Nerz hinter Gittern – Nerzfelle sind ein überflüssiges Luxusprodukt. Man kann sich auch ohne Pelz elegant und warm kleiden (Foto: Archiv)

„Pelztiere“: langsam mahlen die Mühlen
Bundesrat beschließt Haltungsvorgaben für Tiere, die zur Pelzgewinnung gehalten werden

Mehrere Jahre lag der fast fertige und viel diskutierte Entwurf zu einer Pelztierhaltungs-Verordnung in den Schubladen der Bundesministerien. Nun wurde er beschlossen und wird bald in Kraft treten, was längst überfällig ist, um noch Schlimmeres zu verhindern. Aber die Verordnung entspricht bei weitem nicht dem, wofür Tierschützer gekämpft haben. Nerze dürfen immer noch auf Drahtgitter gehalten werden, und viel zu lang sind die Übergangsfristen von 10 Jahren! Selbst Anträge von Hessen und Rheinland-Pfalz auf eine Verkürzung dieser Fristen auf 5 Jahre wurden nicht berücksichtigt. Doch wird Bewegung in die Lager der Pelztierhalter kommen. Einem Fuchs werden drei Quadratmeter zugestanden, einem Nerz und einem Iltis je ein Quadratmeter Grundfläche. Schon allein durch diese Maße werden sich die Produktionskosten für die Halter so erhöhen, dass die Pelzgewinnung in Deutschland hoffentlich bald unrentabel wird. Damit wäre jedenfalls in Deutschland dem Tierschutz gedient.

Auch die EU setzt Zeichen
Die EU-Kommission will den Import, Export und Verkauf von Katzen- und Hundefellen für die EU verbieten. Damit reagiert sie auf den Widerstand der EU-Verbraucher gegen den Handel mit diesen Fellen. Die Verordnung sieht eine Harmonisierung entsprechender Rechtsvorschriften in den einzelnen Mitgliedstaaten vor. Dementsprechend sollen Herstellung, Vermarktung sowie Ein- und Ausfuhr von Katzen- und Hundefellen für die EU in jeder Form untersagt werden. Auch ein Informationsaustausch zwischen den Ländern soll eingerichtet werden. Üblicherweise werden die Felle zurzeit nicht als solche deklariert oder als synthetische Felle und sonstige Arten von Fellen getarnt, was nun unterbunden werden soll. Die überwältigende Mehrheit dieser Felle stammt aus Drittländern, insbesondere China, wo die Zucht dieser Tiere wegen ihrer Felle üblich ist.

Auch im Handel wird umgedacht
Die Warenhausketten Kaufhof und Peek & Cloppenburg streichen Pelzmäntel und -jacken aus ihrem Sortiment. Auch Kleidungsstücke mit Echtpelzkragen oder Pelzapplikationen soll es in den 140 Kaufhof-Filialen nicht mehr geben. Die aktuellen Warenbestände der Wintersaison würden noch abverkauft, so die Firmenleitung. Ab 2007 werde Kaufhof aber keine Pelze mehr ordern. Ähnlich hat es Peek & Cloppenburg vor. Wir begrüßen die Entscheidung und werden verfolgen, ob sich die Unternehmen an ihre Aussagen halten.

Ganz konsequent verhält man sich bei der Marke Polo Ralph Lauren. Nachdem der New Yorker Modedesigner Ralph Lauren die Videodokumentationen über die Haltung und Tötung von Füchsen, Nerzen und Marderhunden zur Pelzproduktion in China gesehen hatte, entfernte er seine Kollektion mit Pelzbordüren aus den Verkaufsregalen. Die 1400 Jacken überlässt er dem Schweizer Tierschutzverein für dessen Pelzsammelaktion zugunsten Not leidender Hirtenfamilien in der Mongolei. Seit zwei Jahren bietet der Verein Menschen, die aus Gewissensgründen ihren Pelzmantel oder -kragen nicht mehr tragen oder aufheben wollen, die Möglichkeit, sich von diesem Stück zu trennen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Die Pelze werden in Streifen geschnitten und in der Mongolei zu traditionellen Wintermänteln umgearbeitet und an hilfsbedürftige Hirtenfamilien verteilt. Damit finden die Pelzmäntel wenigstens einen sinnvollen Gebrauch.

Wer seinen Mantel oder andere Kleidungsstücke mit Pelzbesatz an dieses Projekt geben möchte, kann sich an unsere Geschäftsstelle wenden.

Dr. Christiane Gothe

 

Leider befinden sich schon heute die weltweit größten Pelzerzeugungsstätten in China. Der Markt dort boomt. Große Nachfrage kommt aus Russland. Letztlich wird nur der Verbraucher entscheiden, ob und wie es mit der Quälerei von Fuchs, Nerz, Hund, Katze und anderen weitergeht.



Firma Lips Mode
Pfeilstraße 39-43
50672 Köln

Ihre Einladung für Freitag, den 29. September 2006

Sehr geehrte Damen und Herren,

über Ihre Einladung zu „Lips Special Days“ bin ich entsetzt! Sie werben unter anderem für Pelze und versprechen eine „zauberhafte Pelz-Rose als Präsent“.

Sie werden wissen, welch unglaublichen Qualen Pelztiere in sogenannten Pelzfarmen ausgesetzt sind, in denen sie in kleinsten Käfigen auf Drahtböden größte Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und erhebliche Leiden und Schmerzen ertragen müssen. Niemand kann in der heutigen Zeit behaupten, hiervon nichts zu wissen. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass ich aufgrund Ihrer Einladung mit der Werbung für Pelz ganz gewiss Ihr Geschäft nie wieder betreten werde.

Bitte nehmen Sie mich sofort aus dem Verteiler für Ihre Werbebroschüren heraus. Falls Sie dem nicht Folge leisten sollten, würde ich, nachdem Sie nun wissen, dass ich keinerlei Werbung von Ihrem Haus mehr wünsche, andernfalls einstweiligen Rechtsschutz in Anspruch nehmen.

In der Hoffnung, dass Ihre Werbeveranstaltung, insbesondere was die Präsentation von Pelzen angeht, auch im Übrigen wenig Resonanz findet, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Astrid Funke Rechtsanwältin