiter.                                                              weiterlesen

Tragischer Tod des Zirkuselefanten Mädi darf nicht ohne Folgen bleiben

Berlin, den 24.07.213: Mit einem dringenden Appell zum Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkussen haben sich 17 namhafte Tierschutzorganisationen, unter ihnen auch der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ e.V., an Bundesministerin Aigner gewandt.

Anlass war der tragische Tod des deutschen Zirkuselefanten „Mädi“, der in den letzten Wochen die Öffentlichkeit in Deutschland und in aller Welt beschäftigt hat. Die Schausteller hatten das durch die jahrelange Haltung im Zirkus bereits kranke Tier für eine Tournee über 2.000 km nach Estland transportiert. Tierschutzorganisationen hatten versucht, dies zu verhindern und die Beschlagnahmung von „Mädi“ gefordert. 45‐minütige Live‐Aufnahmen dokumentieren, wie das an einer Rüssellähmung leidende Tier in einem Fluss ertrinkt, während der deutsche Schausteller René Renz auf seinem Körper eine Badevorführung für Schaulustige veranstaltet. Über 140.000‐mal wurden diese Aufnahmen bisher angesehen, unzählige Medien berichteten weltweit über den Vorfall (wir berichteten auf unserer Homepage).

Das Schreiben an Ministerin Aigner finden sie hier als Datei.

Ddie enstprechende Petition finden Sie hier.

Zirkuselefant „Mädi“ des Zirkus Universal Renz ertrinkt vor laufender Kamera

Ein Youtube-Video vom 7. Juni 2013, das die Zirkuselefantendame „Mädi“ während ihres Todeskampfes beim Ertrinken in einem See in Estland zeigt, führt weltweit Entsetzen: Das Bad von „Mädi“ nimmt innerhalb weniger Minuten einen grausamen Verlauf. Vermutlich aus Schwäche bricht das Tier zusammen und kommt trotz enormer Anstrengungen nicht mehr auf die Beine. Immer wieder versinkt der Kopf des Tieres im Wasser. Wegen einer Rüssellähmung ist die Elefantin nicht in der Lage, diesen zum Luftholen aus dem Wasser zu heben. Doch statt zu helfen klettert der Dompteur René Renz auf den Rücken des Tieres und springt auf diesem herum. Mit letzter Kraft vermag es das Tier noch einige Male, ihren Peiniger abzuschütteln. Doch schließlich presst Renz – auf ihrem Rücken sitzend – mit beiden Beinen ihren Kopf unter Wasser. „Mädi“ ertrinkt qualvoll.

 

Schockierend ist auch die Reaktion vieler Zuschauer: Sie filmen die Szenerie und lachen, während der Elefant um sein Leben ringt. Wie können Menschen nur so grausam sein!

 

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hat sich entschlossen, das Video trotz der grausamen Darstellung, auf seiner Internetseite einzustellen. Seit vielen Jahren kämpfen wir für ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen. Das Beispiel „Mädi“ zeigt nur zu deutlich, dass Zirkusbetreiber oftmals weder Willens noch in der der Lage sind, respekt- und verantwortungsvoll mit ihren Tieren umzugehen. Der Zirkus „Universal Renz“, dem „Mädi“ gehörte, hatte sich in der Vergangenheit wiederholt wegen Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen zu verantworten. Die aktuelle Tierquälerei an dem alten Zirkuselefanten muss nunmehr die Aufhebung der Genehmigung zur Haltung von Tieren zur Folge haben.

Bitte zeichnen auch Sie die unter dem Link eingestellte Petition.

 

Zum Video gelangen Sie hier.

Agrarausschuss berät über Wildtiere im Zirkus

Tierschutzverbände fordern Nachbesserungen bei der Tierschutznovelle



Berlin, 17. Juni 2012. In einem gemeinsamen Schreiben an den Agrarausschuss des Bundesrates fordern 17 deutsche Tierschutzverbände bessere gesetzliche Vorschriften für die Haltung von Wildtieren im Zirkus. Der Agrarausschuss berät am Montag über die von der Bundesregierung vorgelegte Novelle des Tierschutzgesetzes. Nach Auffassung der Tierschutzverbände ist das Gesetz, das Bundesministerin Ilse Aigner am 23. Mai im Bundeskabinett vorgestellt hat, sowohl fachlich als auch rechtlich unzureichend und bedeutet eine deutliche Verschlechterung. Die Tierschützer kritisieren vor allem, dass den Wildtieren im Zirkus zukünftig offenbar ein „vertretbares Maß“ an Schmerzen oder Leiden zugemutet werden kann. Mit dem neuen Entwurf wäre es zudem kaum möglich, bestimmte Wildtierarten für Zirkusse zu verbieten. Die Tierschutzverbände fordern eine umfassende gesetzliche Regelung, die die Haltung von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich untersagt.                                                                               mehr...