Schweine

Thüringens Betriebe starten Pilotprojekt: Ferkel sollen Ringelschwänze behalten

 

 

14 Betriebe beteiligen sich in Thüringen an einem Pilotprojekt. Die Landwirte testen, ob sie auf das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln verzichten können. Dafür bieten sie ihren Tieren mehr Platz und Beschäftigung und erhalten im Gegenzug vom Land eine Bezuschussung, ähnlich wie es derzeit in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen praktiziert wird.

 

Den Presseartikel dazu können Sie hier lesen.

Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark) mit 36.000 Plätzen genehmigt – Bankrotterklärung der Landesregierung an den Tierschutz

Berlin, 27.06.2013: Mit Bedauern und Entsetzen hat der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ auf die Entscheidung des Landesumweltamtes in Potsdam reagiert, die umstrittene Schweinemastanlage in Haßleben mit 36.000 Tierplätzen zu genehmigen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung habe ergeben, dass die zu erwartenden Immissionen in den rechtlich zulässigen Vorgaben lägen, somit habe ein Genehmigungszwang bestanden, so die Behörde. Auch die verantwortlichen Landesminister Tack (Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz; DIE LINKE) und Vogelsänger (Infrastruktur und Landwirtschaft; SPD) wollten scheinbar die Anlage politisch nicht verhindern. Sie berufen sich auf die „fachliche Entscheidung“ ihrer Behörde. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ befürchtet, dass die Genehmigung als Signal für weitere Mega-Mastanalgen verstanden werden könnte. Neben den weitreichenden Umweltproblemen durch Emissionen, Geruchsbelästigungen und der Problematik der Entsorgung der riesigen Güllemengen sind solch große Tierhaltungsanlagen mit dem Tierschutzgedanken unvereinbar. Mehrere Gutachten haben belegt, dass durch die Intensivtierhaltung auf Vollspaltenböden massive Gesundheitsbeeinträchtigungen für die Tiere verbunden sind, so dass die Anforderungen nach § 2 des Tierschutzgesetzes nicht erfüllt sind. Da die Behörde in Potsdam keinen sofortigen Vollzug ihrer Genehmigung veranlasst hat, könnten weitere Klagen eine aufschiebende Wirkung haben. Tier- und Umweltschutzverbände werden nun prüfen, welche Strategien gefahren werden können, um die tierquälerische Schweinemastanlage in Haßleben doch noch zu verhindern.

Mega-Schweinemastanlage in Haßleben stoppen

Liebe Tierfreunde,

die Albert-Schweitzer-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative "Kontraindustrieschwein" am Samstag, den 15. Juni 2013, einen Eil-Appell an die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack ins Leben gerufen. Wenn sie nicht eingreift, wird die Inbetriebnahme der Mega-Anlage für 37.000 Schweine in Haßleben in den nächsten Tagen genehmigt.

Haßleben hat sich über die letzten neun Jahre zum Symbol des Widerstands gegen den Bau von Tierfabriken entwickelt.

Deshalb ist es aus Sicht des Tierschutzes doppelt wichtig, alles zu unternehmen, um die Inbetriebnahme zu verhindern.

Bitte unterstützen und verbreiten Sie den Appell zur Verhinderung der Mega-Schweinemastanlage.

Den Link finden Sie unter
https://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-helfen/petitionen/eil-appell-hassleben

Holländische Supermärkte setzen auf „nachhaltiges“ Schweinefleisch

DEN HAAG, 23.05.13: Die niederländischen Supermarktketten werden ab dem Jahr 2015 ausschließlich Schweinefleisch aus nachhaltiger Erzeugung anbieten. Das haben der Lebensmitteleinzelhandelsverband (CBL), der Verband der Schlachtunternehmen (COV) und der Bauernverband (LTO) vereinbart. Wie der CBL mit Blick auf die geplanten Kriterien mitteilte, sollen dann Mastschweinen 25 % und Ferkeln 50 % mehr Platz als bisher zur Verfügung stehen. Daneben solle das Kupieren der Schwänze weitgehend vermieden und das Abschleifen der Zähne verboten werden. Ferner dürfe der Transport der Tiere nicht länger als sechs Stunden dauern. Darüber hinaus müssten die Ferkel länger als bisher bei der Sau bleiben, und zwar durchschnittlich 28 Tage. Auch soll auf die Kastration männlicher Tiere bereits ab 2014 verzichtet werden. Außerdem sei geplant, das Trinkwasser für die Tiere strenger zu kontrollieren, um Erkrankungen noch besser vorzubeugen. Schließlich solle der Antibiotikaeinsatz bis 2015 gegenüber 2009 um 70 % verringert werden und nur noch nach einer entsprechenden Diagnose erfolgen.

 

Die niederländische Tierschutzorganisation Dierenbescherming begrüßte das Vorhaben, mit dem in zwei Jahren ein Tierschutzniveau erreicht werde, das den Anforderungen des eigenen Programms „Besser Leben“ mit einem von drei möglichen Sternen entspreche.

Text: AgE

Konzernchef Tönnies rät Landwirten zu Korrekturen in der Schweinemast

Surwold 15.05.2013: Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Tönnies Fleisch, Clemens Tönnies, rief  bei einem Fachgespräch des CDU-Kreisverbandes Aschendorf-Hümmli Schweinehalter zum Umdenken auf.
Um den Mastschweinen mehr Platz zu bieten, sollte die Tiere zukünftig die Möglichkeit bekommen, einen Auslauf aufzusuchen. Mit dieser Idee sei er zwar in seiner „landwirtschaftlichen Abteilung“ auf eine Reihe von Vorbehalten gestoßen, so Tönnies, aber „es müssen Lösungen gefunden werden bei denen auch mal um die Kurve gedacht werden muss.“ Zugleich forderte er die Schweinehalter auf, auf das Kastrieren der Eber zu verzichten. Dies sei doch Tierquälerei, so die Bewertung des Konzernchefs.
Und noch eine Empfehlung gab Tönnies den Schweinehaltern mit auf den Weg. Eindringlich mahnte er die Produzenten, Luftwäscher in die Ställe einzubauen. Das erhöhe die Akzeptanz in der Bevölkerung. „Es wird Ihnen hinterher auf die Füße fallen, wenn Sie nicht etwas gegen den Geruch machen.“ Das sei zwar eine Mehrbelastung, aber dennoch gut investiertes Geld.
Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ begrüßt die Forderungen des Fleischkonzern-Chefs Clemens Tönnies nach einem Umbau der Schweinehaltung auf mehr Tier- und Umweltschutz. Eine Schweinehaltung auf Stroh und mit begrenztem Auslauf können mittelständisch-bäuerliche Strukturen viel besser als große Agrarfabriken umsetzen. Würden die errechneten Mehrkosten von ca. 20 € je Schwein durch höhere Vermarktungspreise kompensiert, wäre dies ein wichtiger Schritt, um den Tierschutz voran zu bringen und die bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland zu stärken.

Tierquälerei in der Schweinehaltung an der Tagesordnung

Berlin, 13. Februar 2013: In der Sendung Frontal21 | ZDF vom 12. Februar 2013 wird bestätigt, was der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ e.V. seit langem anprangert: Die Schweinehaltung in Deutschland missachtet den Tierschutz!

 

In der Sendung wurden Filmaufnahmen aus Ferkelerzeugerbetrieben gezeigt, die bestätigen, dass Sauen entgegen den geltenden Bestimmungen des Tierschutzgesetzes teilweise immer noch in Kastenständen gehalten werden, die seit dem 1. Januar 2013 verboten sind. Die Kastenstände sind kaum größer als zwei Quadratmeter und engen die Bewegungsmöglichkeiten der Tiere maximal ein. Viele Schweine leiden unter diesen Haltungsbedingungen und zeigen massive Verhaltensstörungen wie Stangenbeißen.

 

Dass eine solche Haltung tierschutzwidrig ist, erkannte auch die EU. Sie erließ eine Vorschrift, die besagt, dass Sauen vier Wochen nach der Besamung in Gruppen mit deutlich mehr Platz gehalten werden müssen. Um den Landwirten Zeit zu geben, entsprechende Umbauten vorzunehmen, wurde eine Übergangsfrist von 12 Jahren eingeräumt. Nach aktuellen Zahlen haben aber nur 73 Prozent der deutschen Landwirte ihre Ställe umgebaut.

 

Deutschland droht nun ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission mit entsprechenden Strafzahlungen. EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg sagte im Agrarrat in Brüssel: „Die Nichtumsetzung der neuen Tierschutzrichtlinie zur Schweinehaltung ist ein glasklarer Verstoß gegen EU Gesetze.“ Die Kommission werde nicht zögern, gegen die Mitgliedsländer vorzugehen, die gegen die Regeln verstoßen.“ Neben Deutschland haben vor allem Frankreich, Portugal und Zypern die Regelungen zur Schweinehaltung nicht eingehalten

 

Die Sendung steht in der Mediathek zur Verfügung:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/460

 

Sauenhaltung in Kastenständen seit Januar 2013 verboten – Umsetzung Fehlanzeige

Januar 2013: Seit Anfang des Jahres 2013 ist die überwiegende Sauenhaltung in Kastenständen EU-weit verboten. Bisher war es üblich, Mutterschweine während der gesamten Zeit der Trächtigkeit von 16,5 Wochen in engen Kastenständen zu halten. Es handelt sich hierbei um einen engen Käfig, in dem die Sauen nur liegen und fressen können. Die Bewegung ist maximal eingeschränkt, selbst ein Umdrehen ist den Tieren nicht möglich. Diese Form der Haltung diente der Arbeitswirtschaftlichkeit des Landwirtes, lief aber den Ansprüchen der Tiere nach artgerechter Bewegung zuwider. Aus Tierschutzgründen wurde folgerichtig diese Haltungsform mit einer Übergangsfrist von 11 Jahren zum 1. Januar 2013 verboten. Nach den Regelungen der Tierschutznutztierhaltungsverordnung und der EU-Richtline zur Haltung von Schweinen ist die Haltung in Kastenständen nur noch in den ersten vier Wochen der Trächtigkeit zulässig, danach müssen die Tiere bis ca. eine Woche vor dem Abferkeltermin in Gruppen gehalten werden.

Mehr als 13 Millionen Sauen könnten EU-weit von dieser Regelung profitieren, wenn sich die Schweinehalter rechtzeitig auf die neue Haltungsanforderung eingestellt hätten. Doch ähnlich wie bei dem Verbot der Käfighaltung von Legehennen haben zahlreiche Mitgliedstaaten die rechtlichen Anforderungen ignoriert. Nach offiziellen Angaben haben 14 EU-Staaten die neue Rechtslage nicht umgesetzt. Dies betrifft neben Deutschland auch Belgien, Zypern, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien und die Niederlande. Eine Entschuldigung für die Nicht-Umsetzung der Anforderungen gibt es nicht, denn die Übergangsfrist war mit 11 Jahren reichlich bemessen.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ e.V. hat Bundesministerin Ilse Aigner aufgefordert, dafür zu sorgen, dass deutschlandweit das Verbot der Haltung in Kastenständen umgesetzt wird und den Anforderungen des Tierschutzes Rechnung getragen wird.

 

Aktuelles zum Schwein
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Schmerzhafte Eingriffe: Ferkelkastration
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Weiteres Problem: Salmonellen flächendeckend
Die Verbreitung der Salmonellen in den Ställen wurde über viele Jahre hinweg unterschätzt. Neueste Untersuchungsergebnisse sind alarmierend [weiter...]