Die guten ins Töpfchen, die schlechten ...

Foto: Aus „Dierbaar“, Jan van Ijken

Ganz gleich in welcher Haltung eine Legehenne lebt: für jede musste bereits kurz nach dem Schlupf ein männliches Küken sterben. Die Entwicklungen in der Eierproduktion, die Zucht auf die enormen Zuwächse an Legeleistung, führten dazu, dass es für die männlichen Küken aus dieser Zucht keine Verwendung mehr gab und gibt. Ihre Physiognomie macht eine Mast unrentabel, zumal parallel zur Zucht auf Eierproduktion eine andere Zucht allein auf extreme Mastleistung stattfindet. Seit mehreren Jahrzehnten werden daher allein in Deutschland jedes Jahr etwa 40 Millionen Tiere allein aufgrund ihres Geschlechts getötet. Kurz nach dem Schlupf werden die männlichen Küken auf ein Fließband gesetzt, das sie geradewegs in den Tod befördert. Sie fallen in eine Tonne, in der sie geschreddert werden oder giftige Gase atmen.





Dieses routinemäßige Töten gesunder Tiere ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen ist mit unserem Tierschutzgesetz in keiner Weise vereinbar. Ein „vernünftiger Grund“, wie ihn das Gesetz fordert, ist nicht vorhanden, und doch geschieht es Tag für Tag. In den letzten Jahren ist der öffentliche Druck auf die Geflügelindustrie gewachsen, doch ein Ende dieses sinnlosen Tötens ist nicht in Sicht. Denn: Die Politik rührt sich nicht. Unterstützen Sie unsere Arbeit, helfen Sie den Tieren, indem Sie protestieren. Jede Stimme zählt!

Viele, viele bunte Eier Osterzeit ist Eierzeit.

Eier werden gefärbt, ausgeblasen, kunstvoll bemalt und verziert, gekocht oder in Kuchen verbacken. Der Eierverbrauch steigt drastisch an, um so wichtiger ist es, beim Kauf der Eier auf deren Kennzeichnung zu achten. Tierschützer, Tierfreunde, verantwortungsbewusste Käufer greifen nicht zum „Ei mit der 3“! Die bunten, gekochten Party-Eier stam- men fast ausschließlich aus Käfigen. Doch was verbirgt sich in diesen Tagen hinter der 1, der Kennziffer für Freilandhaltung? Als Vorsorgemaßnahme gegen den Erreger der Vogelgrippe gilt für Deutschlands Geflügel seit einigen Wochen die Stallpflicht. Kurzum: Freilandhaltung gibt es zurzeit in Deutschland nicht. Die Legehennen sind in den zu jeder Freilandhaltung gehörenden Ställen aufgestallt. Bis auf Weiteres. Wohl dem Tierhalter, der zusätzlich zur obligatorischen Stalleinrichtung so genannte Wintergärten vorhält. Als Wintergarten bezeichnet man überdachte, eingezäunte Außenbereiche, die direkt an den Stall angrenzen und von den Hennen sehr gerne angenommen werden.

 

 

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ setzt sich derzeit nachhaltig dafür ein, dass solche Wintergärten obligatorisch für jede Freilandhaltung werden. Sie sind ein guter Kompromiss für Zeiten der offiziell angeordneten Stallpflicht, denn sie bieten Schutz und gleichzeitig z.B. durch Tageslicht und Außenklima wichtige Vorzüge gegenüber der reinen Stallhaltung. Ob Stall mit oder ohne Wintergarten, die Eier werden weiterhin als Freilandeier verkauft. Das ist nach den Vermarktungsnormen für Eier für bestimmte Zeiträume und Situationen zulässig. Dann, so fragt sich der kostenbewusste Verbraucher, kann man ja gleich Eier aus Bodenhaltung kaufen, zumal diese meist etwas günstiger im Preis sind. Doch bitte bedenken Sie, dass die gegenwärtige Situation für die Freilandhalter ohnehin schwierig ist. Sinkt die Nachfrage, verschlimmert sich die Lage zusätzlich, sodass man um das Überleben der Landwirte fürchten muss, die mit so viel Engagement und hohem finanziellen Aufwand tierfreundliche Systeme betreiben wollen. Schon erheben sich die Stimmen derer, die die Stallpflicht für die nächsten Jahre fordern. Das wäre das Aus für die Freilandhaltung in Deutschland. So düster wollen wir nicht in die Zukunft blicken!

Um vorzubeugen, sollten alle Haltungen mit ausreichend großen Wintergärten versehen sein. Als wäre die Lage nicht bereits schwierig genug, fällt die Politik den Hennen in den Rücken. Die Koalition beabsichtigt das für den 1. Januar 2007 vorgesehene Verbot der Käfighaltung aufzuweichen. Übergangsfristen sollen verlängert und modifizierte Käfige zugelassen werden. Wir haben solche Käfige als Prototypen mehrfach besichtigt. Sie unterscheiden sich allesamt kaum von den bisherigen Käfigen. Argumentiert wird damit, dass Deutschlands Käfighalter anderenfalls gegenüber den anderen EU-Staaten benachteiligt seien. Alleingänge wolle man nicht. Sehr viel mehr Mut ist dem Tierschutzaktionsplan der EU zu entnehmen, in dem ausdrücklich betont wird, man wolle höhere Tierschutzstandards setzen und diese auch in den Welthandel einbringen! (Lesen Sie dazu Seite 9.) Bald wird in Deutschland über die Käfighaltung entschieden.

Bitte protestieren Sie! Die Zeit drängt!

Dr. Christiane Gothe