Puten

Firma "Kartzfehn"  betreibt Tierquälerei im großen Stil

Ende November stallte die Firma Kartzfehn in einem ehemaligen Rinderstall in Burglehn bei Lübben die ersten 17.500 Puten von geplanten 53.500 Puten ein. Bei den Tieren handelt es sich um Elterntiere, deren Aufgabe es ist, möglichst viele Eier zu legen. Aus diesen werden dann Küken erbrütet, die wiederum als Masttiere in Deutschland und Europa verkauft werden.

In der Haltung unterscheidet sich diese Elterntierhaltung kaum von denen der Masttiere.  2 bis 3 Tiere teilen sich die Fläche eines Quadratmeters. Bei der Größe der Tiere bedeutet dies qualvolle Enge. Kein Platz zum Laufen, kein Platz zum Flügelausstrecken, kein Platz zum ungestörten Ruhen. Und natürlich auch keine Möglichkeit Sitzstangen aufzusuchen, denn diese gibt es in den Ställen nicht. Von Beschäftigungsmaterial oder sogar Auslauf in einen Wintergarten oder sogar ins Frei ganz zu schweigen. Natürlich sind auch diese Tiere, wie die Masttiere, schnabelkupiert. Diese, für jedes einzelne Tier mit erheblichen Schmerzen verbundene Maßnahme soll verhindern, dass sich die Puten aus Stress durch gegenseitges Bepicken schwere Verletzungen zufügen. Nach dem Tierschutzgesetz ist das Kupieren der Schnäbel nur im Einzelfall erlaubt, keinesfalls als prophylaktische Maßnahme, um die Tiere an die Haltungsbedingungen anzupassen.  Alle diese tierschutzrelevanten Eingriffe in das Wohlbefinden der Tiere werden wohlwissentlich verschwiegen. Verschwiegen wird auch, dass die Puten zuchtbedingt zur natürlichen Fortpflanzung nicht mehr fähig sind. Statt der  Befruchtung durch einen Hahn werden die Hennen künstlich besamt. Aufgrund der angezüchteten Fleischmassen sind die Tiere zur Kopulation nicht mehr fähig. Ein Auswuchs der Züchtung, der deutlich macht, in welche unnatürliche Richtung sich die industrielle Tierhaltung bewegt.

Lassen wir uns keinen Traumsand in die Augen streuen, uns nicht von falschen Argumenten blenden. Mit artgerechter Haltung hat diese Putenhaltung nichts gemein. Für die Region stellt diese Massentierhaltung keinen Mehrwehrt dar. Im Gegenteil: die wenigen neu geschaffenen Arbeitsplätze werden mit Billiglohnarbeitern besetzt werden und die Region wird mit massiven Umweltbeeinträchtigungen zu kämpfen haben. Beim Ausbringen des Stallmistes hilft keine noch so ausgetüftelte Abluftanlage. Ganz zu Schweigen von dem LKW-Verkehr der notwendig sein wird, das Futter heranzuschaffen, die Bruteier zu transportieren, die Tiere abzutransportieren. Gegenwehr gegen solche Anlagen ist dringender denn je.

Bundesverband Tierschutz e.V.

Weihnachtsbraten Pute?

 

Gerade gesundheitsbewusste Verbraucher greifen lieber zu Geflügel, besonders Putenfleisch steht hoch im Kurs. Für die Tiere bedeutet das neben der Intensivierung ihrer Haltung eine besonders gnadenlose Selektion auf hohe Mastleistungen. Um große Schnitzel zu erhalten, hat man die Bemuskelung der Brust so unnatürlich gesteigert, dass Mastputen heute nicht mehr in der Lage sind, sich auf natürliche Weise fortzupflanzen. Sie müssen künstlich besamt werden.

Ein wilder Truthahn erreicht mit 26 Wochen sein Endgewicht von 7 kg, die Brustmuskulatur macht dann etwa 14 Prozent des Körpergewichts aus. Hähne der in Europa gängigen Mastputen erreichen in nur 22 Wochen 19,5 kg, und bis zu 28 Prozent des Gewichts besteht aus Brustmuskeln. Auch bei Puten kann die Skelettentwicklung nicht mehr Schritt halten. Mit zunehmendem Alter und Gewicht zeigen immer mehr Tiere Verkrüppelungen der Beine, die bis zur totalen Bewegungsunfähigkeit reichen. Solche Tiere können sich kaum noch artgerecht verhalten, sind in den Rangkämpfen mit ihren Artgenossen chancenlos und werden tot gepickt. Um dieses so genannten Kannibalismus’ Herr zu werden, greifen Putenerzeuger zu der umstrittenen Methode des Schnabelkürzens mit Laserstrahlen oder rot glühenden Drähten – ohne Betäubung. Tierschutzrechtlich zulässig wäre allenfalls das Kürzen der Hornspitze des Schnabels. Nachteil: Sie wächst innerhalb weniger Wochen nach, die Prozedur müsste mehrfach wiederholt werden. Ein Blick in Putenställe zeigt; Nicht nur das Schnabelhorn, auch Knochen und Nervenstränge werden amputiert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere dadurch bis an ihr Lebensende Schmerzen leiden.

 

 

Solche Probleme spielen für die British United Turkeys, Europas bedeutendster Putenzuchtorganisation, keine Rolle. Ihr Zuchtziel lautet unverdrossen: Weitere Steigerung von Wachstumsgeschwindigkeit und Mastendgewicht. Nach bislang noch unbestätigten Informationen steht eine schnelle Patentierung für die Putenmast bevor: Mit Hilfe von Viren soll der genetische Bauplan für Rinderwachstumshormon in das Erbgut von Mastputen eingeschleust werden, um die Gewichtszunahmen weiter zu steigern. Die geschilderten Beispiele erfüllen nach Meinung von Experten längst den Tatbestand der Tierquälerei.

Der §11 b Abs. (1) des Deutschen Tierschutzgesetzes spricht dazu eine klare Sprache: „Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei der Nachzucht, den bio- oder gentechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.“

Der Haken an dem Paragrafen: Er wird bislang nicht auf Nutztiere angewandt; die dafür notwendigen Rechtsverordnungen werden vom Bundeslandwirtschaftsministerium seit Jahren verschleppt. Bislang fehlt offenbar der nötige Handlungsdruck, weil die meisten Verbraucher nicht wissen oder nicht wissen wollen, was sich hinter verschlossenen Stalltüren abspielt.

Auszugsweise Ch. Kossin / A. Tacke


Verzichten Sie deshalb auf den traditionellen Putenbraten aus quälerischer Haltung zu Weihnachten und in Zukunft!

 



Putenhaltung –
artgerecht im Freiland!