Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen

So kompliziert der Name klingt, dahinter verbirgt sich ganz praktische Tierschutzarbeit. Sie wird erbracht in einer ungewöhnlichen Konstellation: Tierschützer (Bundesverband Tierschutz und Deutscher Tierschutzbund) und Industrie (Verband der Chemischen Industrie, Verband der forschenden Arzneimittelhersteller, Industrieverband Agrar und Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel) bemühen sich gemeinsam darum, Tierversuche durch Alternativmethoden zu ersetzen.

Unsere Vereinsgründerin Anneliese zum Kolk hat an der Entstehung der Stiftung und ihrer Arbeit in den schwierigen Anfangszeiten maßgeblich mitgewirkt. Seitdem hat sich vieles getan.

Seit nunmehr 20 Jahren unterstützt set schwerpunktmäßig:

die Förderung des wissenschaftlichen Austausches über den Stand der Forschung,

die Förderung von neuen Ersatz- und Ergänzungsmethoden, besonders in den Bereichen, in denen belastende Tierversuche bisher noch durchgeführt werden oder wo wissenschaftliche Routine bisher den Blick für Ersatz- und Ergänzungsmethoden verstellte,

die Förderung von Maßnahmen, die zu einer Anwendung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden in der Ausbildung und der Forschung beitragen.

Die finanziellen Mittel werden von der Industrie bereitgestellt. Der Stiftungsrat, dem der Bundesverband Tierschutz angehört, entscheidet über förderungswürdige Projekte. Er ist mit je zwei Mitgliedern aus den Tierschutzverbänden und je einem Vertreter der vier Industrieverbände paritätisch besetzt.

In wissenschaftlichen Fragen und bei der Begutachtung der Forschungsanträge steht den Stiftungsratsmitgliedern ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite. Dem Beirat gehören Wissenschaftler aus Hochschulen und anderen wissenschaftlichen und industriellen Forschungseinrichtungen an, die das Vertrauen der Industrie, der Tierschutz- organisationen und von Bund und Ländern haben. Zusätzlich begleitet wird die Arbeit von einem Kuratorium, das sich aus Vertretern von Institutionen des öffentlichen Lebens, wie Kirchen, Gewerkschaften, Bundes- und Länderministerien, sowie der Wirtschaft zusammensetzt.

 

Die Initiative für diese sinnvolle Partnerschaft ergriff seinerzeit das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dessen für Tierschutz zuständige Abteilung auch heute noch die Arbeit aktiv begleitet. Die Erzielung von Forschungsergebnissen, die in der Praxis verwendet werden können, ist immer ein langer Prozess, und die Umsetzung des neuen Wissens in die Praxis ein noch viel mühseligerer. Doch Tierschützer sind es gewohnt, einen langen Atem zu haben, und das zahlt sich auch hier jetzt aus. set förderte Kurse, Seminare und Publikationen zu den einschlägigen Themen. Auch der jährlich stattfindende österreichische Kongress über Ersatz- und Ergänzungsmethoden wird von der Stiftung unterstützt. Besondere Bedeutung kommt dem von Prof. Spielmann und seinen Mitarbeitern bearbeiteten Projekt: „Der Hund als zweite Spezies für die Sicherheitsprüfung bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln“ zu. Es konnte erreicht werden, dass viele Versuche am Hund sich als nicht notwendig erwiesen.

In anderen Forschungsbereichen konnten Methoden etabliert und verbreitet werden, in denen Gewebeproben anstelle von Tieren verwendet werden. Die Strukturen bei der Zulassung von alternativen Methoden machen es erforderlich, dass set über die Grenzen Deutschlands hinweg an deren Erforschung, Entwicklung und Etablierung mitwirkt. Aus diesem Grund wurde vor einigen Jahren die europäische Plattform ecopa gegründet, die die Interessen bündelt und bei der EU hohes Ansehen genießt. Die Diskussionen über Tierversuche sind aktueller denn je. Einerseits hat sich hinsichtlich des Tierschutzgedankens in den Köpfen der breiten Öffentlichkeit und vieler Wissenschaftler einiges getan, andererseits nimmt die Zahl der für Versuche verwendeten Tiere stetig zu. Als Stichwort sei nur das neue EU-Chemikaliengesetz (REACH) genannt.

Auch in Anbetracht der nicht aufzuhaltenden Entwicklung des Verbraucherschutzgedankens im deutschen und europäischen Recht ist die wissenschaftsbasierte Förderung und Etablierung von Alternativen zum Tierversuch ein unverzichtbarer Bestandteil effektiver Tierschutzarbeit auf diesem Gebiet. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ ist stolz darauf, an der Errichtung der Stiftung maßgeblich mitgewirkt zu haben und seitdem dort aktiv mitzuarbeiten.

Mehr Informationen über set erhalten Sie direkt bei der Stiftung oder über unsere Geschäftstelle.

Besuchen Sie "set" im Internet unter: www.tierversuche-ersatz.de