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Tiere im Testament

 

Eine Pressemitteilung aus England sorgte für Aufregung unter einigen Tierbesitzern und veranlasste sie, in unserer Geschäftsstelle Näheres zu erfragen. Die Pressemitteilung berichtet über einen Kater, der in London das Haus und Vermögen einer Witwe, seines Frauchens, geerbt hat. Kater "Tinker" darf sich fortan in "seinem" Haus nach Herzenslust verwöhnen lassen.

Eine solche Nachlassregelung ist in Deutschland nicht möglich. Aber es besteht ohne Zweifel auch in unserem Land die Möglichkeit, für das Wohlergehen des geliebten Tieres nach dem eigenen Ableben zu sorgen. Tiere sind in Deutschland "Rechtsobjekte" die vererbt werden - aber nicht erben können. Nach § 1922 BGB sind nur Personen (auch so genannte juristische Personen in Form von Gesellschaften oder Vereinen) erbberechtigt; Tiere sind hingegegen nach § 90 a BGB zwar keine Sachen, auf sie sind jedoch die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden.

Wer also testamentarisch einem Tier ein Geldvermögen, ein Wohnrecht oder einen Gegenstand zukommen lassen möchte, muss eine natürliche oder juristische Person als Erben einsetzen, und zwar mit entsprechenden Auflagen zugusten des Tieres. Die Sache hat allerdings einen Haken, denn im Gesetz fehlen zwingende Regelungen zur Durchsetzung von Auflagen. Es ist mit einem Risiko verbunden, einem Verwandten, dem Tierschutzverein oder der Kirche sein Hab und Gut zu vererben, ohne sich abzusichern. Wer sicherstellen möchte, dass für ein Tier wirklich in seinem Sinne gesorgt wird, muss einen Testamentsvollstrecker (z.B.Anwalt) einsetzen.
Dieser kann gemäß § 2203, § 2208 BGB die Vollziehung einer Auflage oder eines Vermächtnisses verlangen und notfalls einklagen. Dafür müssen Sie natürlich eine Vergütung einberechnen.

Aber wenn Sie sichergehen wollen, sollte an dieser Stelle nicht gespart werden. Bedenken Sie also in erster Linie einmal die Zuverlässigkeit des möglichen Erben: Können Sie sich darauf verlassen, dass er Ihre testamentarischen Anordnungen vollzieht? Ist er außerdem als Halter Ihres Tieres geeignet, und wird er seine zukünftigen Pflichten gewissenhaft erfüllen? Wenn Sie Zweifel hegen, schauen Sie sich bessser nach einer anderen Möglichkeit um oder sichern Sie sich mit einem Testamentsvollstrecker ab. Beachten Sie bei der Höhe eines zu vererbenden Geldbetrages, dass Erbschaftsteuer anfällt. Wenn Sie genau wissen wollen, wie viel für Ihr Tier übrig bleibt, sollten Sie sich den Steuerbetrag von einem Finanzberater ausrechnen lassen.

"Günstiger" ist es, eine als gemeinnützig anerkannte Organisation einzusetzen (z. B. Ihren Bundesverband Tierschutz e. V.), denn hierbei entfällt die Steuer, und die Sorge für Ihr Tier liegt in fachkundigen Händen.

Grundsätzlich kann jeder sein Testament selbst erstellen und aufbewahren. Wichtig: Das Testament muss insgesamt handschriftlich verfasst sein oder Sie müssten zum Notar gehen. Ferner sollten Sie das Testament jedoch sicherheitshalber beim Amtsgericht hinterlegen. So kann es im Todesfall nicht auf "mysteriöse" Weise verschwinden.

Eine noch einfachere Regelung könnte so aussehen, dass der Bundesverband Tierschutz e. V. unmittelbar als Erbe bestimmt wird. Bei Zweifelsfragen stehen Ihnen unser Vizepräsident, Rechtsanwalt Dr. Rolf Lenzen, gerne zur Verfügung. Über unser Tierschutztelefon 02841-25244 können Sie die Telefonnummern erhalten.