Tierschutzhof

Hier berichtet eine mit dem BVT e.V. befreundete Tierschützerin über ihre Erlebnisse mit ihren Tieren.

Alina Wegener - Wie Mathilda ein Zuhause fand

Ein wunderbares Buch von Alina Wegener, die die untenstehenden Geschichten für uns schreibt:

Mathilda ist ein kleines Kaninchen, das nach einer langen Reise ein Zuhause auf einem Tierschutzhof findet, dort herzlich von allen Tieren aufgenommrn wird und endlich zur Ruhe kommen kann.

Liebevoll und voller Empathie beschreibt Alina Wegener den Weg eines Tieres zum Hof und das friedliche zusammenleben unterschiedlichster Lebewesen dort.

Vor allem Kindern hilft das Buch sich in Tiere hinein zu versetzen, denn:
Tiere empfinden genau so Leid, Trauer und auch Freude, wie wir Menschen.

Mit dem Kauf dieses Buches helft ihr weiteren Tieren dabei ein neues Zuhause zu finden.

Hier können Sie das Buch kaufen.

Die Geschichten von Alina Wegener auf unserer Homepage können Sie unten lesen.

 

 

Und hier ein Bericht über das Buch in der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 17.09.2014:

 

"Alina Wegener und Melina Kuczka aus Dannenberg haben ein tierisches Kinderbuch geschrieben

 

bp Dannenberg. Fundkaninchen Mathilda, Schwein Berta, Hamster Ted und Schildkröte Paolo: Das sind nicht bloß Protagonisten im soeben erschienenen Kinderbuch „Wie Mathilda ein Zuhause fand“. Sondern reale Tiere, die in Lüchow-Dannenberg leben. Sie gehören Alina Wegener aus Dannenberg. Die Tierschützerin und Autorin des Buches hat rund 30 Tiere bei sich aufgenommen. Tiere, die irgendwann einmal vor dem Schlachter oder aus den Händen von Tiermessies gerettet worden sind. „Tiere waren schon immer meine Gefährten“, sagt sie.
Tiere mit ganz eigenem Charakter
Entstanden ist die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben, durch mehrere Zufälle. Der Bundesverband Tierschutz hatte die 28-Jährige gefragt, ob sie nicht auf der Internetseite des Verbands regelmäßig über ihre Tiere berichten wolle. Wollte sie. Denn Tiere und Schreiben liegen der Frau, die an einer Förderschule unterrichtet, am Herzen. Sie ist eine gute Beobachterin, bei der ein Schwein nicht bloß ein Schwein, sondern ein intelligentes, aber mitunter bockiges, eigensinniges und schwer aufs Fressen fixiertes Wesen ist. Und für Wegener ist Schwein nicht gleich Schwein. Sie erkennt in jedem Tier einen ganz eigenen Charakter. „Berta ist verschlafen und behäbig, Schwein Isolde ist wachsam und passt auf“, nennt sie zwei Beispiele. Ihr geht es darum, mit ihrem Buch den „wahren Charakter“ der Tiere widerzuspiegeln.
Dass Wegener den Tieren eine Persönlichkeit einräumt, hat einen triftigen Grund: Sie ist seit knapp einem Jahr Veganerin, will Tierleid vermeiden und nicht mehr am mitunter Tierleid produzierenden Nahrungsmittelsystem teilnehmen. Es stört sie nicht zuletzt deshalb, dass Tiere oft – auch in Kinderbüchern – auf ihre Funktionen beschränkt dargestellt würden. „Oft werden die Tiere nur als Nutztiere gezeigt“, kritisiert sie. Die Kuh gibt Milch, aus Schwein wird Fleisch, die Hühner machen Eier. Ein Kinderbuch, dass die industriellen Interessen einer mitunter wenig niedlichen Landwirtschaft und Tierhaltung niedlich darstellt, ist das Buch also ganz bewusst nicht.
Vielmehr soll die Geschichte Kindern vermitteln, dass auch Tiere Leid, Trauer und Freude empfinden. „Tiere haben einen Wert, der über den Einkaufspreis hinausgeht“, das sei eine der Botschaften des Buches. Kaninchen Mathilda erlebt während der Handlung eine ganze Palette von Gefühlen. Von Trauer über die Einsamkeit bis zur Freude über das Zusammensein mit den Tieren auf einem Tierschutzhof. Zentrale Motive des Buches haben Anklänge an die Heilpädagogik: Das Suchen und Finden einer Heimat und eines Zuhauses sowie den Ausbruch aus der Isolation hin zum Leben in einer starken Gemeinschaft.
„Ich habe schon immer gerne geschrieben“, sagt Alina Wegener von sich, sie habe sich schon als Kind Geschichten ausgedacht. Ihr helfe das, ihre Gefühle auszudrücken. Ganz ähnlich sieht das Melina Kuczka. Die Schülerin, die eigentlich eher Porträts und Mangas malt (EJZ berichtete), sagt: „Ich kann keine Tiere malen.“ Am Ende überzeugte Wegener, Kuczkas frühere Nachhilfe-Lehrerin, die 16-Jährige aber doch, die Illustrationen für das Buch zu zeichnen. „Sehr nah am Original“, so lautet das Urteil der Tierliebhaberin. Kuczka hat von allen Tieren Fotos bekommen und ihre tierischen Zeichnungen möglichst naturgetreu gestaltet.
Erschienen ist das Heft im Gütersloher Grüner Sinn-Verlag, der sich auf vegane und tierrechtliche Themen spezialisiert hat. Wegener hat den Verlag angeschrieben und mit Erfolg für ihr Projekt geworben. „Wir waren sofort Feuer und Flamme“, sagt Inhaberin Karolina Kelc. Für den veganen Verlag war es das zweite Kinderbuch-Projekt, zwei weitere sollen folgen. „Uns ist wichtig, dass sich Kinder mit dem Thema beschäftigen, damit die Empathie mit den Tieren nicht verloren geht“, betont Kelc. Wegeners Geschichte bringe Kindern „die Tierwelt der heutigen Zeit“ ein Stückchen näher und trage dazu bei, „dass sich Kinder mit Tieren identifizieren“ könnten."
Alina Wegener (Text) und Melina Kuczka (Zeichnungen): Wie Mathilda ein Zuhause fand. Grüner-Sinn-Verlag. ISBN: 978-3-9816299-4-1.

Und schrieb und schrieb an weißer Wand

Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand. Heinrich Heine

Warum Schreiben? Warum hast du ein Kinderbuch geschrieben? Warum schreibst du von deinen Tieren? Warum schreibst du alles auf, was du denkst, was du tust?
Schreiben bedeutet Heilung für mich. Heilung von dem Schmerz, den man erleben muss, wenn man all die Ungerechtigkeit in dieser Welt sieht.
Warum schreiben so viele Veganer und Tierschützer über ihre Arbeit mit Tieren, über vegane Rezepte, über ihre Weltanschauung? Wollen sie die Welt bekehren? Wollen sie missionieren? Warum schreibe ich über meine Tiere? weiterlesen

Khalil Gibran: Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.

 

Fangen wir chronologisch an. Im Februar fand der Umzug in mein neues Haus statt. Ich habe mehrfach davon berichtet, wie sehr ich mir dieses Haus mit dem riesigen Garten gewünscht habe. Ich war so glücklich, endlich meinen Traum verwirklichen zu können.
In den Osterferien folgten die Tiere. Meine Familie, vor allem mein Vater, und auch mein damaliger Partner und meine Tierschutzfreundin Kathi halfen mir bei der Umsetzung meiner Planung zur Weide und den Ställen. Ich muss gestehen, dass ich diese Planung bereits abgeschlossen hatte, noch bevor ich mich überhaupt auf Haussuche begab. Als ich dann schließlich das passende Haus und Grundstück fand, mussten diese Pläne natürlich adaptiert werden. In den dreiwöchigen Osterferien arbeiteten wir von früh morgens bis abends. Aber alles wurde letztlich perfekt und genau so, wie ich es geplant hatte.

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Herbst

 

Regenwetter im Herbst ist einfach ekelig. Gartenbesitzer kennen es. Gerade jetzt gibt es doch eigentlich so viel zu tun, aber bei dem Wetter setzt man nicht gern einen Fuß vor die Tür. Ich zumindest nicht. Und meine Schweine auch nicht. Berta und Isolde verbringen schon bei leichtem Nieselregen den Tag im Bett, kommen nur zum Fressen und auf Toilette gehen aus ihrem Stall heraus. Bereits vor dem ersten Frost habe ich ihren Stall neu mit Heu und Stroh eingestreut, damit sie sich daraus Kessel bauen können, in denen sie nun den ganzen Tag liegen. weiterlesen

Wie Hugo in mein Leben trat

 

Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie anstrengend eine kleine Katze sein kann. Hugo kam im Juni zu mir. Ich hatte ihn von einem Hof, auf den neue Eigentümer gezogen waren, die mehrere schwangere Katzen vom Vorbesitzer übernahmen. Aufgrund der fortgeschrittenen Schwangerschaften war an eine Kastration nicht mehr zu denken. Da ich zu dieser Zeit eine Partnerkatze für meine Feli suchte, schrieb man mich an und ich verliebte mich gleich in Hugos Foto. Ein kleines verschmustes und sehr anhängliches Katzenhäuflein kam dann vor 2 ½ Monaten zu mir und nun kann ich mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. weiterlesen

Sommer

 

Ahh, endlich wird es Sommer. Die meisten Menschen, und auch Tiere, lieben es, wenn die Temperaturen endlich etwas wärmer werden, die Sonne länger scheint und es nicht jeden Tag grau und regnerisch ist. Alles blüht und grünt. Für die Tiere ist auf den Wiesen viel Futter im Angebot.
Aber die erhöhten Temperaturen bergen auch Gefahren. Hundehaltern ist es längst bekannt, dass man sein Tier nichtmal bei frühlingshaften Temperaturen im Auto lassen sollte. Ich habe aber das Gefühl, dass viele Kaninchenhalter nicht so aufgeklärt sind. weiterlesen

Puuuh, es ist geschafft

Puuuh, es ist geschafft, die neue Weide und der Kaninchenauslauf sind gebaut. Ich hatte bereits einen Plan, wie ich alles bauen möchte, bereits bevor ich überhaupt das Grundstück gekauft hatte. Im Grunde habe ich mir bereits einen Plan gemacht, als ich beschloss, ein Haus zu suchen, also vor gut zwei Jahren.
Aber wie das mit Plänen so ist... beim Bau merkt man oft, dass einiges nicht so klappt, wie manes sich vorgenommen hatte. Vor allem wenn man alles mit seinem Vater baut, der sich viel besser im Handwerk auskennt als man selbst. Größtenteils haben wir uns aber an meine Vorgaben gehalten, was auch wichtig war, denn ich hatte bereits alle Materialien bestellt und entsprechende Anträge. weiterlesen

Mark Twain: Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben.

Wir haben ein Haus gefunden! Ich freue mich so unfassbar. Mein großer Traum ist wahr geworden. Wir werden Anfang Februar umziehen und in den Osterferien folgen hoffentlich alle meine Tiere. Zwei Jahre intensive Suche nach einem passenden Grundstück. Ich habe manchmal die Hoffnung schon aufgegeben.
Nun haben wir bald ein Haus mit einem 10.000qm großen Grundstück. Ich plane seit Wochen den Kaninchenauslauf, den Schweinestall und die Weide. Ich bin seit Wochen aufgeregt. weiterlesen

In your darkest hours, you’ll look around…

 

Neigt sich das Jahr dem Ende zu, blickt man naturgemäß noch einmal zurück und gedenkt der Tiere, die in diesem Jahr von einem gegangen sind und freut sich über jene, die hinzugekommen sind. Die Momente des Abschieds bergen Momente des Willkommenheißens in sich. Natürlich ist man über jedes Tier traurig, das einen verlässt, doch kurz darauf folgt meist ein neuer Augenblick der Hoffnung, denn ein anderes Tier hat nun die Chance auf ein würdevolles Leben, außerhalb eines beengten Käfigs. weiterlesen

When I needed a hand I found your paw.

 

 

Menschen, die nichts mit dem Tierschutz zu tun haben, fragen mich manchmal, warum ich das alles eigentlich mache. Warum ich mir das „antue“. So viel Geld ausgeben, so viel Zeit investieren in meine Tiere. Warum ich nach meinem Studium nicht in der Großstadt geblieben bin, in der es für Akademiker eine viel größere Auswahl an Berufen gibt. Warum ich aufs Land zurück gezogen bin. Warum ich ausgerechnet Schweine halte, obwohl ich sie nicht essen will. weiterlesen

Franziskus von Assisi: Jedem Tier gebührt ein Leben in Würde. Wir müssen dafür die Voraussetzungen schaffen.

 

Kaum habe ich darüber geschrieben, was man bei seinen Tieren im Sommer beachten sollte, schon steht der Herbst vor der Tür. Im Grunde mag ich den Herbst mit seinen bunten Laubbäumen und der windigen, frischen Luft. Aber für die Tierhaltung ist er aufgrund seiner Feuchtigkeit nicht immer optimal. Manchmal ist es nasskalt und sehr regnerisch. Umso wichtiger ist es, dass ich meine Tiere wetterfest unterbringe.
Der Kaninchenauslauf ist sowieso überdacht. Aber an 3 von 4 Seiten nicht optimal wind- und wettergeschützt. Bei einem Neubau würde ich einige Dinge anders machen, z.B. für einen optimalen Wetterschtz sorgen. weiterlesen

Manfred Kyber: Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen.

Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.

Fast jedes Tier, das ich bisher aufgenommen habe, war bei seiner Ankunft krank. Und mit krank meine ich nicht, dass es so schlimme Fälle waren wie bei meinen beiden Schweinen Berta und Isolde, die mit starker Untertemperatur und generalisierten Infekten zu mir kamen, sondern oft sind es Krankheiten, die der Vorbesitzer gar nicht bemerkt hat. Dahinter steckte meist gar kein boshaftes Inkaufnehmen, sondern schlichte Unkenntnis. Natürlich macht das die Sache für das Tier nicht besser. weiterlesen

Die Tatsache, dass es viel zu wenig Menschen gibt, die etwas für andere Menschen tun, ist kein Argument gegen die andere Tatsache, dass es noch viel weniger Menschen gibt,

die in irgendeinerweise das Bedürfnis verspüren, etwas für die Tiere zu tun. Götz von Langheim

Gerade zum Sommer liest man häufig Hinweise in sozialen Netzwerken, dass Hunde und Kinder nicht im (geschlossenen) Auto gelassen werden sollten, aber ich habe noch nicht viel zu anderen Tieren gefunden. Zumindest werden diese Informationen nicht so oft verbreitet. Deswegen schreibe ich heute etwas dazu. Sommer ist natürlich herrlich und meine Tiere empfinden das im Großen und Ganzen auch so. Die Kaninchen können auf der Wiese umherlaufen und sich an Löwenzahn und anderen Wiesenkräutern bedienen, die Schildkröten dürfen in den Außenteich und lassen sich den ganzen Tag über von der Sonne bescheinen und die Schweine stehen schon morgens um 4h auf und suchen die Weide nach Essbarem ab. weiterlesen

Neue Bleibe

 

Die meisten Menschen sind erstaunt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich einen kleinen, privaten Tierschutzhof mit etwa 30 Tieren habe. „Wie, alle in deiner Wohnung, auch die Schweine?“, fragen sie dann. „Ja“, sage ich immer, „die Schweine halte ich im Bad.“ Nein, natürlich nicht! Zu artgerechter Tierhaltung gehört natürlich viel Platz. Leider haben wir diesen Platz in unserer Wohnung nicht, wir wohnen zentral in der Stadt, ohne Balkon oder Garten. Die Tiere leben bei meiner Mutter auf dem Dorf, auf einem alten Hof. Jeden Morgen vor der Arbeit fahre ich zu ihnen und versorge sie. Am Wochenende habe ich zum Glück mehr Zeit. Aber das ist natürlich nicht meine Traumlösung. weiterlesen

Albert Schweitzer: Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.

 

Was für eine komische Woche! Letztes Mal habe ich noch geschrieben, wie ich meine beiden ersten Schweine zu uns holte und nun stelle ich die Nerven meiner Familie erneut auf die Probe. Ich fange mal ganz von vorne an. Es ist Sonntagabend. Ich bin eh schon aufgeregt, weil ich am nächsten Tag meine neue Arbeitsstelle beginne. Da bekomme ich eine Nachricht von einer Bekannten. Sie hat ein Frischling halbtot am Straßenrand gefunden, ob ich jemanden wüsste, der es aufnimmt. Aufregung vor dem neuen Arbeitsplatz ist vergessen, neue Aufregung setzt ein. Meine Reflexreaktion beim Anblick des Fotos: „Ich, ich, ich nehme sie!“ Dann setzt der Denkprozess ein und es wird ein: „Wir warten erst mal die Nacht ab, ob es überlebt.“ Es überlebte. weiterlesen

Bertrand Russell: Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierische.

Ich habe überlegt, dass ich auch mal über lustige Dinge schreiben sollte. Tierschutz hat zwar auch viele ernste und traurige Seiten, aber nichtsdestotrotz erleben wir mit unseren Tieren ja auch immer allerhand komische Dinge. Ich möchte also ein paar Anekdoten von meinen Schweinen aufschreiben. Meine ersten beiden Schweinedamen, die mittlerweile leider verstorben sind, hießen Frieda und Wilma. Eines Tages kam mir die Idee, dass ich Schweine aufnehmen möchte. Da meine Tiere noch bei meiner Mutter auf dem „Hof“ leben, musste ich sie also wohl oder übel darüber informieren. Ich wartete ab, bis der Freund meiner Mutter zu Besuch war (= bessere Laune) und meine Mutter bereits im Bett lag (= müde + reaktionsträge), um sie über mein Vorhaben in Kenntnis zu setzen. weiterlesen

Manfred Kyber: Wer für Wehrlose eintritt, darf kein Feigling sein.

Selbstvorwürfe. Kennt ihr das, wenn ein Tier stirbt oder krank ist und man die ganze Zeit grübelt, was man hätte anders machen können/ müssen? Mir geht es ganz oft so. Dadurch dass ich kranke, alte, aus Qualzucht entstandene Tiere aufnehme, habe ich häufig mit Krankheiten und Tod zu kämpfen. Und manchmal ganz unerwartet. Obwohl ich sagen muss, dass man mit den Jahren lernt, damit umzugehen, würde ich nicht sagen, dass ich mich daran gewöhnt habe. Manchmal gibt es auch besondere Fälle, in denen man sehr betroffen ist, weil man lange gekämpft und doch verloren hat. Ich glaube, solche Fälle kennen wir alle. Nur selten ist es einem Tier bei mir vergönnt an Altersschwäche zu sterben. weiterlesen

Peter Rosegger: Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du, das Tier hat Freude und Schmerz wie du, das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, das Tier hat ein Recht zu leben wie du.

Wenn ein Tier krank ist, scheint die Welt stillzustehen. So geht es zumindest mir immer. Anders lässt es sich schwer beschreiben. Man fühlt sich ohnmächtig, da man meist nur beschränkt helfen kann und ist den ganzen Tag in Gedanken bei seinem Schützling. Solche Momente sind recht häufig, wenn man ein Tier aus ehemals schlechter Haltung aufnimmt. Diese kommen meist nicht nur aus falscher Züchtung, sondern haben aufgrund schlechter Ernährung und Haltungsbedingungen seit Geburt an ein geschwächtes Immunsystem. Ich habe immer das Gefühl, dass ich besonders bei ihnen ganz genau schauen muss. weiterlesen

Artur Schopenhauer: Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.

Als ich zum Studieren wegzog, vermisste ich meine Tiere. Ich wusste zwar, dass sie durch meine Schwester gut vesorgt waren, aber ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen. Nun, in eine Ein-Zimmer-Wohnung ging das wohl kaum. Also überlegte ich mir, welches Tier ich dort gut halten könnte. Ich entschied mich für einen Hamster. Zwar wollte ich eigentlich kein Tier aus dem Zooladen kaufen, aber als ich die Gruppe Goldhamster in den kleinen Käfigen sah, überkam mich das Mitleid und ich tat es doch. Ich nahm Albert bei mir auf. Albert war ein geduldiger, lieber, ruhiger Hamster, der mir zeigte, wie er gern leben wollte. weiterlesen

Albert Schweitzer: Das Wenige, was du tun kannst, ist viel – wenn du nur irgendwie Schmerz, Weh und Angst von einem Wesen nimmst.

Ein Tier aus dem Tierschutz aufnehmen, stellt einen vor ganz besondere Herausforderungen. Hier ist es nicht so, dass man zum eingetragenen, fachverständigen Züchter geht, ein Tier mit Stammbaumherkunft kauft, das bereits tierärztlich durchgecheckt wurde, sondern man muss vieles beachten, auf das man vorher nicht hingewiesen wird. Die Frage, ob man überhaupt vom Züchter kaufen sollte, werde ich hier jetzt nicht diskutieren. weiterlesen

Franz Frank: Nehmt euch aller Tiere an, wo ihr sie nur leiden sehet, wo ein Unrecht an ihnen verübt wird! Setzt euch über Schimpf und Spott hinweg, den ihr dafür erdulden müsst!

 

Wenn man im Tierschutz-Bereich tätig ist, trifft man nicht nur eine Reihe interessanter Tierpersönlichkeiten, sondern auch eine Reihe neuer Menschen. Diese sind alle sehr unterschiedlich, aber je länger ich darüber nachdenke, desto leichter fällt es mir, sie grob in drei Kategorien einzuteilen. Ich beginne mit der Gruppe, die mir ehrlicherweise am liebsten ist: die Tierfreunde. Ich hatte damals einen Platz im Kaninchenauslauf frei und stellte eine Anzeige online. Kurz darauf bekam ich von jemandem eine E-mail. Ein Paar hatte ein Kaninchen vor dem Kochtopf bewahrt. Der Nachbar hatte sich wohl an der Kaninchenzucht versucht, konnte jedoch eines Besseren belehrt werden und so wurden die Kaninchen freigekauft. weiterlesen

Émile Zola: „Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen.“

Berta und Isolde sind zwei viatnamesische Wildschweine. Wir haben sie vor 2 ½ Jahren im Herbst zu uns geholt. Wie so häufig steckte auch diese Erfahrung voller Herausforderungen. Ich stand vor einer Entscheidung, die mir und, ich vermute, vielen anderen Tierschützern, sehr schwer fällt, der Entscheidung „Nein“ zu sagen. Ich fange ganz von vorn an. Nachdem meine beiden geliebten Schweine Frieda und Wilma im Frühjahr verstorben waren, entschied ich mich nach einigen Monaten dazu, zwei neue Schweine aufzunehmen. weiterlesen

Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für das Tier

Wenn ich an den Tag denke, an dem ich Knut zu mir geholt habe, dann werden mir immer ganz besonders die Entscheidungen bewusst, die man als Tierschützer/in zu treffen hat. Knut ist ein deutscher Riese und im letzten Sommer zu mir gekommen bzw. ich bin zu ihm gekommen. Als wir ihn abholten, war er ca. drei Monate alt und schon ziemlich groß. Er saß, abgetrennt von den anderen Kaninchen, in einem kleinen dunklen Stall, der in einer alten Scheune stand. Über, neben und unter ihm waren andere Ställe, so wie man sie von alten Bauernhöfen kennt, mit anderen Kaninchen. Da war die Entscheidung, die ich treffen musste. Wen nehme ich? weiterlesen