Schlachten und Schächten

Pressemeldung des Bundesverband Tierschutz e.V. zum geplanten Schlachthof in Neuss

Schächten ist in Deutschland grundsätzlich verboten

Moers, den 18.12.2015: Wie die NGZ Neuss am 17. Dezember 2015 berichtete, gibt es Pläne, einen seit 2004 still gelegten Schlachthof wieder in Betrieb zu nehmen. Der gebürtige Perser Amir Baharifar betreibt seit Ende Oktober auf dem Schlachthofgelände eine Metzgerei, in der Halal-Fleisch verkauft wird, und möchte nun in der Schlachtanlage Tiere schächten.
Der Investor müsste eine veterinärrechtliche Genehmigung beantragen und einen Bauantrag für die Wiedergenehmigung des Schlachthofes bei der Stadt Neuss. Doch Amir Baharifar hat beide Schritte noch nicht getätigt; er lässt laut Medien vorab prüfen, ob ein neues Genehmigungsverfahren nötig sei oder es sich eben nur um eine Wiederinbetriebnahme des ruhenden Schlachthofes handelt.
Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) hat die Ankündigung des möglichen Investors zur Kenntnis genommen und verweist in diesem Zusammenhang auf das deutsche Tierschutzgesetz, das das Schächten von Tieren grundsätzlich verbietet. Es ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass das Schächtfleisch ausschließlich an Personen verkauft wird, denen der Glaube den Verzehr geschächteten Fleisches zwingend vorschreibt.
Doch gerade diese Voraussetzung sieht der BVT in der Realität als nicht gegeben an. Es kann nicht garantiert werden, dass das geschächtete Fleisch ausschließlich an Verbraucher muslimischen Glaubens abgegeben wird. Im Gegenteil könne es sein, dass Menschen das Schächtfleisch ohne Kenntnis der Hintergründe kaufen würden.
Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten.

Pressekontakt:
Bundesverband Tierschutz e.V.
Dr. Jörg Styrie
Geschäftsführer
0172 / 4769539

BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ fordert illegale „Hinterhof-Schlachtungen“ anlässlich des Opferfestes „Kurban Bayrami“ zu unterlassen

Berlin, 23.09.2015: Vom 24. September bis 27. September 2015 findet weltweit als Abschluss des Fastenmonats Ramadan das Opferfest „Kurban Bayrami“ statt. In Gedenken an den Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern, ist nach islamischen Ritus jeder wirtschaftlich besser gestellte Muslime aufgerufen,  während dieser Zeit ein Schächtopfer zu bringen. Geopfert werden in der Regel Schafe und Rinder. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden.

Obwohl  in Deutschland das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten ist und nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden darf,  wenn besondere religiöse Vorschriften ein Schächten zwingend vorschreiben, ist mit illegalen Schächtungen zum Opferfest  zu rechnen.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ  appelliert daher dringend an die Behörden, insbesondere auch in der Würdigung der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel, keine Genehmigungen zum Schächten zu erteilen, die Kontrollen zu verschärfen und Missachtungen des Schächtverbotes konsequent zu ahnden.

Selbst von maßgeblichen islamischen Religionsautoritäten wird eine „In-Ohnmacht-Versetzung” der Tiere durch eine reversible Elektrobetäubung als absolut religionskonform angesehen. Es besteht daher kein Grund, betäubungslos zu schächten.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hat großen Respekt vor anderen Kulturen und Religionen, er fordert aber die 3,3 Millionen Mitbürger islamischen Glaubens auf, geltende deutsche Gesetze zu respektieren und keine Schächtungen vorzunehmen.
Zugleich weist der Tierschutzverband darauf hin, dass Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis 25.000 Euro, bestraft werden können.

Tierschutzschlachtverordnung

Fische und Krebstiere kommen bei Tierschutzinitiativen in der Regel immer zu kurz. Neuere Forschungsergebnisse zeigen aber, daß diese Tiere durchaus Schmerzen empfinden können und erstaunliche kognitive Fähigkeiten haben. Die Tierschutzschlachtverordnung soll in absehbarer Zeit novelliert werden. Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt, diese neuen Forschungsergebnisse ins Tierschutzrecht umzusetzen? Wir haben an den Minister geschrieben und fordern die Abgabe lebender Krebstiere an den Endverbraucher sowie die Vermarktung lebender Speisefische zu verbieten, da sie gravierende Tierschutprobleme darstellen.

 

Weiterlesen können Sie hier.

Zum Welttierschutz am 4. Oktober

BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ fordert: keine illegalen „Hinterhof-Schlachtungen“ am islamischen Opferfest

Berlin, 2. Oktober 2014: Es ist eine Ironie des Schicksals, dass zeitgleich zum Welttierschutztag am 4. Oktober die diesjährigen Feierlichkeiten zum islamischen Opferfest „Kurban Bayrami“ (4. – 7. Oktober) beginnen. Das Opferfest findet weltweit als Abschluss des Fastenmonats Ramadan statt. Es erinnert an den Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern.

 

Im Rahmen dieses Festes ist jeder wirtschaftlich besser gestellte Muslim aufgerufen, ein Schächtopfer zu bringen. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden. Dadurch soll erreicht werden, dass die Tiere vollständig ausbluten. Geopfert werden in der Regel Schafe und Rinder.

 

Obwohl in Deutschland das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten ist und nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden darf, wenn besondere religiöse Vorschriften ein Schächten zwingend vorschreiben, ist wie in jedem Jahr wieder mit illegalen Schächtungen zum Opferfest zu rechnen.

 

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ appelliert daher dringend an die Behörden, insbesondere auch in der Würdigung der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel, keine Genehmigungen zum Schächten zu erteilen. Auf der Grundlage bestehender Gerichtsurteile hat die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schlachten nach § 4a Abs. 2 Nr. 2 des Tierschutzgesetzes strengsten Prüfkriterien zu unterliegen. Der Verband fordert auch, die Kontrollen zu verschärfen und Missachtungen des Schächtverbots konsequent zu ahnden.

 

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hat großen Respekt vor anderen Kulturen und Religionen, er fordert aber die 3,3 Millionen Mitbürger islamischen Glaubens auf, geltende deutsche Gesetze zu respektieren und keine Schächtungen vorzunehmen.

Zugleich weist der Tierschutzverband darauf hin, dass Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis 25.000 Euro, bestraft werden können.

Betäubungsloses Schächten

Der Bundesverband Tierschutz fordert:

 

Tierrechte müssen vor der Religionsfreiheit stehen!

Vielleicht sind Ihnen im Supermarkt schon Produkte, besonders aber Fleischwaren, aufgefallen, die einen fremd anmutenden Stempel tragen? Darin der Schriftzug „Halal“, das im Arabischen „das Zulässige, das Erlaubte“ (türkisch: Helal) bedeutet. Um als rein zu gelten, müssen die Erzeugnisse bestimmten Kriterien beim Herstellungsprozess gehorchen. Im Judentum werden solche Produkte als „koscher“ bezeichnet.

Betäubung des Schlachttieres – erlaubt oder verboten?
Eine Geflügelsalami, Hähnchenbrust oder Lammbraten gelten Muslimen und Juden dann als halal bzw. koscher, wenn das lebende (reine) Tier mit einem einzigen Messerschnitt durch die Luft- und Speiseröhre geschlachtet wurde. Doch wie muss es sterben? Bei vollem Bewusstsein, wie es das Judentum und der Islam vorschreiben (bzw. der Koran diesbezüglich von einigen Rechtsgelehrten interpretiert wird) – oder betäubt, wie es die westliche Kultur praktiziert, um den Schlachttieren weitestgehend Schmerz und Leid zu ersparen?
Tierschutz contra Religionsfreiheit – um diese Kontroverse geht es seit Jahren, nicht nur in Deutschland. Während gläubige Muslime und Juden das rituelle Schächten mit ihrer Religion begründen, fordern Kritiker, unter ihnen die Bundestierärztekammer und der Bundesverband Tierschutz, aus Tierschutzerwägungen ein rigoroses Verbot nach dem Vorbild Schwedens.
Innerhalb der Europäischen Union ist das Schächten von unbetäubten Tieren derzeit in Schweden, den Niederlanden und seit kurzem auch in Dänemark verboten. Der Beitrittskandidat Island gestattet es ebenfalls nicht und außerhalb der EU die Schweiz, Liechtenstein und Neuseeland nicht. Tierrechte, begründete der dänische Landwirtschaftsminister den von Muslimen heftig kritisierten Schritt, stünden in seinem Land vor der Religion, die Religionsfreiheit nicht über dem Tierrecht!
Anders als die Religionsgemeinschaften behaupten, erdulden die geschächteten Tiere bei vollem Bewusstsein Schmerzen und Todesqualen. Darüber hinaus widerlegen Fachleute seit langem, dass ein vollständiges Ausbluten des Tieres nicht von seiner Betäubung abhängt. Das rückstandslose Ausbluten wird als Hauptgrund von gläubigen Muslimen und Juden angeführt, Tiere auch heute noch betäubungslos schächten zu müssen. Im Islam und Judentum ist der Verzehr von Blut verboten, entsprechend gilt nur unblutiges Fleisch als rein.

Wie sieht die Gesetzeslage in Deutschland aus?
Das Schächten ohne Betäubung ist in Deutschland grundsätzlich verboten; das Tierschutzgesetz untersagt zwar das Schlachten von unbetäubten Wirbeltieren (§4 Tierschutzgesetz), lässt aber in eng gefassten Grenzen auch Ausnahmen zu. Dass diese Ausnahmen aus religiösen Gründen zulässig sind, hat das Bundesverfassungsgericht am 15. Januar 2002 in seinem „Schächturteil“ festgelegt. Demnach dürfen religiöse Gemeinschaften eine Ausnahmeregelung beantragen, wenn ihnen ihr Glaube zwingend den Verzehr von betäubungslos geschächteten Tieren vorschreibt.
Die Karlsruher Richter argumentierten damals, dass die verfassungsgemäße Religions- und Glaubensfreiheit (Art. 4 GG) uneingeschränkt gewährleistet sein müsse. Aber wie vertrug sich die Ausnahmeregelung mit dem nur wenige Monate später zum Staatsziel erhobenen Tierschutz (Art. 20a Grundgesetz)? Gar nicht, befanden viele mit dem Thema befasste Juristen, Tierärzte, der Bundesverband Tierschutz und andere Tierschutzorganisationen.

Wann wird die Ausnahmeregelung erteilt?
Als ein türkischer Metzger aus Hessen nach islamischem Ritus Tiere betäubungslos schächten wollte, löste er mit seinem Antrag auf Erteilung einer Ausnahmeregelung erneut einen Prozess aus, den das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 23. November 2006 entschied.
Dass der Tierschutz mittlerweile Verfassungsrang habe, urteilten die Richter, bedeute nicht, dass keine Ausnahmeregelung für das Schächten ohne Betäubung erteilt werden könne. Der Staat habe dafür Sorge zu tragen, dass beide Güter – der zum Staatsziel erhobene Tierschutz und die betroffenen Grundrechte – gleichermaßen ihre Wirkung entfalten könnten.
Um dem Tierschutz Genüge zu tun, sind die Genehmigungen an strenge Auflagen gebunden: So müssen die Antragsteller u.a. nachweisen, dass sachkundige Personen die Tiere schächten, die Tötung in einem registrierten Schlachthof erfolgt und der Ablauf durch das zuständige Veterinäramt überwacht wird. Belegt werden muss außerdem, dass das Fleisch ausschließlich an Menschen bestimmter Glaubensgemeinschaften abgegeben oder verkauft wird, deren Religion ihnen den Verzehr betäubungslos geschächteter Tiere zwingend vorschreibt.

Hohe Dunkelziffer geschächteter Tiere ?
Zum muslimischen Opferfest (Kurban Bayrami) werden weltweit Hunderttausende Tiere an den heiligen Pilgerstätten geschächtet. Traditionell wird ein männliches Schaf geopfert, ersatzweise auch Ziegen und Kühe.
So gehen die meisten Anträge auf Erteilung einer Ausnahmeregelung in Deutschland vor diesem wichtigen Fest ein. Nach Auskunft der Bundesländer wurden 2012 nur in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (insgesamt sechs) Anträge gestellt. Hessen genehmigte alle eingegangenen Anträge, Niedersachsen einen, die beiden anderen Länder lehnten sie ab.
Die Bundestierärztekammer verweist allerdings auf die weitaus höhere Dunkelziffer illegal geschächteter Tiere in Deutschland in Deutschland hin. Wie viele Tiere in Hinterhöfen, Kellern, Garagen, auf verlassenen Grundstücken und Balkonen geschächtet werden, könne nur vermutet werden.

Fleischimporte geschächteter Tiere nach Deutschland
In Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten herrscht insofern eine paradoxe Gesetzeslage, als das betäubungslose Schlachten zwar im Grundsatz verboten, der Import von Fleisch aus rituellen Schächtungen aber gestattet ist. Die Bundestierärztekammer hat mehrfach darauf hingewiesen, dass zum Beispiel Frankreich und Belgien in großem Umfang und weit über den Bedarf religiöser Gemeinden im Land hinaus schächten.
Das Fleisch aus solchen Produktionen wird u.a. auch nach Deutschland exportiert und kommt undeklariert in die Kühltruhen der Supermärkte – eine klare Verbrauchertäuschung, wie der Bundesverband Tierschutz argumentiert. Fleisch von Tieren, die ohne Betäubung geschlachtet wurden, lehnen die meisten Verbraucher kategorisch ab. Und doch kann es passieren, dass sie, ohne es zu wissen, derartiges Fleisch kaufen oder in Kantinen, Gaststätten und Restaurants vorgesetzt bekommen. Darum fordert der Bundesverband Tierschutz eine Kennzeichnung von allen Fleisch- und seinen Nebenprodukten aus betäubungslosen Schächtungen.

Halal-Produkte – ein Wirtschaftsfaktor mit hohem Wachstumspotential
Schon vor Jahren bezeichnete der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels Halal-Produkte als wichtigen Pfeiler der Wirtschaft. Ein Hauptgrund ist das prognostizierte Anwachsen der muslimischen Bevölkerung in Europa. Derzeit leben zwischen vier und fünf Millionen Muslime in Deutschland. Der Umsatz mit Halal-Produkten soll 2010 bei ca. 65 Milliarden Euro (weltweit=ca. 670 Milliarden Dollar) gelegen haben.
Inzwischen gibt es im deutschen Einzelhandel eine Vielzahl Halal-konformer Produkte – von Fleischwaren über Käse ohne tierische Enzyme bis zu Babynahrung, Gewürzen, Kaffee, Keksen und Gummibärchen ohne Schweinegelantine, außerdem Kosmetika und Pharmazeutika.
Halal-Produkte müssen von Zertifizierern kontrolliert werden. Da es bislang keine einheitlichen Halal-Standards bzw. eine übergeordnete Aufsicht für ein gemeinsames Prüfsiegel gab, ist der Markt an Halal-Zertifizierern in Deutschland groß – und inhomogen. Bei der Frage der tierschonenden Betäubung vor der Schächtung gibt es auch hier keine Einigkeit: Die Einen fordern weiterhin das rituelle Schächten des Tieres bei vollem Bewusstsein, für andere steht die Kurzzeitbetäubung nicht im Widerspruch zu den Religionsvorschriften.

Warum das betäubungslose Schächten ein qualvoller Tod ist
Das rituelle Schächten eines Tieres erfolgt mit einem speziellen Messer (scharf, schartenfrei). Der Schnitt durch die Halsunterseite wird ohne Unterbrechung bei dem (überstreckt auf dem Rücken liegenden) Tier durchgeführt. Dabei werden die großen Blutgefäße der Luft- und Speiseröhre durchtrennt, um ein rückstandsloses Ausbluten zu erreichen. Nach 2-15 Sekunden soll auf diese Weise ein Schaf kollabieren, ein Rind nach 10-14 Sekunden.
Namhafte Institutionen widerlegen diese Angaben jedoch. Die Bundestierärztekammer, das Eidgenössische Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), das Beratungs- und Schulungsinstitut für einen schonenden Umgang mit Zucht- und Schlachttieren in Schwarzenbeck (Schleswig-Holstein) und selbst gläubige Muslime wie Prof. Dr. Tarmer Dordurka (Universität Istanbul, Fakultät für Veterinärwesen) weisen nach Besichtigungen in Schächthöfen (u.a. in Besancon, Frankreich und kanadische Schlachthöfen) Folgendes nach:
Bis die geschächteten Tiere ihr Bewusstsein verlieren, können sie nicht mehr atmen, weil sie das ausströmende Blut in die Bronchien und Lungen saugen
Die Hauptschlagader kann durch ein Blutgerinnsel oder durch das Zusammenziehen der Arterienwände wieder verschlossen werden. Dann wird der Blutverlust gestoppt. Videos zeigen Rinder, die noch sechs Minuten nach dem Halsschnitt versuchten, aufzustehen, die Augen weit aufrissen, stöhnten und durch den Raum torkelten, bis sie zusammenbrachen
Der gesamte Ablauf der rituellen Schächtung ist ein Akt der Gewalt, der die Tiere in Höchstpanik versetzt: Sie werden hingeworfen, festgehalten (und oder gefesselt), auf den Rücken gedreht und der Kopf überstreckt, damit der Schnitt gesetzt werden kann

Für mehr Tier- und Verbraucherschutz
Der Bundesband Tierschutz lehnt das Schächten ohne Betäubung als Tierquälerei ab. Er fordert die Bundesregierung auf, das Tierschutzgesetz entsprechend zu ändern und das rituelle Schächten grundsätzlich zu verbieten. Ausnahmen dürfen selbst aus religiösen Gründen nicht mehr möglich sein.
Überfällig ist außerdem die Kennzeichnung von Fleisch und seinen Nebenprodukten aus ritueller Schächtung. Verbraucher müssen klar erkennen können, aus welcher Produktion das Lebensmittel stammt, das sie kaufen. Undeklariertes Fleisch von betäubungslos geschächteten Tieren darf es im Sinne eines Verbraucherschutzes nicht geben!
Kurzinfos
↔ Der Koran schreibt das Schächten ohne Betäubung nicht zwingend vor; er untersagt (ebenso im Judentum) nur den Verzehr bereits verendeter Tiere und von Blut
↔ Die muslimische Gemeinde diskutiert den Aspekt der tierschonenden Betäubung sehr kontrovers: Während ein Teil auf der rituellen Schächtung beharrt, spricht für das Islamische Zentrum in München nichts gegen eine Ruhigstellung des Tieres, wenn diese nicht zur Tötung führt
↔ Die Forderung nach einer Kurzzeitbetäubung wird auch von Reformjuden erhoben; Hanna Rheinz, jüdische Kulturwissenschaftlerin und Gründerin der Initiative „Jüdischer Tierschutz“ tritt seit langem in ihren Schriften dafür ein
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hebt hervor, dass staatliche Verbote des Schächtens keinen Verstoß gegen die Religionsfreiheit darstellen

Moralischer Absturz: Junge Liberale fordern Aufhebung des Schlachtverbotes von Hunden und Katzen

Berlin, 14.11.2013: Was zunächst wie ein verfrühter Aprilscherz erscheinen mag, scheinen die Jungen Liberalen tatsächlich ernst zu meinen: Auf Antrag der JuLis Sachsen-Anhalt wurde auf dem Bundesdelegiertenkongress ein Tagesordnungspunkt unter dem Titel „Schlachtverbote aufheben – Auch Hunde kann man essen“ aufgenommen.  Zur Begründung führen die Jungliberalen an, dass das Schlachtverbot „lediglich durch merkwürdige Moralvorstellungen zu erklären“ sei. „Vielmehr stellt dieses Verbot eine Diskriminierung anderer Kulturen dar, in denen Fleisch der genannten Tiere als Delikatesse gilt.“
Wer politisch in die Bedeutungslosigkeit abgesunken ist muss scheinbar alle Register ziehen, um wieder medial wahrgenommen zu werden. Anders ist diese absurde Forderung der Jungen Liberalen nicht zu verstehen, kommentiert der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ die Forderung der Jugendorganisation der FDP. Der Imageschaden, den die „Jungen Wilden“ der FDP  zugefügt haben, bleibt sicher überschaubar, denn wirklich ernst kann diese Partei niemand mehr nehmen.

BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ fordert illegale „Hinterhof-Schlachtungen“ anlässlich des Opferfestes „Kurban Bayrami“ zu unterlassen

Berlin, 10. Oktober 2013: Vom 15. bis 18. Oktober findet weltweit das Opferfest „Kurban Bayrami“ statt. In Gedenken an den Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern, ist nach islamischen Ritus jeder wirtschaftlich besser gestellte Muslime aufgerufen,  während dieser Zeit ein Schächtopfer zu bringen. Geopfert werden in der Regel Schafe und Rinder. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden.

Obwohl  in Deutschland das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten ist und nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden darf,  wenn besondere religiöse Vorschriften ein Schächten zwingend vorschreiben, ist mit illegalen Schächtungen zum Opferfest  zu rechnen.
Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ appelliert daher dringend an die Behörden, insbesondere auch in der Würdigung der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel, keine Genehmigungen zum Schächten zu erteilen, die Kontrollen zu verschärfen und Missachtungen des Schächtverbotes konsequent zu ahnden.

Selbst von maßgeblichen islamischen Religionsautoritäten wird eine „In-Ohnmacht-Versetzung” der Tiere durch eine reversible Elektrobetäubung als absolut religionskonform angesehen. Es besteht daher kein Grund, betäubungslos zu schächten.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hat großen Respekt vor anderen Kulturen und Religionen, er fordert aber die 3,3 Millionen Mitbürger islamischen Glaubens auf, geltende deutsche Gesetze zu respektieren und keine Schächtungen vorzunehmen.
Zugleich weist der Tierschutzverband darauf hin, dass Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis 25.000 Euro, bestraft werden können.

Bundesverband Tierschutz e.V. zum Schächturteil
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mit seiner Entscheidung vom 23. November 2006 aus Sicht des Bundesverband Tierschutz den Sinn der Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung unterlaufen. [weiter...]

 

Schächten in Deutschland
Das muslimische Opferfest „Kurban Bayrami“ fand auch in diesem Jahr, trotz massiver Proteste der Tierschützer Ende Januar, oftmals unter grausamen Bedingungen statt. [weiter...]