Enten

Entenhaltung –  ohne Wasser geht es nicht!

Von der Vielzahl der Entenrassen haben in Deutschland nur die Pekingenten und die Moschusenten wirtschaftliche Bedeutung für die Schlachtentenproduktion. Irreführender Weise wird die Moschusente auch Flugente genannt, obwohl sie zu keiner Zeit ihres kurzen Lebens die Möglichkeit zum Fliegen gehabt hat, denn sowohl Pekingenten als auch Flugenten werden heutzutage üblicherweise in intensiver Stallhaltung ohne Flugmöglichkeit gemästet. , in der kein Raum zum fliegen ist. Dennoch schreckt man nicht davor zurück, ihnen kurz nach dem Schlupf die Flügel bis zu einem Drittel der Gesamtfläche zu kürzen.

Üblicherweise werden Pekingenten, ähnlich wie Puten und Masthähnchen, zumindest auf dem Stallboden mit Einstreu gehalten. Flugenten hingegen müssen ihr 12-16 Wochen währendes Lebens auf Drahtgitterrosten zubringen. Während dieser Zeit drängen sich 7 bis 11 Tieren pro Quadratmeter Stallfläche über ihrem eigenen Kot. Eine artgerechte Bewegung ist ihnen nicht möglich, da die Gitterböden zumeist schon nach wenigen Tagen durch die Exkremente verdreckt und somit glitschig geworden sind. Damit sich die Enten nicht aus Langeweile gegenseitig die Federn ausreißen wird auch ihnen der Oberschnabel gekürzt. Die Schnäbel sind aber bis an die Spitze mit Blutgefäßen und Nerven versehen. Das Kupieren ist somit ein Eingriff in lebendes Gewebe und nach dem Tierschutzgesetz verboten. Dennoch ist ein solcher Eingriff üblich. In vielen Fällen werden den Tieren auch noch zusätzlich Teile der Zehenkrallen abgeschnitten, damit sie sich bei den hohen Besatzdichten nicht gegenseitig verletzen.

 

Es ist verwunderlich, dass derartig gepeinigte Tiere noch Gewichtszunahmen zeigen. Etwa 10 % der Tiere überstehen diese Torturen nicht. Sie sterben im Gedränge. Die verwesenden Kadaver werden meist erst beim Ausstallen der Tiere gefunden. Diese Todesrate ist aber bereits bei der „Produktivitätsberechnung“ berücksichtigt.

 

Für eine artgerechten Haltung von Enten bedarf es zum einen eines täglichen Auslaufs und zum anderen einer Bademöglichkeit, denn nicht umsonst gehören die Enten zum Wassergeflügel.

 

Niedersachsen hat die Tierschutzprobleme bei der Haltung von Enten erkannt und im Jahr 2013 einen Erlass herausgegeben, mit dem die Haltungsanforderungen auf ein höheres Tierschutzniveau angehoben wurden. Wichtigste Änderung ist das Verbot des routinemäßigen Kupierens des Schnabels und das Verbot des Abschneidens der Krallen ab 2014.  Zudem werden auch bessere Haltungsbedingungen vorgeschrieben.  Demnach muss etwa die Besatzdichte bei fehlendem Gesundheitskontrollprogramm deutlich reduziert werden. Ein altersangepasstes Wasserangebot zur Gefiederpflege wird vorgeschrieben, ebenso Einstreu und Beschäftigungsmaterial. So könne man „auf den tierschutzwidrigen Eingriff des Schnabelkürzens“ verzichten. Niedersachsen werde damit „Vorreiter beim Tierschutz für Enten“, so Minister Meyer.