Pressemeldungen 2015

Bundesverband Tierschutz fordert Verbot von Pferdedroschken in Berlin

Berlin, 29. Dezember 2015. Nach dem erneuten Unfall mit einer Pferdedroschke am Pariser Platz bekräftigt der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) seine Forderung nach einem Verbot der Pferdefuhrwerke.
„Der Vorfall am 27.12.2015, bei dem ein Kind leicht verletzt und ein Auto beschädigt wurde, macht wieder einmal deutlich,  dass Pferdekutschen in einer Millionenmetropole wie Berlin nichts zu suchen haben und tatsächlich auch zur Lebensgefahr für Mensch und Tier werden können", sagt Dr. Jörg Styrie. Der Geschäftsführer des BVT verweist auf die zum Teil sehr gefährlichen Unfälle, die regelmäßig durch übermüdete, gestresste und in Panik geratene Droschkenpferde in den vergangenen Jahren in europäischen Großstädten verursacht wurden.  
Der BVT fordert schon lange ein Verbot von Pferdekutschen in Berlin. "Die Situation für die eingesetzten Pferde ist unhaltbar", führt Dr. Styrie aus. Die Tiere würden durch zu lange Einsätze sowie das Laufen auf dem Asphalt inmitten des dichten Verkehrs körperlich und nervlich überfordert. Hinzu kämen neben der ständigen Belastung durch Lärm und Abgase lange Standzeiten in der prallen Sonne.
 "Zusätzlich verzeichnen wir in diesem Jahr mehr eingeleitete Ordnungswidrigkeiten gegen die Fuhrwerksbetreiber als im Vorjahr", so der BVT-Geschäftsführer. Zu ihnen zählen nicht eingehaltene Pausenzeiten, mangelhaftes Tränken und Füttern, nicht behandelte Wunden und Scheuerstellen und vieles mehr.
Unter diesen Umständen sei ein Verbot von Pferdekutschen in Berlin mehr als überfällig. 

Pressemeldung des Bundesverband Tierschutz e.V. zum geplanten Schlachthof in Neuss

Schächten ist in Deutschland grundsätzlich verboten

Moers, den 18.12.2015: Wie die NGZ Neuss am 17. Dezember 2015 berichtete, gibt es Pläne, einen seit 2004 still gelegten Schlachthof wieder in Betrieb zu nehmen. Der gebürtige Perser Amir Baharifar betreibt seit Ende Oktober auf dem Schlachthofgelände eine Metzgerei, in der Halal-Fleisch verkauft wird, und möchte nun in der Schlachtanlage Tiere schächten.
Der Investor müsste eine veterinärrechtliche Genehmigung beantragen und einen Bauantrag für die Wiedergenehmigung des Schlachthofes bei der Stadt Neuss. Doch Amir Baharifar hat beide Schritte noch nicht getätigt; er lässt laut Medien vorab prüfen, ob ein neues Genehmigungsverfahren nötig sei oder es sich eben nur um eine Wiederinbetriebnahme des ruhenden Schlachthofes handelt.
Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) hat die Ankündigung des möglichen Investors zur Kenntnis genommen und verweist in diesem Zusammenhang auf das deutsche Tierschutzgesetz, das das Schächten von Tieren grundsätzlich verbietet. Es ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass das Schächtfleisch ausschließlich an Personen verkauft wird, denen der Glaube den Verzehr geschächteten Fleisches zwingend vorschreibt.
Doch gerade diese Voraussetzung sieht der BVT in der Realität als nicht gegeben an. Es kann nicht garantiert werden, dass das geschächtete Fleisch ausschließlich an Verbraucher muslimischen Glaubens abgegeben wird. Im Gegenteil könne es sein, dass Menschen das Schächtfleisch ohne Kenntnis der Hintergründe kaufen würden.
Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten.

Pressekontakt:
Bundesverband Tierschutz e.V.
Dr. Jörg Styrie
Geschäftsführer
0172 / 4769539

Urteil bestätig: Landesjagdverband ist kein Tierschutzverein

Moers, 17.12.2015. Mit Genugtuung hat der Bundesverband Tierschutz e.V. als einer der klageberechtigten Verbände in Nordrhein-Westfalen das heute Urteil des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen aufgenommen, wonach bestätigt wurde, dass der Landesjagdverband kein Tierschutzverein ist. „ Das Ansinnen des Landesjagdverbandes, die Anerkennung als Tierschutzverein zu erzwingen, zeigt deutlich dessen Fehleinschätzung. Keinesfalls ist ein Verband, dessen Zielsetzung primär die Tötung von Tieren ist, als Tierschutzverein einzustufen. Wir freuen uns, dass das Gericht dies auch so sah“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz .

Die Jäger hatten gegen das Land Nordrhein-Westfalen geklagt, nachdem das Umweltministerium einen Antrag auf Anerkennung abgelehnt hatte. Das 2013 erlassene Gesetz stärkt die Beteiligungs- und Anhörungsrechte von anerkannten Tierschutzvereinen. Anerkannt sind derzeit acht Vereine, darunter auch der Bundesverband Tierschutz.

Massaker an Schwänen nicht hinnehmbar

Bundesverband Tierschutz fordert strengeres Jagdgesetz

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Berlin, 02.12.2015: Der Abschuss von 50 Schwänen in der Gemeinde Klausdorf (bei Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern) hat zu Recht zu einer Welle der Empörung geführt. Begründet wurde die Jagd durch landwirtschaftliche Schäden, die angeblich von den Schwänen verursacht sein sollen.

Der barbarische Akt verdeutlicht, dass bei vielen Jägern die Lust am Töten im Vordergrund steht und nicht die Bestandsregulierung, wie als Rechtfertigungsgrund von den Jägern angeführt. Seit langem ist klar, dass die Jagd als Form des Populationsmanagements nicht funktioniert, weil andere Vögel mittelfristig die freigeschossenen Plätze wieder einnehmen.

 

Die Bejagung hat keinen langfristigen Effekt und ist somit sinnlos. Nicht hinnehmbar ist, dass nach derzeitig geltender Gesetzeslage selbst die Polizei ein solches Treiben nicht unterbinden kann und tatenlos wieder abrücken muss, da Höckerschwäne zu den jagdbaren Tierarten gehören.

Ca. 600 Schwäne werden jährlich mit obiger Begründung abgeschossen. Mit diesem und ähnlichen Vorfällen muss endlich Schluss sein! Der Bundesverband Tierschutz nimmt diese aktuelle Bejagung zum Anlass, erneut die Novellierung der Jagdgesetzgebung zu fordern.Der Höckerschwan muss genauso wie viele weitere Tierarten aus dem Jagdgesetz herausgenommen werden. Die Politik ist nun gefordert, zügig zu handeln, damit sich solche sinnlosen Massaker nicht wieder holen können.

Übernahme von Tierschutzhunden aus dem Ausland

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"Betrug mit Tierschutzhunden" - Plusminus warnt vor unseriösen Geschäftemachern
Berlin, 12.11.2015: In dem am 11. November ausgestrahlten Magazin plusminus ( ARD, 21.45 Uhr) ging es unter anderem um die Aufnahme von Tierschutzhunden aus dem Ausland. Plusminus warnte vor einer unkritischen Kontaktaufnahme mit Einrichtungen, die vorgeben, gegen eine Vermittlungsgebühr Tierschutzhunde aus dem Ausland in gute Hände nach Deutschland vermitteln zu wollen. „Es ist grotesk, dass kriminelle Banden mit dem Leid der Straßenhunde zunehmend lukrative Geschäfte machen“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz. Oft kassieren die Betrüger die Vermittlungsgebühr, ohne dass der Hund jemals bei den neuen Besitzern ankommt oder die Tierfreunde erhalten ein schwerkrankes Tier.
Daher empfiehlt der Bundesverband Tierschutz, Hunde aus dem Ausland nur dann zu übernehmen, wenn die Seriosität der vermittelnden Organisation geklärt ist. Weitere Kriterien, die Interessenten unbedingt beachten sollten:
- Die Vermittlungsgebühr darf erst bei der Übergabe des Hunde gefordert/gezahlt werden,
- der Hund muss mindestens acht Wochen alt sein,
- der Hund muss alle notwendigen Impfungen erhalten haben, die korrekt im EU-Impfpass eingetragen wurden (fragen Sie vorab eine/n Tierarzt/Tierärztin, welche Impfungen der Welpe bekommen haben müsste)
- der Hunde muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein, dessen Nummer mit der im Impfpass übereinstimmt.
Unser Tipp: Wenn Sie sich unsicher hinsichtlich der Vorgehensweise der von Ihnen kontaktierten Organisation sind, zögern Sie nicht, sich bei Tierschutzorganisationen Rat zu holen.

Hier der Link zur Sendung von plusminus.

Nach der Giraffe Marius wird nun eine junge Löwin seziert                          Protest gegen dänischen Zoo - BVT kritisiert das Vorgehen scharf

Erinnern Sie sich an den Giraffenbullen Marius? Das gesunde, 18 Monate alte Tier wurde im vergangenen Jahr in einem dänischen Zoo getötet und vor Besuchern seziert. Die Tötung, die mit Inzuchtgefahr von der Zooleitung gerechtfertigt wurde, hatte zu einem europaweiten Proteststurm geführt - doch ungeachtet dessen wurde erneut im Februar 2015 ein junges Wildtier getötet. Nach neun Monaten musste eine Löwin sterben, weil der Zoo - wie im Falle des Giraffenbullen - keinen Platz hatte und sie nicht zur Zucht in Frage kam.
13.000 Unterstützer hatten in einer Online-Petition das öffentliche Sezieren der Löwin zu verhindern versucht. Aber der dänische Zoo in Odense stand und steht zu seinem Vorgehen, das er dies nach eigenen Aussagen als Bildungsauftrag ansieht und bereits seit über 20 Jahren praktiziert. Zum öffentlichen Sezieren am 15. Oktober hatte sich der Zoo besonders an Familien gewendet und sie eingeladen, zuzuschauen, "wie ein Experte das Tier aufschneidet und Herz, Lunge sowie andere Organe zeigt und beschreibt."
Nicht jeder teilt diese Einschätzung - im Gegenteil: Der wissenschaftliche Direktor des Zoos, Bengt Holst, hatte 2014 nach dem Tod und der öffentlichen Zerlegung des Giraffenbullen sogar Morddrohungen erhalten und musste auch jetzt im aktuellen Fall scharfe Kritik an seinem Handeln hinnehmen.
Offensichtlich prallt die Empörung an ihm ab, wie auch an der Stadt Kopenhagen. Denn trotz des Proteststurms 2014 war Bengt Holst im selben Jahr zum "Kopenhagener des Jahres" gewählt worden. Die Tötung von Nachwuchs im Zoo, der geboren werde, um wenig später zu sterben, wird vom BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ als falscher Weg strikt abgelehnt. Der Zoo in Dänemark positioniert sich zu dieser Grundsatzdebatte so: "Zoologische Gärten haben eine gewisse Kapazität, und es ist besser, für die Zucht Platz zu machen und die Art zu erhalten, als ein unzüchtiges Individuum zu erhalten."
Das "unzüchtige Individuum" hatte im Mai 2014 das Licht der Welt erblickt und war im Februar 2015 gekeult worden. Bis zur öffentlichen Sezierung lagerte der Löwen-Kadaver des Tieres in einem Kühlfach und war dann unter den Augen von Kindern und Erwachsenen zerlegt worden.

Schnute ist tot – ein artgerechtes Leben wurde ihr vom Bezirksamt Mitte bis zum Schluss verwehrt

Berlin, 12.10.2015: Am gestrigen Sonntag wurde die Stadtbärin Schnute eingeschläfert. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ bewertet die Entscheidung zur Beendigung des Leidenszustandes der Bärin als überfällig und fordert das Bezirksamt Mitte eindringlich auf, keine Bären mehr in dem artwidrigen Gehege am Köllnischen Park anzusiedeln.
34 lange Jahre dauerte der Leidenszustand der Bärin Schnute – 34 Jahre ohne die Möglichkeit, arteigenes Verhalten ausleben zu können. Immer wieder hatte der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ die Haltungsbedingungen des Geheges kritisiert: viel zu klein, zu wenig strukturiert, keine Klettermöglichkeiten, kein ausreichender Naturboden zum Graben, kein Sozialgefüge. All´ dies hätte die Bärin haben können, wenn das Bezirksamt Mitte auf das Angebot von Tierschutzorganisationen eingegangen wäre, Schnute und ihre damals noch lebende Tochter Maxi in einen Bärenpark umzusiedeln. Doch das Bezirksamt nahm das Angebot nicht an.
„Wir hätten Schnute – gerade nach dem Tod ihrer Tochter – so sehr gewünscht, dass sie wenigstens am Ende ihres Lebens ein artgerechtes Dasein in einem Bärenpark hätte führen können ", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz (BVT).
Doch statt die Tatzen auf Naturboden zu setzen, drehte Schnute auf Beton ihre Runden, schlief nicht in einer Höhle, sondern in einem kleinen Zwinger und durfte nicht einen Tag ihres Lebens so leben, wie es die Natur einer Bärin diktiert. "Wie traurig und wie unverständlich", moniert Dr. Styrie die strikte Weigerung des Bezirksamtes Mitte in der vergangenen Jahren, den Bären und später alleine Schnute die Umsiedelung in einen Bärenpark in der Nähe Berlins zu ermöglichen.
" Nie wieder dürfen Bären in der veralteten Zwingeranlage in Berlin-Mitte untergebracht werden. Diese Zusage fordern wir vom Bezirksamt, damit sich Leidenswege wie die von Schnute und ihrer Tochter Maxi niemals wiederholen können“, so der Geschäftsführer des BUNDESVERBANDES TIERSCHUTZ.

 

Berliner Morgenpost vom 12.10.15
Eingeschläfert – Berliner Stadtbärin Schnute ist tot

Tierschutzorganisationen fordern klare Kursänderung in der Agrarpolitik

Berlin, 7. Oktober 2015 – Sieben  Tierschutzorganisationen in Deutschland erwarten von der Bundesregierung tiefgreifende Veränderungen in der so genannten Nutztierhaltung. Sie berufen sich dabei auf das Gutachten des wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ und fordern gemeinsam das BMEL auf, den darin empfohlenen Maßnahmenkatalog umgehend umzusetzen.

Im Rahmen eines Gesprächstermins am 01.10.2015 haben die Albert-Schweitzer-Stiftung, der Bund gegen Missbrauch der Tiere, der Bundesverband Tierschutz, der Deutsche Tierschutzbund, PROVIEH-VgtM, die Tierschutzstiftung Vier Pfoten sowie die Welttierschutzgesellschaft der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth im BMEL ein gemeinsam erstelltes Positionspapier überreicht. Das Papier ist dieser Pressemitteilung beigefügt.

Darin bekräftigen die Tierschutzorganisationen die aus ihrer Sicht wichtigsten Handlungsempfehlungen des Gutachtens und fordern die umgehende schrittweise Umsetzung. Zudem wurde mit der Staatssekretärin vereinbart, dass das vom Ministerium in Auftrag gegebene Gutachten stärker verbreitet werden soll.

Die Wissenschaftler des Beirates für Agrarpolitik zeigen in ihrem knapp 400 Seiten starken Gutachten Wege und Möglichkeiten, wie eine zukunftsfähige und tierschutzgerechtere Tierhaltung in der Landwirtschaft kurz-, mittel- und langfristig in Deutschland ermöglicht und auch finanziert werden kann.

 

Zum Download des Gutachtens gelangen Sie hier.

Das Positionspapier der Verbände können Sie hier downloaden:
WBA Position_Tierschutzverbände.pdf
PDF-Dokument [242.5 KB]

BVT zum Welttierschutztag - Was tut die Bundesregierung eigentlich für die Tiere?

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Bundesverband Tierschutz, Berlin, 1. Oktober 2015. Zum Welttierschutztag am 4. Oktober erhebt der Bundesverband Tierschutz (BVT) schwere Vorwürfe an die Bundesregierung.
"Wer den Koalitionsvertrag gelesen hat, musste annehmen, dass zumindest dieser Bundesregierung der Tierschutz ein wichtiges Anliegen ist", sagt Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des BVT. "Doch so ambitioniert die dargelegten tierschutzpolitischen Ziele auf die Bürger wirken sollten, so defizitär ist deren Umsetzung."
Keiner der im Koalitionsvertrag als notwendig erachteten Schritte - ob u.a. die Förderung einer tiergerechteren Haltung in der Landwirtschaft, die Verringerung von Tierversuchen, das Verbot von kommerziellen Tierbörsen oder der Verzicht auf nicht-kurative Eingriffe an Tieren - sind bis heute unternommen worden.
Der Bundesverband Tierschutz hat die politisch Verantwortlichen aus Berlin kürzlich noch einmal um konkrete Aussagen gebeten, wann die notwendigen legislativen Maßnahmen ergriffen werden, um die im Koalitionsvertrag hervorgehobenen Tierschutzprobleme zu lösen oder zumindest auf den Weg zu bringen. "Inzwischen drängt sich der Eindruck auf", so Dr. Gies, "dass sich die Bundesregierung den Tierschutz nur auf die Fahnen geschrieben hat, weil sie damit den gesellschaftlichen Nerv traf - an der Realisierung jedoch zu keinem Zeitpunkt ernsthaftes Interesse hatte."
"Wir tragen als Tierschutzverband die Ankündigungen, die im Koalitionsvertrag gemacht wurden, weiter mit", stellt der BVT-Vorsitzende mit Blick auf die noch zwei Jahre währende Legislaturperiode der Koalition klar. "Aber wir erwarten jetzt keine Lippenbekenntnisse mehr, sondern einen Masterplan zur Umsetzung der tierschutzrelevanten Maßnahmen."

 

Zum Welttierschutztag
Der jüdische Kynologe, Schriftsteller und Tierschützer Heinrich Zimmermann forderte 1924 die Einführung eines Welttierschutztages. Als Punkt 23 nahm der Internationale Tierschutzkongress im Mai 1929 bei seiner dritten Tagung in Wien die Anregung mit auf und proklamierte am 8. Mai 1931 in Florenz den ersten Internationalen Welttierschutztag für den 4. Oktober des Jahres.
Namenspatron für den Welttierschutztag ist der Hl. Franz von Assisi, der am Abend des 3. Oktober 1226 verstarb. Franz von Assisi wurde durch seine Tierpredigten und berühmt. Der Welttierschutztag wird weltweit begangen und soll auf die vielfältigen Tierschutzprobleme, die nach wie vor bestehen, aufmerksam machen.

BVT begrüßt Urteil aus Berlin - Zucht von Nacktkatzen nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar

Berlin, 24.9.2015. Erstmalig seit Novellierung des Tierschutzgesetzes 2013 hat sich ein deutsches Gericht mit dem Thema Qualzucht beschäftigt - und ein  Urteil gefällt, das wegweisend werden könnte: Die Zucht von Nacktkatzen verstößt gegen das Tierschutzgesetz, so das Berliner Verwaltungsgericht. Mit dieser Begründung wurde der Klägerin die Zucht von Canadian-Sphinx-Katzen untersagt, die nach züchterisch motivierten Genveränderungen haarlos sind und über keine funktionsfähigen Tasthaare mehr verfügen.
"Großartig! Mit diesem Urteil hat der Tierschutz über Zuchtinteressen gesiegt", freut sich Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz (BVT). "Wahrscheinlich ist den meisten Menschen gar nicht bekannt, wie sehr Tiere aus Qualzuchten unter den künstlich erzeugten Veränderungen ihres Erscheinungsbildes leiden."
So können die von der Klägerin gezogenen Canadian-Sphinx-Katzen, wie alle anderen Nacktkatzen auch, kein normales Katzenleben mehr führen. Ihre züchterisch erwünschte Haarlosigkeit hat negative Auswirkungen u.a. auf die Wärmeregulation und den Stoffwechsel, die fehlenden Tasthaare beeinträchtigen die Orientierung und die Kommunikation mit Artgenossen.
"Es ist an der Zeit, dass der Qualzuchtparagraph endlich entsprechend umgesetzt wird", sagt Dr. Jörg Styrie mit Blick auf das Tierschutzgesetz. § 11 verbietet seit 1986 die Zucht von Tieren, die nach Zuchtmanipulationen nur unter Schmerzen, Leiden und mit Schäden leben können. Das Veterinäramt in Spandau hatte auf der Grundlage des so genannten Qualzuchtparagraphen die Auflage an die Züchterin erteilt, ihren Canadian-Sphinx-Kater unfruchtbar machen zu lassen und damit die Zucht zu beenden. Dagegen hatte die Katzenhalterin geklagt.
Im Zuge der Novellierung des Tierschutzes 2013 war auch der §11  neu formuliert worden, nachdem sich die Vollzugsbehörden in den vergangenen Jahren schwer mit der Umsetzung taten. "Dieses Urteil ist von grundsätzlicher Bedeutung", so der BVT-Geschäftsführer abschließend, "und könnte ein Signal sein, den tierschutzwidrigen Qualzuchten endgültig einen Riegel vorzuschieben."

BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ fordert illegale „Hinterhof-Schlachtungen“ anlässlich des Opferfestes „Kurban Bayrami“ zu unterlassen

Berlin, 23.09.2015: Vom 24. September bis 27. September 2015 findet weltweit als Abschluss des Fastenmonats Ramadan das Opferfest „Kurban Bayrami“ statt. In Gedenken an den Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern, ist nach islamischen Ritus jeder wirtschaftlich besser gestellte Muslime aufgerufen,  während dieser Zeit ein Schächtopfer zu bringen. Geopfert werden in der Regel Schafe und Rinder. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden.

Obwohl  in Deutschland das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten ist und nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden darf,  wenn besondere religiöse Vorschriften ein Schächten zwingend vorschreiben, ist mit illegalen Schächtungen zum Opferfest  zu rechnen.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ  appelliert daher dringend an die Behörden, insbesondere auch in der Würdigung der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel, keine Genehmigungen zum Schächten zu erteilen, die Kontrollen zu verschärfen und Missachtungen des Schächtverbotes konsequent zu ahnden.

Selbst von maßgeblichen islamischen Religionsautoritäten wird eine „In-Ohnmacht-Versetzung” der Tiere durch eine reversible Elektrobetäubung als absolut religionskonform angesehen. Es besteht daher kein Grund, betäubungslos zu schächten.

Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hat großen Respekt vor anderen Kulturen und Religionen, er fordert aber die 3,3 Millionen Mitbürger islamischen Glaubens auf, geltende deutsche Gesetze zu respektieren und keine Schächtungen vorzunehmen.
Zugleich weist der Tierschutzverband darauf hin, dass Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis 25.000 Euro, bestraft werden können.

Niederlande erlässt ein Wildtierverbot in Zirkussen

Berlin, 15.09.2015: Ab dem heutigen Tag besteht in den Niederlanden ein Auftrittsverbot für Wildtiere in Zirkussen. Das Parlament folgte damit einem Antrag der „Partei für die Tiere“, die sich über 10 Jahre für ein Verbot des Auftretens und des Mitführens von Wildtieren in Zirkussen eingesetzt hat. Die zuständige Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma, begründete diesen Schritt damit, dass die Nachteile für die Tiere schwerer wiegen als Unterhaltung und Traditionen.
Der Bundesverband Tierschutz (BVT) begrüßt diese Entscheidung des EU-Nachbarlandes außerordentlich. „Die Tierschutzprobleme, die die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zwangsläufig mit sich bringt, sind in den Niederlanden die gleichen wie bei uns. Es ist an der Zeit, dass Deutschland nachzieht und gleichfalls aktiv wird“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT. Die Erfahrung mit Wildtieren in Zirkussen habe gezeigt, dass unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens eine artgerechte Haltung dieser Tiere praktisch nicht möglich ist. Wiederholt haben die Länder diesen Missstand angeprangert und die Bundesregierung aufgefordert, die Haltung von Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner, Flusspferde und Primaten in Zirkussen zu verbieten, zuletzt im Rahmen einer Bundesratsinitiative im Jahr 2011. Geschehen ist bis heute nichts.

Nach dem Tod von 150 Kälbern in Beidenfleth kritisiert der Bundesverband Tierschutz das zu geringe Strafmaß für die Landwirte

Auf einem Gehöft in Beidenfleth (Schleswig-Holstein) verhungerten 150 Kälber. Die Verantwortlichen, Mutter und Sohn, wurden vor wenigen Tagen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Die 53jährige Landwirtin muss 2.000 Euro Strafe zahlen, der 35jährige Arbeiter 3.500 Euro. Weiterhin wurden sie mit einem lebenslangen Nutztierhaltungsverbot belegt.
Der Bundesverband Tierschutz (BVT) hält das Strafmaß für viel zu gering. Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Verbandes, erklärt, warum eine höhere Strafe nach Auffassung des BVT angemessen gewesen wäre. "Das Tierschutzgesetz sieht für die Tötung von Tieren "ohne vernünftigen Grund" bzw. das Zufügen von "erheblichen Schmerzen oder Leiden" eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Wer dem jämmerlichen Verhungern von Kälbern, wie diese beiden Landwirte, tatenlos zusieht, erfüllt die beschriebenen Bedingungen des §17 TierSchG und müsste mit eben diesem Strafmaß belegt werden."
Doch abgesehen von der im Verhältnis zum ungeheuren Ausmaß des Tierleids stehenden milden Strafe kritisiert der promovierte Agrarwirt einen weiteren Tatbestand. "Wie kann es sein", fragt Dr. Jörg Styrie, "dass die Behörden bereits vor vier Jahren Kenntnis von den desolaten Zuständen auf dem Hof hatten und es dennoch zu dieser Tragödie kommen konnte?"
2011 hatte ein Fahrer eines Abdeckunternehmens tote Kälber entdeckt, die überall auf dem Gelände lagen. Nachdem er die offensichtlich verhungerten Tiere in Bildern festgehalten hatte, erstattete er bei dem zuständigen Veterinäramt Strafanzeige gegen die Landwirtin und ihren Sohn.
Und tatsächlich gab es im Laufe der folgenden Jahre Kontrollen durch die Behörde, bei denen immer wieder tote Kälber und eine hohe Anzahl "verschwundener" Tiere dokumentiert wurden. Gleichfalls abgemagerte Tiere, die vor Hunger ihren Kot fraßen und im Unrat standen. Auch der vom Strafrichter befragte Tierarzt bestätigte die horrenden Missstände auf dem Hof in Beidenfleth. Ihm sei nur die Erlösung der Tiere geblieben, erklärt er im Gericht.
"Nein", sagt Dr. Jörg Styrie, "es hätte mehr Handlungsspielraum gegeben. Wenn die Landwirte die Auflagen des Veterinäramts, ihre Kälber ordnungsgemäß zu versorgen und rechtzeitig einem Tierarzt vorzustellen, in Folge verstoßen hätten, wäre das Amt befugt gewesen, die Tiere zu beschlagnahmen. So entsteht bedauerlicher Weise wieder einmal der Eindruck, dass trotz behördlicher Kontrollen den Tieren nicht geholfen wird. Und solange nicht geholfen wird, bis sie verenden. Wie kann das sein?"
Die Obduktion der Kälber liest sich wie eine Dokumentation des Leids, das die Tiere über Monate erdulden mussten: Hochgradige Abmagerung, Lungenentzündung, Magen-Darm-Erkrankungen und Salmonellen. Die Verurteilen können übrigens das Rechtsmittel der Berufung einlegen.

Offener Brief an

Der Präsident der
Staatlichen Museen
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Prof. Dr. Parzinger
Von der Heyd Str. 16 - 18
10785 Berlin

 

09.09.2015

 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Parzinger,

das Bündnis Tierschutzpolitik Berlin, ein Zusammenschluss aus dem Tierschutzverein für Berlin und Umgebung und dem Bundesverband Tierschutz, hat Kenntnis darüber, dass in der Abteilung „Afrika“ des Völkerkundemuseums in Dahlem in einer Videoinstallation Szenen grausamer Tierquälerei gezeigt werden.

Die öffentliche Darstellung derartiger Handlungen ist nach unserer Auffassung mit dem Bildungsauftrag eines Museums unvereinbar. Wir sehen auch keine Notwendigkeit, Besucher mit solch schockierenden Bildern zu konfrontieren. Das Video könnte unter Umständen auch dazu beitragen, die Sensibilität gegenüber Tieren bei einigen Betrachtern herabzusetzen.

Auch aus juristischer Sicht ist die Darstellung dieses Videos fragwürdig, da Handlungen gezeigt werden, die in Deutschland nach Paragraf 3 Absatz 6 des Tierschutzgesetzes verboten sind.

Wir bitten Sie daher, dieses Video aus der Ausstellung zu entfernen.

Ihrer Antwort sehen wir mit Erwartung entgegen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jörg Styrie
Bundesverband Tierschutz e. V.

Das Verbot des Abschusses von Katzen muss bestehen bleiben

Berlin, 6. August 2015: Als Sieg der Vernunft hatte der Bundesverband Tierschutz das Verbot des Abschusses von Katzen im Rahmen der Jagdrechtsnovellierung in NRW bewertet. Bis zuletzt hatten die Jäger versucht, diese Regelung zu kippen, um weiterhin Jagd auf die Samtpfoten machen zu können.  Nach eigenen Angaben schossen sie in NRW jährlich bis zu 10.000 Katzen ab. Sie begründeten das Töten der Katzen mit dem Artenschwund in den Wäldern. Einen Beleg, dass die Katzen nachweislich für den Artenschwund verantwortlich sind, blieben sie schuldig.
Dass nun gerade Landwirtschaftsminister Johannes Remmel Möglichkeiten aufzeigt, wie in Ausnahmefällen wieder rechtlich zulässig Jagd auf Katzen gemacht werden kann, ist für den BVT nicht nachvollziehbar.  Auf eine kleine Anfrage der FDP hatte der Minister darauf hingewiesen, dass auf der Grundlage des Naturschutzrechtes des Bundes bei  Vorliegen eine Gefährdung der biologischen Vielfalt durch streunende Katzen, diese eben doch geschossen werden dürften.   Wie diese Gefährdung belegt werden muss, bleibt offen.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen über  das Nahrungsspektrum  der als “wildernd” getöteten Katzen hatten ergeben, dass etwa die Hälfte der untersuchten Katzen überhaupt keine Beute gemacht,  sondern sich daheim mit Katzenfutter gesättigt hatten.
Der Mageninhalt der anderen Hälfte bestand zu über 90% aus Mäusen (meistens Wühlmäusen), ca. 7% Rötel-, Zwerg- und Waldmäusen, knappe 3% waren zusammengenommen Reptilien, Insekten und ein geringer Bruchteil Vögel.
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse ist ein Aufweichen des Verbotes des Katzenabschusses nicht zu rechtfertigen. Der Nachweis, ob eine Katze tatsächlich zum Zeitpunkt des Abschusses auf Beutejagd war, wird nie objektiv zu führen sein.

Bundesverband Tierschutz kritisiert die Vergasung von Gänsen in den Niederlanden scharf

Berlin/Moers , 30.07.2015: Der Bundesverband Tierschutz (BVT) übt Kritik an der Praxis zur Verringerung der Wildgänsebestände in den Niederlanden. Seit dem 1. Juni 2015 ist das Einfangen und die anschließende Tötung der Gänse mittels Kohlendioxyd landesweit erlaubt. Die Bestände sollen so um bis zu 400.000 Gänse reduziert werden. Begründet wird diese drastische Maßnahme mit den Fraßschäden, die die Wildgänse in der Landwirtschaft verursachen. Diese sollen jährlich bei 25 Mio. € liegen.
Der Bundesverband Tierschutz kritisiert die Vorgehensweise und bezweifelt die Sinnhaftigkeit der Maßnahme. „Die Erfahrungen bei der Bestandsregulierung von Tauben, Füchsen oder Wildschweinen durch Tötungsmaßnahmen waren immer negativ. Die frei gewordenen Plätze wurden immer wieder innerhalb einer gewissen Zeit durch erhöhte Nachzuchten aufgefüllt“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT. Bestandsregulierend wirkt letztendlich nur das Futterangebot. Solange den Gänsen durch flächendeckenden Futteranbau der Tisch reich gedeckt wird, werden sich die Gänse dort auch niederlassen. Das Anwachsen der Bestände an Grau-, Nil- und Kanadagänsen ist eine direkte Folge der intensiven Landbewirtschaftung durch den Menschen und somit ein selbstgemachtes Problem. Entweder lebt man mit den Gänsen oder schränkt den Futterbau ein. Nur so ist das Problem langfristig und tierschutzgerecht zu lösen.

Verbot der Pferdekutschen in Berlin seit langem überfällig

Berlin, 21.7.2015: Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ (BVT) begrüßt die Überlegung des Bezirksstadtrates Carsten Spallek (CDU), die Pferdekutschen in Berlin-Mitte zu verbieten. „Seit Jahren weisen wir auf die vielfältigen Tierschutzprobleme hin, die mit den Pferdedroschken in Berlin verbunden sind. Doch statt einem notwendigen Verbot wurden den Fuhrwerksbetreibern einige Auflagen auferlegt, die oftmals nicht eingehalten wurden“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT. Mit der jetzigen Ankündigung, ein Verbot der Pferdekutschen in Berlin zu erwägen, würde ein eklatantes Tierschutzproblem gelöst werden. „Wir hoffen im Sinne der Tiere, dass den Worten von Spallek nun auch Taten folgen“, kommentiert Dr. Styrie die Ankündigung des Bezirksstadtrates.

Gerade im Sommer sind die Anforderungen, die an die Pferde gestellt werden, immens. Bei brütender Hitze stehen die Tiere oft stundenlang in der Sonne, da Schattenplätze von den Kutschern nicht aufgesucht werden. Mangelware ist auch frisches Wasser, in der Regel werden die Pferde aus mitgeführten Behältern getränkt, das Wasser ist schal und lauwarm. Statt auf Naturboden Stehen und Laufen die Pferde auf hartem Asphalt, eine enorme Belastung des gesamten Bewegungsapparates. Hinzu kommt der Stress für die Tiere, wenn sie sich durch den dichten Autoverkehr in der Innenstadt bewegen müssen. Mit Romantik, wie die Kutschfahrten in Berlins Mitte angeboten werden, haben die Fahrten nichts gemeint. Im Gegenteil: Touristen unterstützen mit den Kutschfahrten eine Tierquälerei, die nicht mehr zeitgemäß ist. Berlin täte gut daran, nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen und die Pferdekutschen zu verbieten.

Geflügelwirtschaft gibt Blockadehaltung auf

Ab September 2016 sollen die Schnäbel von Legehennen nicht mehr kupiert werden

BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ, Berlin, 13.7.2015: Im Rahmen einer Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls haben sich das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Interessensvertreter der Geflügelwirtschaft vor wenigen Tagen darauf verständigt, das Kupieren der Schnäbel bei Legehennen bis August 2016 zu beenden. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ (BVT) begrüßt diesen – seit langem überfälligen – Schritt.

Damit gibt die Geflügelwirtschaft eine Blockadehaltung auf, die sie seit Jahrzehnten eingenommen hatte. Ohne das Kupieren der Schnäbel würden sich die Hennen gegenseitig schwerste Verletzungen zufügen, das Abschneiden der Schnabelspitze sei demnach unabdingbar, um Legehennen in größeren Beständen überhaupt halten zu können, so die bisherige Position des Geflügelwirtschaftsverbandes.

„Das routinemäßige Abschneiden der Schnabelspitze stellte schon immer einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar“, erläutert Dr. Gerd Gies. Zulässig sei diese Maßnahme nur im Einzelfall. „Die Geflügelwirtschaft hat über Jahre so geltendes Recht gebeugt und die Politik hat tatenlos zugeschaut“, so der BVT-Vorsitzende weiter.

Die nunmehr eingeschlagene Kurskorrektur ist seit vielen Jahren überfällig und kam nicht zuletzt aufgrund des öffentlichen Drucks der Tierschutzverbände zustande, dem sich Wirtschaft und Politik ausgesetzt sahen. Immer schon hatte der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ die unzulässige Praxis des routinemäßigen Abschneidens der Schnabel spitze des Geflügels angeprangert. Der Eingriff ist mit erheblichen Schmerzen für die Tiere verbunden, da der Schnabel mit Nervengewebe durchzogen ist.

Mit dem Kupieren der Schnäbel werden – wie fälschlich oft behauptet – nicht die Ursachen des Federpickens und des Kannibalismus beseitigt, sondern nur die Symptome bekämpft. Tatsächlich ist wissenschaftlich längst erwiesen, dass bestimmte Faktoren, wie Futterkonsistenz und Energiegehalt, Schadgaskonzentration, Lichtqualität, Strukturierung des Stalls, die Qualität der Einstreu und vor allem auch die Besatzdichte entscheidend zu den beiden Verhaltensweisen beitragen.

„Den Schalter einfach nur umzulegen und alle genannten Faktoren unberücksichtigt zu lassen, wird allerdings nicht funktionieren“, warnt Dr. Gerd Gies. „Viel mehr als bisher wird die Sachkunde der Hennenhalter gefordert sein, um beginnende Verhaltensstörungen der Hühner frühzeitig zu erkennen und Korrekturen vorzunehmen. Die Legehennenhaltung wird anspruchsvoller, das dürfte nach der Entscheidung klar geworden sein.“

Der Ausstieg aus dem Schnabelkupieren kann der Einstieg in eine artgerechte Hühnerhaltung werden, mit einer geringeren Besatzdichte, Beschäftigungsmaterialen und mit Auslauf in einen Wintergarten oder Freilauf. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ wird die Entwicklung aufmerksam und konstruktiv begleiten.

Bundesverband Tierschutz e.V. gibt Tipps zur Reisezeit

Kein Urlaub auf Kosten der Tiere!

Berlin/Moers 13. Juli 2015: Zu Beginn der Hauptreisezeit mahnt der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ einen verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren an. Wie nötig das ist, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre: Nicht selten gehen die schönsten Wochen im Jahr zu Lasten von Hund, Katze und Kleintier. Auf die Schnelle verkauft, abgeschoben, ausgesetzt, ins Tierheim gebracht oder gar eingeschläfert – Jahr für Jahr erleiden Tiere ähnliche Schicksale in den Sommermonaten.

Für Tierhalter ist die Urlaubsplanung naturgemäß etwas aufwändiger als für Nicht-Tierbesitzer: Sie müssen bei all ihren Entscheidungen das Wohl ihrer Tiere mit berücksichtigen. Bitte klären Sie vor Ihrer Reise folgende Aspekte:

Soll der Hund mit in die Ferien reisen oder die Zeit besser in der Tierpension verbringen? Wo bleibt meine Katze? Ist sie im vertrauten Umfeld glücklicher, als wenn sie in einer fremden Umgebung versorgt wird? Wer pflegt meine Kleintiere, Vögel oder mein Pferd?

Welche Impfungen sind in welchen Ländern vorgeschrieben? Und kann ich meinem (vielleicht schon betagten) Hund die Impfungen bzw. das Infektionsrisiko zumuten?

Braucht mein Tier ein bestimmtes Reisegepäck?

Welche Bestimmungen gelten bei Bahn und Flugreisen? Wie belastend sind längere Autofahrten für Hunde?

Gilt die Hunde-Haftpflichtversicherung auch im Ausland?

Wie gut und wie teuer ist die Betreuung in einer Tierpension oder im Tierheim? Oder ist die Versorgung durch eine vertraute Person zu Hause doch die bessere Lösung?

 

Weiterlesen können Sie hier.

Wildtierhaltung im Zirkus verbieten

Nach dem tödlichen Angriff eines Zirkuselefanten auf einen Passanten, appelliert der Bundesverband Tierschutz e.V. gemeinsam mit anderen Tierschutz- und Artenschutz NGOs an die Bundesregierung, die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zu beenden.


An den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Herrn Christian Schmidt
Dienstsitz Berlin
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin

19.06.2015


Wildtierhaltung im Zirkus verbieten


Sehr geehrter Herr Bundesminister,

die unterzeichnenden Verbände fordern Sie auf, die Haltung von Wildtieren in Zirkussen endlich zu verbieten.

Ein freilaufender Elefant aus dem Zirkus Luna (auch bekannt als Frankordia), der vor wenigen Tagen einen Spaziergänger tötete, macht deutlich, welch eklatante Sicherheitsmängel neben den von uns angeprangerten Tierschutzproblemen bei der Wildtierhaltung im Zirkus herrschen.

Bereits vor zwölf Jahren forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, die Haltung bestimmter wildlebender Tierarten im Zirkus zu verbieten, 2011 bekräftigte die Länderkammer ihre Auffassung. Schon damals wiesen die Länder neben den Tierschutzaspekten ausdrücklich auf das Gefahrenpotenzial hin. Auch die Bundestierärztekammer spricht sich für ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen aus. Ein solches Verbot gibt es bereits in vielen europäischen Ländern, z.B. in Belgien, den Niederlanden, Griechenland und Österreich.


Sicherheitsmängel im Zirkus

Die notwendige Einrichtung von sicheren, ausreichend großen und artgerecht ausgestatteten Gehegen kollidiert in Zirkusbetrieben mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität. Einfriedungen für Tiere im Zirkus sind in der Regel leicht auf- und abbaubar sowie schnell zerlegbar. Im Vergleich zur Zootierhaltung sind die Sicherheitsvorkehrungen selbst für die gefährlichsten Zirkustiere wie Elefanten, Großkatzen, Bären, Flusspferde oder Nashörner mitten in deutschen Großstädten minimal.

Wie auch im Fall des Zirkus Luna stehen beispielsweise Elefanten häufig unbeaufsichtigt hinter Elektrobändern, Bären hinter nicht im Boden verankerten Gittern. Das Außengehege der einzigen verbleibenden Braunbärin im Zirkus Luna ist beispielsweise lediglich von einem etwa 1,50 Meter hohen Bauzaun umgeben, durch den problemlos durchgegriffen werden kann und der keine sichere Barriere darstellt.

Zudem besuchen viele Zirkusse mit Elefanten und anderen gefährlichen Wildtieren regelmäßig z.B. Fußgängerzonen oder Schulen, um für ihre Vorstellungen zu werben oder Geld zu sammeln, und bieten ihre Dienste auf Kinderfesten oder Firmenfeiern an. Der Zirkus Luna präsentierte die Elefantenkuh "Baby" /"Benjamin" regelmäßig in Menschenmengen und ließ sie streicheln, obwohl sie bereits mehrfach Menschen verletzt hatte. Auch andere Zirkusbetriebe werben mit ihren Wildtieren in den Innenstädten oder auf Schulhöfen.

Die regelmäßigen Ausbrüche und gefährlichen Zwischenfälle mit Zirkustieren zeigen, dass aufgrund der Zirkustierhaltung eine permanente Gefahr für Tier und Mensch besteht. Vorfälle wie der im Zirkus Luna sind bei weitem keine Einzelfälle. Von 1980 bis 2010 sind alleine 24 Unfälle nur mit Elefanten in Deutschland bekanntgeworden. Im gleichen Zeitraum gab es weltweit 104 Zwischenfälle mit Elefanten im Zirkus, wobei 44 Personen getötet und 141 Menschen verletzt wurden.
Wildtierhaltung im Zirkus ist Tierquälerei
Als Tier- und Naturschutzverbände möchten wir aber auch unser primäres Anliegen in Erinnerung rufen: Eine tierschutzgerechte Haltung von Wildtieren ist im Zirkus nicht möglich. Bewegungsmangel, gravierende Missstände in der Haltung und permanenter Stress führen häufig zu Verhaltensstörungen bei den Tieren, zu deren Folgen aggressives Verhalten gehört. Die natürlichen Bedürfnisse von Wildtieren können im Zirkus-Alltag in keiner Weise erfüllt werden: Angefangen bei der extrem beengten Unterbringung in Transportwagen und provisorischen Gehegen, fehlenden Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, der nicht-artgerechten Vergesellschaftung, fehlender Klimatisierung von Gehegen und fehlenden Winterquartieren, unzureichender Ernährung und medizinischer Betreuung, häufigen und langen Transporten und Standzeiten bis hin zur Vorführung tierschutzwidriger Kunststücke und tierquälerischer Dressurmethoden.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
sowohl aus Tierschutzsicht als auch im Blick auf die öffentliche Sicherheit ist die Haltung von Wildtieren in Zirkussen nicht mehr zu verantworten. Um weitere Unglücksfälle dieser Art zu verhindern und gegen das Leid der Zirkustiere vorzugehen, appellieren wir als unterzeichnende Verbände deshalb dringend an Sie, die Wildtierhaltung in Zirkussen endlich zu beenden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerd Gies, Bundesverband Tierschutz e.V.
Helmut Dungler, VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Laura Zodrow, Animal Public e.V.
Karsten Plücker, Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V.
Undine Kurth, Deutscher Naturschutzring
Thomas Schröder, Deutscher Tierschutzbund e.V.
Helmut Brücher, Eurogroup against Birdcrime
Dr. Christiane Baumgartl-Simon, Menschen für Tierrechte –Bundesverband
der Tierversuchsgegner
Harald Ullmann, PETA Deutschland e.V.
Dr. Christoph Schmidt, Pro Wildlife e.V.

Kein neues Jagdgesetz in Niedersachsen – Bundesverband Tierschutz bedauert Entscheidung

Berlin, 15.06.2015: Der Bundesverband Tierschutz kritisiert die Entscheidung des Landwirtschaftsministers von Niedersachsen, Christian Meyer, nun doch keine Novellierung  des Landesjagdgesetzes vorzunehmen.  Dabei wäre sie dringlicher denn je. Viele Regelungen sind aus Tier- und Naturschutzsicht  nicht mehr hinnehmbar und bedürfen einer Korrektur. Zu nennen sind unter anderem die zu lagen Jagdzeiten, die Jagd auf geschützte Tierarten, der Abschuss von Hunden und Katzen, der Einsatz von Totschlagfallen, die Überprüfung der Schießfertigkeit  der Jäger, die Ausbildungsmethoden der Jagdhunde.  Angesichts der zahlreichen Unzulänglichkeiten des Landesjagdgesetzes ist jeder Tag, an dem eine Novellierung  unterbleibt,  eine die Verlängerung eines Martyriums der Wildtiere.
Meyers Landwirtschaftsministerkollegen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben es vorgemacht, wie man trotz der scheinbaren Macht einer organisierten Jagdlobby zu einer Novellierung des Jagdgesetzes kommt. Sie haben zielstrebig und ohne dass sie sich von den Jägern haben einschüchtern lassen, die notwendigsten Korrekturen vorgenommen. Bei allem Verständnis für die schwierige Situation Meyers ins in Niedersachsen, ein Einknicken vor den Grünröcken hätten wir nicht erwartet.  Es bleibt zu hoffen, dass er seine Entscheidung nochmals überdenkt und die längst überfällige Überarbeitung des Jagdgesetzes doch noch in  dieser Legislaturperiode angeht.

Kleingruppenhaltung noch bis Ende 2028 möglich?

Der Bundesverband Tierschutz lehnt Kompromissvorschlag der Bundesregierung ab!


Berlin, 28. Mai 2015. Seit 2010 ist in Deutschland die Haltung von Legehennen in den berüchtigten Käfigbatterien verboten. Gehört danach jede Käfighaltung für die Tiere der Vergangenheit an? Nein, denn ca. 11% aller in Deutschland gehaltenen Legehennen werden noch in der sogenannten Kleingruppe gehalten, die Bezeichnung eine verbale Irreführung. Auch dieses Haltungssystem ist ein Käfig, wenn auch im Unterschied zur herkömmlichen Legebatterie mit etwas mehr Platz für jedes Tier. Außerdem stehen den Hühnern Funktionselemente, wie Sitzstangen, Schalen mit Sand zum Staubbaden und ein abgedunkelter Bereich als vermeintliches Legenest, zur Verfügung.
Tierschutzorganisationen lehnten die Kleingruppenhaltung als nicht tiergerecht ab. Unterstützend kam hinzu, dass das Bundesverfassungsgericht im Oktober 2010 die  Vorschriften zur Kleingruppenhaltung aus formalen Gründen beanstandete und die Bundesregierung aufforderte, eine Neuregelung vorzunehmen. Die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellte daraufhin einen überarbeiteten Verordnungsentwurf vor, der zwar einen Ausstieg aus der Kleingruppenhaltung vorsah, jedoch den bestehenden Betrieben eine lange Übergangsfrist bis 2035 einräumte. Sie scheiterte mit dem Vorschlag beim Bundesrat, der wesentlich kürzere Auslauffristen - bis Ende 2023 und in Ausnahmefällen bis 2025 - forderte. Seither gibt es keine bundeseinheitliche Rechtsnorm für die Kleingruppenhaltung.
Den Anstoß für eine erneute Diskussion hat nun ein von Rheinland-Pfalz und Niedersachsen in den Bundesrat eingebrachter Entschließungsantrag gegeben. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, die Verordnung mit den ehedem geforderten Übergangsfristen in Kraft zu setzen. Als Kompromiss hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Übergangsfrist für bestehende Betriebe bis Ende 2028 vorgeschlagen. Und in Ausnahmefällen sollen Anlagen sogar bis 2030 weitergeführt werden dürfen.
Der Bundesverband Tierschutz (BVT) fordert die Länder auf, diesem Kompromiss nicht zustimmen und schlägt stattdessen folgende Lösung vor: Die Übergangfristen für bestehende Anlagen sollten sich an den zehnjährigen Abschreibungsfristen für Stalleinrichtungen orientieren. Da viele Kleingruppenhaltungen bereits vor 2010 in Betrieb genommen wurden, erscheint eine Übergangsfrist, wie sie seinerzeit vom Bundesrat vorgeschlagen wurde, als notwendig und im Hinblick auf die Interessen der Legehennenhalter auch als vertretbar.

Bündnis Tierschutzpolitik Berlin fordert echte Konfliktlösung statt Konfrontationskurs

Kein Herz für Schnauzen: Politik reglementiert die Halter, Hunde bleiben auf der Strecke

 

Berlin, 13. Mai 2015 – Das Bündnis Tierschutzpolitik Berlin kritisiert scharf den Beschluss des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf, den Uferweg am Schlachtensee und Krumme Lanke für Hunde ab 15. Mai zu sperren. „Am Beispiel des Schlachtensee zeigt sich, wie wichtig es wäre, den Druck von den Hundeauslaufgebieten im Südwesten Berlins zu nehmen, indem auch in anderen Bezirken endlich größere Hundeauslaufgebiete eingerichtet würden. Wer Hunde an die Leine legt, wie im neuen Hundegesetzentwurf vorgesehen, muss auf der anderen Seite dafür Sorge tragen, dass Hunde ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Die bisherigen Maßnahmen des u.a. für Tierschutz zuständigen Senators Heilmann zeigen leider, welch geringen Stellenwert der Tierschutz in Berlin derzeit hat“, kritisiert Ines Krüger, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin, der mit dem Bundesverband Tierschutz das Bündnis bildet. „Hier geht es nur um einseitige Reglementierung der Halter, die Bedürfnisse der Hunde und die Aspekte des Tierschutzes spielen überhaupt keine Rolle“, so Ines Krüger. Sinnvoll wäre eine koordinierte Klärung der Interessen und Schaffung einer bezirksübergreifenden Lösung. „Hier wird ein künstlicher Konflikt zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern heraufbeschworen, der überhaupt nicht zur Lösung beiträgt. Statt vollendete Tatsachen zu schaffen, sollte eher überlegt werden, wie die Beziehung dieser beiden Interessengruppen verbessert werden kann“, betont Ines Krüger. Ziel der Politik sollte es sein, Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung abzubauen, um ein freundliches Miteinander zu erreichen. „Von einem Berliner Herz für Schnauzen sind wir momentan meilenweit entfernt“, zeigt sich Krüger enttäuscht. Das Bündnis spricht sich am Schlachtensee für eine Kompromisslösung aus, indem die Südseite für Hunde gesperrt würde, die Nordseite aber weiterhin begehbar bleiben könnte. Gegen das neue Hundegesetz kann eine Petition unterstützt werden, die der Tierschutzverein für Berlin ins Leben gerufen hat: www.tierschutz-berlin.de/Hundegesetz

 

Foto: TVB

Neues Jagdgesetz in NRW

 

Am 29. April 2015 hat der nordrhein-westfälische Landtag das neue ökologische Jagdgesetz (ÖJG) beschlossen. Die rot-grüne Mehrheit stimmte zusammen mit der Piratenpartei mit 137 von 226 Stimmen für das Gesetz. Bis zuletzt hatte Jagdlobby versuchte, die Novellierung des Jagdgesetzes zu verhindern. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ begrüßt im Grundsatz die Neufassung des Jagdgesetzes, wenngleich auch wichtige Forderungen, wie die Beschränkung der Jagd auf wenige Wochen im Jahr, nicht aufgenommen wurden.


Reduzierung der Liste jagdbarer Tierarten
Längst überfällig war die Reduzierung der Liste der jagdbaren Tierarten. Diese wurde von 100 auf 29 verringert. Aufgenommen wurde das Verbot des Abschusses von Katzen. Mit der Begründung, dass Katzen für den Schwund der Bodenbrüter verantwortlich seinen wurden noch im Jagdjahr 2013/14 in NRW 7.595 Katzen abgeschossen.


Verbot tierquälerischer Ausbildungsmethoden
Die vom BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ seit langem kritisierten Ausbildungsmethoden  von Jagdhunden an flugunfähig gemachten Enten wird ebenso verboten sein, wie die Jagd in Fuchs- und Dachsbauten. Allerdings ist die Baujagd unter bestimmten Voraussetzungen, wie in Fällen von Tollwut oder die Gefährdung von Deichen und Flughäfen, noch möglich. Auch die Verwendung bleihaltiger Munition wird untersagt. Positiv zu bewerten ist auch, dass Jäger, die an sogenannten Bewegungsjagden teilnehmen wollen, zukünftig einen Schießnachweis benötigen.


Totschlagfallen nicht mehr zulässig
In das Gesetz wurde auch das Verbot von Totschlagfallen aufgenommen. Da diese Fallen nicht selektiv töten und immer wieder auch andere Tiere in diese Fallen gerieten, für die diese Fallen nicht aufgestellt waren, war ein Verbot aus Tierschutzsicht seit langem überfällig. Ganz zu schweigen von den Verletzungen, die den Tieren zugefügt wurden, wenn diese Fallen nicht unverzüglich zum Tod des gefangenen Tieres führten.


Trotz der grundsätzlichen Kritik an der Jagd begrüßt der BUNDEVERBAND TIERSCHUTZ die neuen gesetzlichen Rahmenrichtlinien zur Jagd. Nordrhein-Westfalen hat damit ein modernes und an die Anforderungen der grundsätzlichen Schutzbedürftigkeit der Tiere angepasstes Jagdgesetz erlassen.

Forschung ja – Tierversuche nein!

Berlin, 24. April 2015: Anlässlich des internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April mahnt der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ E.V. ein Umdenken bei der Forschungsförderung an. Knapp drei Millionen Tiere wurden allein 2013 zu Tierversuchen eingesetzt. Nicht berücksichtigt sind hierbei alle jene Tiere, die der Vorratshaltung dienen und gleichfalls getötet werden, sollten sie nicht abgerufen werden. Diese Anzahl dieser Tiere wird nicht erfasst, Schätzungen gehen aber von mehreren Millionen aus.

 

Tierversuche sind mit unendlichem Leid für Tiere verbunden, die Ergebnisse sind aber nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar. Der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ fordert daher die Bundesregierung auf, statt in immer neue Tierversuchsvorhaben zu investieren, nur noch Alternativmethoden zu fördern. „Anstatt an Tierversuchen festzuhalten und Unsummen zur Finanzierung grausamer Tierversuche im Bereich von Biomedizin oder Gentechnologie auszugeben, sollte die Bundesregierung die Weltspitze bei tierversuchsfreien Untersuchungsmethoden anstreben. Dies würde dem Wirtschaftsstandort Deutschland, der nicht zuletzt dem Staatsziel Tierschutz verpflichtet ist, besser zu Gesicht stehen, als weiterhin fragwürdige und ethisch nicht vertretbare Tierversuche zu fördern“, meint Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des BUNDESVERBANDES TIERSCHUTZ:.


Zur Unterstützung dieser Forderung demonstriert der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ gemeinsam mit dem Tierschutzverein für Berlin und dem Deutschen Tierschutzbund am 25. April in Berlin  für die Abschaffung aller Tierversuche und für eine moderne tierversuchsfreie Forschung. Tausende Tierfreunde hatten sich bereits in den letzten Jahren an der Demo beteiligt, um auf das Leiden und Sterben von Tieren für Tierversuche und die fehlenden Gegenmaßnahmen aufmerksam zu machen. Alle Tierfreunde sind aufgerufen, nach Berlin zu kommen und gemeinsam den Tieren eine Stimme zu geben.

Ikea-Köttbullar nun auch vegetarisch

9.4.2015: Das ist auch uns eine Meldung wert: Das Möbelhaus IKEA bietet ab sofort die beliebten Fleischbällchen „Köttbullar“ auch als vegetarische Variante an. Sie tragen die Bezeichnung Grönsaksbullar. "Grönsak" ist das schwedische Wort für Gemüse.
Weltweit verkauft das Möbelhaus rund eine Milliarde Fleischbällchen  pro Jahr. In Deutschland sind es 81 Millionen Köttbullar, das macht rund 5,7 Millionen Portionen in den Restaurants der Möbelkette. Mit dem Angebot der vegetarischen Fleischbällchen greift der Konzern geschickt einen Trend auf, der sich insbesondere bei jungen Leuten in der Stadt etabliert hat: Mit einer bewussten Entscheidung für eine vegetarische oder vegane Ernährung einen persönlichen Beitrag zur nachhaltigen Lebensweise zu leisten.
Auch wenn es zunächst nur eine Werbestrategie sein sollte, so ist dieser Schritt, hin zu vegetarischen Speisen in den Restaurants des Möbelhauses grundsätzlich zu begrüßen. Neben den überzeugten Vegetariern werden sicher viele Kunden das Angebot ausprobieren die erstmalig vegetarisch essen. Sollte es ihnen gefallen, könnte das der erste Schritt hin zu einer neuen Ernährungsweise sein. In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel.
Ikea betreibt weltweit über 300 Filialen und beschäftigt rund 147.000 Mitarbeiter. Gegründet wurde das Möbelhaus 1943 in Schweden, seit 1974 verkauft Ikea auch in Deutschland und Anfang der 80er-Jahre öffneten die ersten Standorte mit Restaurant.

Neues Jagdgesetz in Baden-Württemberg in Kraft – Gesetz schützt Hunde und Katzen, die bisher zum Abschuss freigegeben waren

1. April 2015: Das im vergangenen Jahr vom Landtag verabschiedete neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz tritt heute – also zum Beginn des neuen Jagdjahres in Kraft. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz löst das Landesjagdgesetz aus dem Jahr 1996 ab.

Trotz der grundsätzlichen Kritik an der Jagd begrüßt der Bundesverband Tierschutz die neuen gesetzlichen Rahmenrichtlinien zur Jagd. So ist beispielsweise der Abschuss von Haustieren wie Katzen und Hunde sowie die Verwendung von Totschlagfallen ab sofort grundsätzlich verboten. Das Gesetz nimmt auch aktuelle wildbiologische Erkenntnisse in die jagdrechtlichen Vorschriften auf wie etwa ein Fütterungsverbot und die zweimonatigen Jagdruhezeit. Baden-Württemberg hat damit ein modernes und an die Anforderungen der grundsätzlichen Schutzbedürftigkeit der Tiere angepasstes Jagdgesetz erlassen. Es könnte Pate stehen für die Regelungen, die auch in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden sollen, und gegen die die Jäger in NRW seit Monaten zu Felde ziehen, so die Einschätzung des Bundeverbandes Tierschutz.

Zirkus Las Vegas in Moers - Bundeverband Tierschutz kritisiert die Präsentation von Wildtieren scharf

Moers, 23. März 2015: Bis zum 29. März gastiert der Zirkus Las Vegas an der Trompeterstraße in Moers und warb  zu Spielbeginn mit einer umstrittenen öffentlichen Fütterung seiner vier bengalischen Tiger. Seit Jahren steht das Unternehmen wegen der Vorführung von Wildtieren und den unzureichenden Haltungsbedingungen in der Kritik. Vor zwei Jahren wurden dem Zirkus aufgrund unzureichender Haltungsbedingungen ein Elefant und vier Großkatzen vom Veterinäramt Bad Segeberg beschlagnahmt. Der Bundesverband Tierschutz kritisiert die Mitführung von über 30 Tieren und insbesondere die Haltung von Wildtieren.

„Wildtiere im Zirkus sind pure Tierquälerei, die Darbietungen der Kunststücke basieren zumeist auf tierfeindlichen Ausbildungsmethoden und verletzen die Würde der Tiere“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer  des Bundesverbandes Tierschutz.  „Hinzu kommt die Problematik, dass unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens die Anforderungen an eine artgerechte Haltung der Tiere nicht erfüllt werden können“, so Styrie weiter.

Doch gerade Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Unterbringung, Betreuung und Ernährung. Unter  den Bedingungen eines reisenden Zirkusunternehmens können die arteigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden – im Gegenteil: Die Zirkustiere leiden unter den Entbehrungen, die das Leben in Gefangenschaft mit sich bringt. Selbst zahlreiche Zoologische Gärten haben mittlerweile erkannt, dass sie den hohen Ansprüchen von Wildtieren an ihren Lebensraum nicht gerecht werden können und haben freiwillig auf die Haltung bestimmter Arten verzichtet.

„Wenn Zirkusunternehmen wie Las Vegas nicht freiwillig auf die Haltung von Wildtieren verzichten, muss das dringend notwendige Verbot der Haltung durch eine Verordnung geregelt werden. So ist z. B. in Österreich und Ungarn das Mitführen sämtlicher Wildtiere im Zirkus verboten. In skandinavischen Ländern sind schon seit Jahren Tierartbeschränkungen bei Zirkussen üblich“, so Styrie weiter.

Der Bundesverband Tierschutz appelliert abschließend, Vorstellungen mit Wildtieren nicht zu besuchen. 

Tierschutzsieg über Unverstand - Pyrogames finden nicht im Safaripark Stukenbrock statt

Als Sieg für den Tierschutz bewertet der Bundesverband Tierschutz das Eingeständnis der Veranstalter der Pyrogames, dass der Safaripark Stukenbrock nicht der geeignete Veranstaltungsort ist, um ein großes Feuerwerksspektakel abzuhalten. Sicher ist die Entscheidung des Veranstalters nicht zuletzt auch auf den nachhaltigen Protest des Bundesverbandes Tierschutz zurück zu führen, der unmittelbar nach bekannt werden der Veranstaltung die Geschäftsführung des Safariparks und den Veranstalter der Pyrogames aufgefordert hat, das Feuerwerk nicht durchzuführen. „Feuerwerke sind ohnehin eine unnötige Belastung für die Umwelt, diese auch noch bewusst in der Nähe von Tieren oder sogar in Tierparks durchzuführen, zeugt von Unverstand und wenig Empathie für die Mitwelt“, so die Bewertung von Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz. In der Vergangenheit sind bei ähnlichen Veranstaltungen wiederholt Tiere zu Schaden gekommen. In Leipzig sind vor einiger Zeit beim Abbrennen eines Feuerwerks Tiere in ihrer Panik in die Wassergräben gesprungen und mussten von der Feuerwehr geborgen werden.

Das große Halali auf den Fuchs - Fuchsmassaker in Euskirchen

Moers, den 27.1.2015: Die Kölnische Rundschau berichtet  in ihrer Online-Ausgabe am 21.Januar 2015, dass am 7./8. Februar im Kreis Euskirchen eine revierübergreifende Fuchsjagd anberaumt ist, im Zuge derer etwa 100 Füchse erschossen werden sollen. Begründet wird diese Aktion mit dem angeblich hohen Fuchsbestand und der Verhinderung des weiteren Ausbreitens des Fuchsbandwurms.

Der Bundesverband Tierschutz kritisiert dieses Vorhaben scharf und fordert den Jagdverband auf, auf diese unsinnige und tierfeindliche Maßnahme zu verzichten. Es liegen keinerlei wissenschaftliche Belege vor, wonach der Fuchsbandwurm durch die Bejagung der Füchse bekämpft werden könne. Im Gegenteil: Studien haben ergeben, dass sich Fuchspopulationen nach einer Dezimierung schnell wieder erholen und innerhalb relativ kurzer Zeit wieder das Niveau wie vor der Bejagung einnehmen. Eine erfolgreiche Bekämpfung des Fuchsbandwurmes ist nur über eine Entwurmungsaktion möglich. Dies bestätigt auch eine Studie des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München im Rahmen derer entsprechende Maßnahmen erfolgreich am Starnberger See vorgenommen wurden.

Der geplante Abschuss der Füchse ist aber auch deshalb abzulehnen, da die weiblichen Füchse derzeit bereits tragend sind. Zu bedenken ist auch, dass beim Abschuss des Fuchsvaters für die Aufzucht der Welpen ein wichtiger Nahrungsbeschaffer fehlt. Ohne diesen haben die Welpen nur geringe Überlebenschancen. Viele Füchse werden bei der Bejagung auch nur angeschossen. Sie erleiden einen langen und qualvollen Tod.

Der Bundesverband Tierschutz lehnt die Jagd auf Füchse grundsätzlich ab. Sie dient weder der Verhinderung der Ausbreitung des Fuchsbandwurms noch gibt es eine sinnvolle Verwertung der geschossenen Füchse. Deutschland sollte sich an Luxemburg orientieren. Dort ist die Jagd auf Füchse ab kommenden April verboten.

 

Update:

Fuchsjagd im Kreis Euskirchen abgesagt

Moers, 05.02.2015: Laut Aussagen des Geschäftsführers der Kreisjägerschaft in Euskirchen wurde die für dieses Wochenende geplante Fuchsjagd abgesagt. Die Jägerschaft reagiert damit auf den öffentlichen Druck vieler Tierfreunde, die das Vorhaben der Jäger zum Abschuss von rund 100 Füchsen scharf kritisierten. Auch der BUNDESVERBAND TIERSCHUTZ hatte sich nachhaltig gegen die Bejagung der Füchse ausgesprochen. Da nicht davon auszugehen ist, dass die Jäger langfristig von der Jagd auf Füchse Abstand nehmen werden, gilt es, deren Aktivitäten weiterhin große Aufmerksamkeit zu schenken. Die Einsicht, dass die Fuchsjagd wildbiologisch völlig unsinnig ist, ist bei den Jägern noch nicht angekommen. Anders in unserem Nachbarstaat Luxemburg. Dort ist die Fuchsjagd zukünftig verboten.

Hundeverbot an Krummer Lanke und Schlachtensee

Berlin, 15. Januar 2015: Mit Unverständnis reagiert der Bundesverband Tierschutz auf das Hundeverbot, das ab dem 15. Mai im Uferbereich des Schlachtensees und der Krummen Lanke besteht. Die Begründung, dass die Uferböschungen von Hunden beschädigt würden, dass eine Infektionsgefahr für den Menschen aufgrund des Hundespulwurms bestehe und das der Hundekot immer wieder Anlass für Beschwerden sei, erscheint eher vorgeschoben. Dahinter verbirgt sich eine Antipathie einiger weniger Bezirkspolitiker gegenüber Hunden und deren Haltern. Die überwiegende Mehrheit der Hundehalter verhalten sich überaus verantwortungsvoll und leiste das Ihrige, dass es zu keinen Konflikten zwischen Hunde- und Nichthundehaltern kommt.

Entsprechend gering sind auch die tatsächlich vorliegenden Beschwerden.
Es ist bedauerlich, dass neben dem Bezirk Treptow-Köpenick, der sich mit vorgeschobenen Argumenten weigert, weitere Hundeauslaufgebiete einzurichten, sich nun ein weiterer Berliner Bezirk als nicht Tierschutzaffin ausweist. Berlin verliert mit solchen Schnellschüssen sein bestehendes Image, eine tierfreundliche Stadt zu sein.