Exoten

Aus Tierschutzaspekten ist die immer mehr in Mode kommende Haltung von Exoten, insbesondere von Reptilien äußerst bedenklich.

Zum Einen handelt es sich – je nach Tierart - oftmals um Wildfänge, zum anderen kann eine Haltung in menschlicher Umgebung nur äußerst selten artgerecht erfolgen. Schlangen, Leguane und andere Echsen können sich in den üblicherweise nicht sehr großen Terrarien nicht ausreichend bewegen. Auch ihre Anspüche an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, UV-Licht, artgerechte Ernährung, usw. können nur im geringen Maße befriedigt werden. Folge sind Krankheiten der Haut und des Skelettes.

Ein Problem ist in dieser Hinsicht auch, dass die zukünftigen Halter meist über die endgültige Größe des jung angeschafften Tieres keine Vorstellung haben. So werden in so gut wie jedem Zoohandel kleine Wasserschildkröten angeboten, die aber ausgewachsen in einem handelsüblichen Aquarium keinesfalls ausreichend Raum zur Verfügung haben. Folge dieses Missstandes ist, dass immer mehr dieser exotischen Tiere von ihren überforderten Besitzern ausgesetzt werden.

In den Bereich der exotischen Tiere fallen z.B. auch die Chinchillas, welche immer öfter angeboten werden. Selten wird dabei aber bedacht, dass sich die Bedüfnisse dieser Tiere erheblich von denen der hier heimischen Nagetiere unterscheiden, so dass sie ein tristes Leben ohne ausreichend Bewegung, das artgerechte Futter und das für sie so wichtige Sandbad führen.



Wenn Reptilien aus der Mode kommen

Am Dienstag den 18.08.15 wurde das Team der Tierhilfs- und Rettungsorganisation e.V. (THRO), von einem Mitarbeiter des Amtes für Umwelt in Offenburg, telefonisch darüber informiert, dass sich in Goldscheuer (bei Offenburg) in der Nähe eines Kieswerkes eine Schlange befände.
Zwei Angestellte der THRO machten sich mit Handschuhen und Schlangenhaken gerüstet auf den Weg und fanden das Tier zusammengerollt im hohen Gras vor einem kleinen Häuschen.
Das offensichtlich nicht heimische Tier versuchte zu fliehen, bevor es mit Hilfe des Schlangenhakens fixiert und per Hand in eine sichere Transportbox umgesetzt werden konnte.

Bei der ca. 1,70m langen Schlange handelte es sich um eine etwa drei Jahre junge Boa Constrictor. Sie hatte großes Glück, so schnell gefunden zu werden, da bei dem derzeitig eher launischen Wetter, die Gefahr an einer Lungenentzündung zu erkranken für solch einen Wärme liebenden Exoten sehr groß ist. Nun befindet sie sich in der Obhut der Tierhilfs- und Rettungsorganisation e.V., wo sie sich in einem großen Terrarium aufwärmen und von dem Stress des „Freiganges“ erholen darf.
Ob es ihr so erging, wie den unzähligen Wasserschildkröten, welche unüberlegt gekauft und dann an Seen und Sümpfen ausgesetzt wurden und sich dort nun vermehren, oder ob sie ihrem Besitzer buchstäblich über den Kopf gewachsen ist, versucht die THRO jetzt heraus zu finden.
Möglicherweise ist sie auch ein Opfer der Urlaubszeit, wie die vielen Hunde, die im Sommer von ihren herzlosen Besitzern irgendwo angebunden und zurückgelassen werden.
Leider unterschätzen manche Menschen wohl die enormen laufenden Kosten, welche bei der Haltung von Reptilien entstehen oder sie verdrängen, dass eine Boa Constrictor mit ihrer Körperlänge rasch die drei Metermarke erreicht.

Tierhilfs- und Rettungsorganisation e.V.
Werderplatz 3
77743 Neuried-Ichenheim

Reptilien und Exoten als Haustiere
Schlangen, Geckos, Chamäleons, Echsen, Schildkröten, Vogelspinnen und andere exotische Haustiere sind faszinierende Geschöpfe. Ihre bizarren Körperformen, die teilweise leuchtenden Farben und das interessante Verhalten ziehen verständlicherweise viele Menschen in ihren Bann. [weiter...]