Pressemitteilungen 2017

Foto:pixabay

 

Pressemeldung

 

Wann steigt Deutschland aus dem

Tierversuchs-System aus?

BVT fordert Paradigmenwechsel von der Bundesregierung

21. April 2017, Berlin. Am 24. April wird der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche begangen. Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) nimmt diesen Tag zum Anlass, die Bundesregierung aufzufordern, dem Vorbild der Niederlande zu folgen und ein Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch vorzulegen.

 

"Vor zwei Jahren hat Bundesminister Christian Schmidt erklärt, langfristig aus dem tierexperimentellen System aussteigen zu wollen", sagt Dr. Jörg Styrie. Der Geschäftsführer des BVT sieht die aktuelle Entwicklung in Deutschland allerdings kritisch. "Während weiterhin Milliarden Steuergelder in Tierversuche gesteckt werden und vor allem in den Bau neuer Tierversuchslabore", so der BVT-Geschäftsführer, "können wir nicht erkennen, dass der Erforschung von Alternativmethoden (u.a. Computersimulationen, Chips, die mit menschlichen Zellen funktionieren) größeres Interesse aus der Politik entgegengebracht wird."

Im Schnitt werden pro Jahr nahezu drei Millionen Tiere in Tierversuchen eingesetzt. Welches Leid den Mäusen, Ratten, Kaninchen, Hunden, Katzen, Schweinen, Tauben, Fischen und weiteren Tierarten dabei widerfährt, ist kaum mit Worten benennbar. Als überaus grausam galten die Versuche im Bereich der Hirnforschung an Affen, an denen das Max-Planck-Institut in Tübingen trotz großer öffentlicher Kritik bis vor wenigen Tagen noch festhielt.

 

Am Mittwoch kündigte das Institut an, aus der Affenforschung auszusteigen - doch die Freude ist getrübt. Ein Affe verstarb noch während der letzten Tage im Versuch, die anderen erwartet ein düsteres Schicksal in anderen europäischen Forschungs-Einrichtungen. Alle Offerten von Tierschutzorganisationen, die Jahre gegen die grausigen Hirnversuche protestiert hatten und die Tiere in Auffangstationen unterbringen wollten, wurden von Institutsseite abgelehnt.

 

Diese erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber empfindenden Lebewesen zeigt sich gerade in diesen Tagen auch in Zürich. Zwei Hochschulen haben vor drei Jahren einen Antrag auf mehrmonatige Hirnversuche mit zwei Makaken gestellt. Beschwerden von Tierschutzorganisationen wurden von allen Instanzen, zuletzt vor wenigen Tagen vom Verwaltungsgericht im Kanton Zürich, zurückgewiesen. Die Begründung: Der mögliche Nutzen überwiege die Belastungen für die Tiere.

 

3.141 Affen mussten 2015 allein in Deutschland fürchterlichste Versuche über sich ergehen lassen, unter ihnen Giftigkeitsprüfungen, die vom Auftragslabor Covance in Münster durchgeführt werden. Doch auch in München, das gerade drei neue Tierversuchslabore in Betrieb genommen und schon ein viertes plant, sterben qualvoll Affen in der Xenotransplantation. Ihnen werden Herzen von genmanipulierten Schweinen transplantiert; die Primaten verenden jämmerlich an den Abstoßungsreaktionen.

 

"Wieder und wieder hat sich bewiesen, dass sich die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht 1:1 auf den Menschen übertragen lassen", betont Dr. Styrie. "Tierversuche sind nicht nur unzulänglich und unwissenschaftlich, sondern vor allem in höchstem Maße unethisch", so der BVT-Geschäftsführer. "Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, einen Paradigmenwechsel zu vollziehen und - wie die Niederlande - den Ausstieg aus dem Tierversuch anzugehen."

An den drei Standorten - München, Münster und Tübingen - finden am 22. April Protestaktionen statt. Alle Infos dazu finden Sie hier

www.tag-zur-abschaffung-der-tierversuche.de/

 

Der 24. April als Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche geht auf Lady Dowding zurück. Die Britin engagierte sich besonders gegen Tierversuche für Kosmetik und wollte mit diesem Tag weltweit auf das Leid der Labortiere aufmerksam machen. 1979 wurde der Tag erstmalig begangen.

 

 

 

 

 

Foto: pixabay

Pressemeldung

Kein Kaninchenbaby im Osternest

 

Bundesverband Tierschutz, 10. April 2017. Der Bundesverband Tierschutz appelliert vor Ostern an die Verbraucher, keine lebenden Tiere zum Fest zu verschenken. Mit einem Kaninchenbaby im Osternest wollen viele Eltern ihre Kinder überraschen - doch die anfängliche Freude schlägt sehr häufig schon nach kurzer Zeit ins Gegenteil um.

  

"Kaninchen stellen hohe Ansprüche an ihre Haltungsbedingungen, die ihnen Privathalter oft nicht bieten können oder wollen", sagt der BVT-Geschäftsführer Dr. Jörg Styrie. Die handelsüblichen Käfige sind für den Daueraufenthalt der bewegungsfreudigen Tiere nicht geeignet. In den flachen, kleinen und unstrukturierten Plastik- oder Holzbehausungen können sie weder ihrem ausgeprägten Bewegungsbedürfnis nachkommen, noch annähernd ihren natürlichen Bedürfnissen folgen.

 

"Kinder sind mit der Betreuung von Tieren ohne fachkundige Anleitung (durch Eltern oder ältere Geschwister) überfordert und verlieren dann schnell die Freude an ihnen", so Dr. Styrie. Die Folge: Die „Osterhasen“ werden in den Keller oder in ein unzureichendes Außengehege verbannt, in dem sie einsam und zur Bewegungslosigkeit verdammt ihr trauriges Leben fristen. Oder sie werden verschenkt, ausgesetzt oder ins Tierheim gebracht.

 

"Wenn Kinder sich sehnlichst ein Haustier wünschen, dann sollten Eltern dem Wunsch nur dann nachkommen, wenn alle Voraussetzungen für ein artgerechtes Umfeld (Möglichkeit zur Bewegung, Beschäftigung, Kommunikation mit Artgenossen etc.) geschaffen werden können", appelliert der BVT-Geschäftsführer an Familien. Im Tierheim Wesel, das vom BVT unterhalten wird, warten viele Kaninchen auf ein schönes Zuhause.

   

Weiter weist der Bundesverband Tierschutz vor Ostern darauf hin, dass gefärbte Eier weder aus dem Freiland- noch aus Bodenhaltung stammen, sondern von Tieren gelegt wurden, die in ausgestalteten Käfigen leben. "Kaufen Sie bitte nur Eier aus artgerechten Haltungsbedingungen und beachten Sie den Eiercode", sagt Dr. Jörg Styrie.

Foto: pixabay

Die erste Ziffer auf dem Ei steht für die Haltungsform.

0 = Biohaltung

- Im Stall werden pro qm höchstens 6 Hennen gehalten

- Stall hat Sitzstangen und ist zu mindestens 1/3 Stallfläche mit Stroh, Holzspänen oder Sand eingestreut

- Tiere haben Auslauf; jeder Henne steht mindestens 4 qm Fläche dabei zu

- Futter nur aus ökologischem Landbau

 

1= Freilandhaltung

Unterschiede zu oben nur bei diesen Punkten:

- Es dürfen 9 Hennen pro qm im Stall gehalten werden, und das Futter muss nicht Bio-Qualität aufweisen

 

 

2= Bodenhaltung

- Hennen leben in geschlossenem Stall. 9 Tiere auf mindestens 1qm Bodenfläche

- 1/3 eingestreute Stallfläche

- Nester auf mehreren Etagen zur Eiablage

3= Käfighaltung

- Seit 2012 EU-weit: Haltung nur noch in sog. ausgestaltetem Käfig. Die Käfigfläche muss pro Tier 0,075qm betragen, die Käfighöhe mindestens 50 cm

- Legenester, Einstreu, Sitzstangen

Foto: soylent-network.com

Pressemeldung

Für mehr Tierschutz in den Ställen wird das staatliche Tierwohl-Label nicht beitragen

 

Berlin, 5. April 2017. Die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk bestätigen in ihren Berichten, was der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) befürchtet hatte: Das auf Freiwilligkeit basierende Tierwohl-Label von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hält nicht, was es verspricht. So werden Medienberichten zufolge zum Beispiel für die Haltungsbedingungen von Schweinen Kriterien in der Einstiegsstufe gelten, die gerade die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen.

 

Wie Dr. Jörg Styrie, BVT-Geschäftsführer, bereits in der aktuellen Zeitung des Verbandes (Der Tierschutz Nr.1/2017) ausführte, erwarten Tierschutzorganisationen von einem Tierwohl-Label Kriterien, die über die bisherigen Mindeststandards hinausgehen. "Wir brauchen kein Label", so der diplomierte Agrarwirt Styrie, "das die Missstände in der landwirtschaftlichen Tierhaltung unberührt lässt und sich damit als Kniefall vor der Agrarlobby präsentiert."

 

Es geht u.a. um eingepferchte Sauen in Kastenständen, Ferkel, denen die Schwänze abgeschnitten werden und erwachsene Tiere, die ohne Beschäftigung auf Vollspaltenböden stehen. "Ein Tierwohl-Label, das diese Zustände gutheißt, verdient seinen Namen nicht", sagt Dr. Jörg Styrie. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 0,75 qm dürfen Mastschweine, so will es das Label, künftig auf einem qm stehen, eine ebenso marginale Verbesserung wie bei der Beschäftigung von Schweinen geplant.

 

Ein Stück Holz als Spielzeug und  ständiger Zugang zu Rauhfutter - "diese, im Übrigen längst in der nationalen Nutztierhaltungsverordnung bzw. EU-Richtlinie niedergelegten Kriterien, reichen nicht aus, um das Tierwohl in der Landwirtschaft wirklich voran zu bringen", kritisiert der Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz. "Wir erwarten, dass die Kriterien zur Haltung von landwirtschaftlichen Tieren über den Bestimmungen des nationalen und europäischen Rechts liegen."

 

Weiter erwartet das Tierschutzbündnis, neben dem BVT, die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt, Vier Pfoten-Stiftung für Tierschutz, die Welttierschutzgesellschaft, PROVIEH e.V., der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., dass alle tierischen Produkte für die Verbraucher nachvollziehbar gekennzeichnet werden. "Damit die Kunden sofort sehen kennen, unter welchen Haltungsbedingungen die Tiere gelebt haben, fordern wir die Kennzeichnung, wie sie mit dem Eier-Code bereits etabliert ist", so Dr. Styrie abschließend.     

Pressemeldung

 

Schwerkranken Perserkater bei Auszug in Wohnung zurückgelassen

Not-OP im Tierheim Wesel rettet Elvis hoffentlich das Leben 

 

Tierheim Wesel, 5. April 2017. Als seine Besitzer die Wohnungstür hinter sich verschließen, ahnt Kater Elvis nicht, dass sie ihn damit seinem Schicksal überlassen, gleichgültig und mitleidslos. Doch Elvis hat Glück im Unglück: Nachbarn sorgen dafür, dass der fünfjährige Perserkater befreit und ins Tierheim gebracht wird.

 

Dort ist das Team um Gabi Wettläufer schockiert über seinen Zustand: "Zuerst fiel uns nur seine äußere Verwahrlosung auf, das stark verfilzte Fell. Doch bei der näheren Untersuchung stellte sich dann sehr schnell heraus, dass er nicht nur völlig dehydriert war, sondern auch keinen Urin mehr absetzen konnte." Im Ultraschall zeigte sich die Blase gefüllt mit Harngrieß und Steinen; sie hatten die Harnröhre verschlossen - ein tierärztlicher Notfall, der bei Katern nicht selten vorkommt, weil sich die Harnröhre zur Penisspitze hin sehr verengt.

 

Drei Mal muss der Kater nun operiert werden: Der Penisamputation folgt ein weiterer Eingriff, weil sich erneut Steine in der Harnröhre ansammeln. Schließlich wird  ein Blasenkatheter gesetzt, um Steine und Grieß abließen zu lassen. Rotlichtbestrahlung, Antibiotikagabe, intravenöse Zufuhr von Nahrung - Elvis erhält im Tierheim das volle Programm. "Er ist sehr lieb und unendlich geduldig", sagt die Tierheimleiterin. "Wir wünschen ihm von Herzen, dass er diese gesundheitliche Krise meistert und danach ganz schnell ein schönes Zuhause findet."

Doch Elvis ist nicht der einzige Notfall im Tierheim Wesel - auch Monty macht dem Team große Sorgen. Monty ist eine 15 Jahre alte Podencomixhündin, die nach dem Tod ihrer Besitzerin vor wenigen Tagen ins Tierheim gebracht wurde.

 

Die Hündin sucht verzweifelt nach ihrer Bezugsperson und lässt sich kaum ablenken. Sie kommt nur selten zur Ruhe und auch nur dann, wenn sich eine Betreuerin zu ihr setzt und ihren Kopf streichelt. Monty ignoriert ihre Artgenossen, nimmt nun aber wenigstens schon langsam etwas Futter an.

 

"Monty braucht ganz dringend eine ruhige Umgebung bei liebevollen Menschen, die ihr viel Aufmerksamkeit und Zuneigung schenken. Außerdem sollte das neue Zuhause möglichst in der Nähe unseres Tierheims liegen, damit wir die notwendige  tierärztliche Versorgung der Hündin übernehmen können", umreißt Gabi Wettläufer die Voraussetzungen für eine Vermittlung.

 

Neben Hündin Monty kommen aus diesem Haushalt einer tierschutzengagierten Frau noch fünf Katzen, alle älter als zehn Jahre. Ähnlich wie Monty trauern sie sichtlich um ihr verlorenes Zuhause. Zurzeit  sind sie noch in der Krankenstation untergebracht, werden aber in den nächsten Tagen gemeinsam in ein kleines Katzenhaus umziehen.

 

Wer sich für die Notfälle im Tierheim interessiert, ist zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen. Ebenfalls freut sich das Tierheim über Spenden für die Tierarztkosten seiner  neuen vierbeinigen Patienten.

 

Das Tierheim Wesel gehört zum Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT). Der Verband mit Sitz in Moers und Hauptstadtbüro in Berlin wurde vor 55 Jahren gegründet. Mehr Infos zu seiner Tierschutzarbeit unter: www.bv-tierschutz.de und www.tierheim-wesel.de.

   

 

Im Bild: Dr. Gerd Gies (Vors. BVT), El Yazidi (Generalsekretär ZMD), Dr. Jörg Styrie (Geschäftsf. BVT)

Pressemeldung

 

Bundesverband Tierschutz trifft den Zentralrat der Muslime in Berlin

Konstruktiver Dialog zu Fragen des Tierschutzes

 

Berlin, 31.3.2017: Tierschutz ist ein weltumspannendes und damit auch interkulturelles Thema. Tiere genießen nicht nur in der westlich-christlich geprägten Welt einen hohen Stellenwert, sondern auch in den muslimischen Ländern. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis eines informellen Gespräches, das auf Initiative des Bundesverband Tierschutz mit dem Zentralrat der Muslime in Berlin geführt wurde.  

 „In Fragen des Tierschutzes liegen wir gar nicht so weit auseinander, wie zunächst zu vermuten gewesen wäre“, stellte Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des BVT, erfreut fest. „Auch wir Muslime sind durch die Lehren des Korans und der Aussagen und Lebensweise des Propheten Mohamed, verpflichtet, sorgsam und verantwortungsvoll mit den Tieren umzugehen. Eine Grundlage, die uns verbindet und die wir in der öffentlichen Darstellung stärker nach außen kommunizieren sollten“,  bekräftigt El Yazidi, der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime.

 

Strittig im gemeinsamen Gespräch blieb jedoch die Bewertung des betäubungslosen Schlachtens von Tieren. Während der Bundesverband Tierschutz eine Schlachtung von Tieren ohne Betäubung grundsätzlich ablehnt, weil die Tiere, wie viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dabei erhebliche Schmerzen erleiden, vertreten einige Mitglieder des Zentralrats die Auffassung, dass die Schächtregeln des Islams auch heute noch unverändert anzuwenden seien. 

Der Prophet Mohamed stellte nach damaliger Sicht hohe Anforderungen an den humanen Umgang mit Tieren sowie deren Tötung. So besagen die Schächtregeln u.a., dass Tiere nicht in Anwesenheit von Artgenossen getötet werden dürfen, die Atmosphäre beruhigend sein soll und ihnen Zuspruch gewährt werden muss. Demzufolge würden die Anforderungen, die bis heute an eine fachgerechte Durchführung des betäubungslosen Schlachtens gestellt würden, ebenfalls sehr hoch angesetzt, so die Argumentation von Mitgliedern des Zentralrats.

 

Doch gerade diese Voraussetzungen sieht der BVT-Vorsitzende nicht als erfüllt an. "In vielen Ländern wird industriell geschächtet", erklärte Dr. Gerd Gies. "Unter diesen Bedingungen ist weder die Einzeltötung eines Tieres möglich noch eine beruhigende, Angst-nehmende Atmosphäre  zu erwarten. Im Gegenteil erleben die Tiere in Todespanik und bei vollem Bewusstsein den Schnitt durch die Kehle." Der BVT-Vorsitzende regte mit Blick auf die moslemischen Geistlichen an, das Anliegen des Propheten, den Umgang mit Tieren so human wie möglich zu gestalten, nach jetzigen Erkenntnissen weiter zu entwickeln. Hierzu gehört die Kurzzeitbetäubung vor dem Schächtschnitt .

 

Der Zentralrat zeigte sich offen, diese hochsensible Thematik auch in seinen Gremien weiter zu diskutieren. Notwendig sei ebenfalls die Heranführung der muslimischen Jugend an den Tierschutzgedanken - ein Ansatz, den der Bundesverband Tierschutz aufgreifen wird.  "Wir sind sehr gerne bereit, mit dem Zentralrat der Muslime an einer Sensibilisierung der Jugendlichen, gleich welcher Religionsgruppen sie angehören, mitzuarbeiten", sagt Dr. Gerd Gies abschließend.

Foto: Marita Spitzbarth

Pressemeldung

 

Neue Vortragsreihe im Tierheim Wesel

Was Sie schon immer über Ihre Hunde und Katzen wissen wollten...

 

Tierheim Wesel, 24. März 2017. In Kürze startet im Tierheim Wesel eine informative Seminarreihe zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Verhalten und Erste Hilfe bei Notfällen für Tierhalter.

 

Der erste von insgesamt sechs Vorträgen in diesem Jahr findet am 19. April um 18.00 Uhr im Tierheim statt. Der Referent Dr. Uwe Boffin, Tierarzt aus Hünxe, wird über Ektoparasiten bei Hunden und Katzen sprechen, zu denen Insekten (Flöhe, Haarlinge etc.) und Spinnenartige wie Zecken und Milben zählen. Diese äußeren Parasiten sind nicht nur lästig für ihre Wirte, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen.

 

Wie können Tierhalter ihre Hunde und Katzen vor dem im Frühjahr verstärkt auftretenden Befall durch Zecken, Flöhe und andere Parasiten schützen und welche weiteren Maßnahmen - wie die tägliche Kontrolle von Haut und Fell - noch ergreifen? Warum manche Hunde hochallergisch auf den Speichel der Flöhe reagieren und Haarlinge besonders geschwächte und junge Tiere befallen, erklärt Tierarzt Dr. Boffin anschaulich und verständlich in seinen beiden Vorträgen. Am 19. April wird es um Flöhe gehen, im zweiten Teil um Zecken (Termin noch offen).

 

Nachfragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht und werden von unseren Referenten gerne beantwortet. Dr. Boffin behandelt seit über drei Jahren die Tiere im Tierheim Wesel und unterstützt den Träger des Tierheims, den Bundesverband Tierschutz e.V., als Beisitzer im Vorstand.

 

Im zweiten Vortrag - am 27. April um 16.00 Uhr im Tierheim - geht es um die Grundlagen tierischer Ernährung. Dieses Themengebiet wird von der Schulungsakademie des in Hamminkeln ansässigen Herstellers von Heimtiernahrung Dr.Clauder vorgestellt. Die Firma Dr.Clauder solutions for pets GmbH hat ein umfassendes Produktportfolio für Hunde und Katzen entwickelt und unterstützt seit langem das Tierheim Wesel mit Futter und Spenden.

 

Ergänzend wird beim dritten Vortrag am 24. Mai um 17.00 Uhr über Diätnahrung referiert. Bei welchen Erkrankungen, wie zum Bespiel Diabetes oder einer Beeinträchtigung der Nierenleistung, ist welches spezielle Futter angeraten? Hier erfahren die Tierbesitzer und künftigen Tierhalter viel Wissenswertes zum spannenden Thema Ernährung und außerdem noch viel mehr: Mit welchen "Tricks" kann man wählerischen Hunden das Diätfutter schmackhaft machen und wie scheinbar nie durstige Katzen zum Trinken animieren?  

 

Bitte melden Sie sich rechtzeitig im Tierheim zu den einzelnen Vorträgen an. Die Plätze sind begrenzt, darum bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zu einer Woche vor dem jeweiligen Vortragstermin. Die Teilnahme an unserer Seminarreihe ist kostenlos, das Tierheim freut sich jedoch über Spenden.

Anmeldung bitte im Tierheim Wesel unter info@tierheim-wesel.de

Weitere Infos unter www.tierheim-wesel.de und www.dr-clauder.com

Das Tierheim Wesel wird von dem Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) unterhalten. Der Verband ist mit einem Hauptstadtbüro in Berlin und einer Geschäftsstelle in Moers (NRW) vertreten. Mehr zur Arbeit des BVT, der in diesem Jahr 55 Jahre alt wird, unter www.bv-tierschutz.de
 

Bundesverband Tierschutz e.V.

Pressestelle
Claudia Lotz
Redakteurin (M.A.)
Sauerbruchstraße 11
14109 Berlin
lotz@bv-tierschutz.de
Tel: 030 - 80 58 33 38

Foto: BVT

Pressemeldung

Urteil gegen Hundezüchterinnen aus Schermbeck

BVT kritisiert das viel zu geringe Strafmaß

 

13. Februar 2017. Am Freitag fand vor dem Amtsgericht Wesel der Prozess gegen die Malteser-Züchterinnen aus Schermbeck statt. Im März des vergangenen Jahres waren über 270, zum Teil schwer verwahrloste, kranke und verletzte Malteser von der Veterinärbehörde beschlagnahmt worden. 64 Hunde hatte das Tierheim Wesel, das vom Bundesverband Tierschutz unterhalten wird, aufgenommen.

 

Die 67jährige Hundezüchterin und ihre 38jährige Tochter standen am 10. Februar vor Gericht, angeklagt wegen schwerer Tierquälerei. Dennoch blieb die Richterin mit jeweils 10 und sechs Monaten Haft auf Bewährung weit unter dem erwarteten Strafmaß. "§17 des Tierschutzes sieht vor, dass die Zufügung von länger anhaltenden erheblichen Schmerzen und Leiden mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann", sagt Dr. Jörg Styrie. "Wir hätten schon ein höheres Strafmaß erwartet", zeigt sich der Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz sehr enttäuscht. Neben der Haft auf Bewährung sieht das Strafmaß dreißig Sozialstunden vor sowie ein unbegrenztes Tierhalteverbot.

 

Die fürchterlichen Haltungsbedingungen waren an den beschlagnahmten Maltesern nicht spurlos vorrübergegangen: Viele brauchten Monate im Tierheim, bis sie annähernd bereit waren, Kontakt zu Menschen zuzulassen. Auch körperlich waren die meisten aufgenommenen Hunde in sehr schlechter Verfassung: Vereiterte Zähne, lange Krallen, Hunde mit Wasserkopf und anderen neurologischen Störungen, einem Malteser musste ein Bein amputiert werden - "es dürfte jedem klar sein, dass die Vermittlung von derartigen Notfällen äußerst kompliziert ist", so Jörg Styrie.

 

Um deutlich zu machen, dass tierschutzwidriges Verhalten auch spürbare Folgen haben muss, fordert der Kreis Wesel über 60.000 Euro von den beiden Frauen zurück. Die Summe setzt sich aus den Kosten zusammen, die für den Einsatz und die Unterbringung der Hunde in den Tierheimen Wesel, Kamp-Lintfort und Straelen entstanden sind.

 

Foto: Tierheim Wesel

Pressemeldung

 

Mehrere Neuzugänge im Tierheim Wesel

Pelle - der Jagdhund ohne Jagdleidenschaft

 

Tierheim Wesel, 30. Januar 2017. Das neue Jahr ist erst wenige Wochen alt - und schon wieder reich an tierischen Schicksalen. Da ist zum Beispiel Pelle, ein "super lieber Jagdterrier ohne Jagdinstinkt", wie Tierheimleiterin Gabi Wettläufer den zehnjährigen Rüden beschreibt.

 

Im Januar 2013 wurde Pelle in einem Waldstück in Wesel gefunden. Niemand kannte den Hund, vermisste ihn oder konnte einen Hinweis auf seine Besitzer geben. Doch der kontaktfreudige Terrier hatte Glück: Nach kaum vier Monaten Aufenthalt im Tierheim nahm eine Familie ihn auf, in deren Haushalt bereits ein Hund lebte.

 

Jetzt ist die Besitzerin schwer erkrankt und hat den unglücklichen Pelle ins Tierheim gebracht. "Für ältere Hunde ist der Tierheimbetrieb oft belastend", erklärt Gabi Wettläufer. Sie hofft für den sanften Senior, dass er wie schon vor Jahren schnell an nette Menschen vermittelt werden kann. "Eine Hündin als Partnerin, die ihm die Eingewöhnung in das neue Zuhause erleichtert, wäre ihm sehr zu wünschen", sagt die Tierheimleiterin.

 

Während Pelle als lebenserfahrener Hund natürlich die Regeln des Zusammenlebens mit einer Familie kennt, befinden sich Luna und Leila noch mitten im Lernprozess. Die zierliche Hündin Luna, eine Woche vor Weihnachten im Tierheim abgegeben, kannte kaum Außenreize und reagierte entsprechend unsicher in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel beim Zusammentreffen mit Fahrrädern oder einem näher kommenden Auto. Dank der intensiven Schulung durch das Tierheim macht die sechs Monate alte Luna große Fortschritte - und wäre eine perfekte Begleiterin für eine aktive Familie ohne andere Haustiere.

 

Auch die Labradormischlingshündin Leila hatte einen schlechten Start ins Leben und holt im Tierheim nun nach, was an ihr versäumt wurde. Die Zweijährige ist sportlich, agil und lernt mit Eifer die Grundkommandos, die ihr das ambitionierte Tierheimteam beibringt. "Wer Leila aufnimmt, sollte mit ihr eine Hundeschule besuchen", empfiehlt Tierheimleiterin Gabi Wettläufer.  Das gemeinsame Training schweißt zusammen und legt den Grundstein für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung.

 

Wenn Sie Interesse an diesen Hunden und weiteren Schützlingen aus dem Tierheim Wesel haben, sind Sie zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen. Alle Infos auch unter www.tierheim-wesel.de      

Foto: pixabay

Tierschutzorganisationen fordern hohe Standards bei der

Etablierung eines staatlichen Tierwohllabels in Deutschland

 

Die Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Deutscher Tierschutzbund, PROVIEH, VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz und die Welttierschutzgesellschaft begrüßen die Absicht des Bundeslandwirtschafts-ministeriums (BMEL), ein staatliches Tierwohllabel einzuführen.

 

Sie fordern das Bundesministerium aber gleichzeitig auf, ein glaubwürdiges Label durchzusetzen, das Haltungsbedingungen deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard normiert. Nur so kann eine wirkliche Verbesserung für die Nutztiere in Deutschland erreicht werden. Mittelfristig fordern die Tierschützer allerdings eine obligatorische EU-Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Produkte, analog zu der bekannten Eierkennzeichnung. Nur so können sich Konsumenten beim Einkauf tatsächlich für oder gegen ein Haltungssystem entscheiden.

Zusammengefasst erwarten die Tierschutzorganisationen, dass

  1. die Kriterien eines staatlichen Tierwohllabels deutlich über nationalem und europäischem Recht liegen,
  2. die ausgewählten Kriterien zu einem messbar höheren Tierschutzniveau führen,
  3. ein staatliches Tierwohllabel nur an Betriebe vergeben wird, die alle Pflichtkriterien unmittelbar erfüllen.
Foto: soylent-network.com

Wegweiser ohne Lösungswege

Tierschutzorganisationen kritisieren Grünbuch

 

Berlin, 12. Januar 2017 - Die Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Provieh, Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz und die Welttierschutzgesellschaft kritisieren das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellte „Grünbuch - Ernährung, Landwirtschaft, Ländliche Räume“. Wo gesetzliche Regelungen notwendig sind und

 

 

verbindliche Leitlinien geschaffen werden müssen, setzt das Ministerium weiterhin auf Freiwilligkeit und verzichtet damit auf konkrete Verbesserungen zum Wohle der Tiere in der Landwirtschaft.

 

Das am 30. Dezember 2016 als Wegweiser für die Zukunft vorgestellte Grünbuch des BMEL wird dem eigenen Anspruch nicht gerecht: Statt Leitlinien einer zukünftigen Agrarpolitik zu präsentieren, beschränkt es sich auf unpräzise Absichtserklärungen.

Zwar kündigt der Bundesminister im Grünbuch unter anderem an, eine nationale Nutztierstrategie entwickeln zu wollen, einen Bundesbeauftragten für Tierschutz zu benennen und Rahmenbedingungen für eine verbesserte Sachkunde schaffen zu wollen – allerdings fehlt hier ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung dieser Ziele.

 

Statt notwendige gesetzliche Änderungen voranzubringen, setzt das Bundesministerium weiterhin auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft und nimmt Abstand von gesetzlichen Regelungen. Für das BMEL liegen die entscheidenden Rahmenbedingungen für eine tiergerechte Haltung bereits vor. Christian Schmidts Primat der Freiwilligkeit ist gescheitert - ebenso wie die Chance, die mit der Entwicklung eines wegweisenden Grünbuchs einherging, so die Position der Tierschutzorganisationen. Auch das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, das seit 2015 eine fundierte Grundlage für die Ausrichtung der Tierhaltung in Deutschland bietet, findet im Grünbuch keine Beachtung.

 

Die Tierschutzorganisationen bedauern die vertane Chance des Bundesministeriums, mit dem Grünbuch eine wirkliche Verbesserung für die Tiere in der Nutztierhaltung herbeizuführen.

 

Pressemitteilungen 2016

 

Pressemeldung

 

 

Silvester - Qual für Haus- und Wildtiere

Bundesverband Tierschutz appelliert an die Bürger: Verzichten Sie den Tieren zuliebe auf Böller & Co

 

 

Berlin, 29.12.2016: Rund 100 Millionen Euro geben die Bundesbürger jährlich für Feuerwerksartikel aus - und versetzen damit Haus- und Wildtiere in Angst und Schrecken. 

 

Seit heute dürfen Feuerwerkskörper verkauft werden. Viele Menschen fürchten diesen Tag, weil ihnen das panische Verhalten ihrer Haustiere aus den vergangenen Jahren noch zu gut in Erinnerung ist. Gerade Hunde reagieren auf die schussähnlichen Geräusche mit gesteigerter Ängstlichkeit und sichtbarem Stress: Sie beben, zittern, hecheln schwer und sind geneigt, bei jedem neuen Knall die Flucht zu ergreifen.  

 

Aber nicht nur Haustiere erleben den lauten Jahreswechsel als höchste Belastung, sondern auch Wildtiere. Aus diesem Grund appelliert der Bundesverband Tierschutz an die Bürger, keinesfalls in Wald- und Naturschutzgebieten sowie in der Nähe von privaten oder landwirtschaftlichen Tierhaltungen Böller und Raketen zu zünden. Dasselbe gilt natürlich für Zoos, Tierparks, Wildparks und Reitställe.  

 

"Tierhalter sollten in den kommenden Tagen alle Örtlichkeiten meiden, an denen erfahrungsgemäß viel geknallt wird", empfiehlt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT. "Selbst wenn sich Hunde durch das Zünden von Silvesterartikeln nicht beunruhigt zeigen, sollten sie niemals bei dem Spektakel anwesend sein. Die Gefahr von Verbrennungen und Verletzungen ist sehr hoch", so Dr. Jörg Styrie, "gleichfalls von irreparablen Gehörschäden".

 

Wer mit Haustieren lebt, sollte sie gerade am 31. Dezember nicht alleine lassen. So können die Besitzer im Notfall beruhigend auf ihr Tier einwirken oder entsprechende Maßnahmen ergreifen, die mit einem Tierarzt abgesprochen wurden. Für sehr furchtsame Tiere empfehlen sich Beruhigungsmittel, in leichteren Fällen auch homöopathische Mittel.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) ist eine bundesweit arbeitende Tierschutzorganisation. Der über 50 Jahre alte Verband hat seinen Sitz in Moers und unterhält ein Haupstadtbüro in Berlin sowie ein Tierheim in Wesel (NRW).

 

Foto: Marta Spitzbarth

 

Tierheim Wesel lädt zum Lichterfest ein und appelliert gleichzeitig an alle Familien:

 

"Verschenken Sie keine Tiere zu Weihnachten!"

 

Bundesverband Tierschutz Tierheim Wesel, 9. Dezember.

Wenn Kinder sich ein Haustier wünschen, steigen ihre Hoffnungen mit jedem Adventssonntag, dass die Eltern ihnen am Weihnachtsabend den Welpen, das Katzenjunge oder das kleine Kaninchen präsentieren.

 

Doch bei vielen Familien tritt an die Stelle der Begeisterung bereits kurze Zeit später Ernüchterung, weil schnell deutlich wird, dass der neue Hausgenosse Zeit, Fürsorge und Aufmerksamkeit beansprucht, die niemand leisten kann oder mag.

 

Nicht selten landen die lebenden Weihnachtsgeschenke früher oder später im Tierheim, wenn aus den „unkomplizierten Tierbabys“ heranwachsende Hunde, Katzen und Kleintiere mit besonderen Ansprüchen an Bewegung, Umgebung und Haltung geworden sind. „Wer Tiere zu Weihnachten oder anderen Festen verschenkt“, erklärt Dr. Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz, der das Tierheim unterhält, „tut weder dem Tier noch den Beschenkten etwas Gutes. Die Anschaffung eines Tieres muss im Vorfeld sehr gut überlegt und mit jedem Familienmitglied abgestimmt werden.“  

 

Was können die Kinder, was die Eltern - emotional, zeitlich, finanziell -  leisten, wie hoch ist die Bereitschaft, für den neuen Hausgenossen Verantwortung zu tragen und ihm die Voraussetzungen für ein glückliches Tierleben (Zuwendung, Erziehung, Sozialkontakte, Beschäftigung etc.) zu ermöglichen?

 

„Wir raten allen Eltern, deren Kinder sich sehnlichst ein Tier wünschen, zuerst einmal Fachliteratur über die betreffende Tierart zu verschenken und darüber hinaus zu uns ins Tierheim zu kommen. Hier zeigt sich schnell, ob die Kinder Durchhaltevermögen besitzen oder der Wunsch nach einem Tier nur ein Strohfeuer ist“, so der BVT-Geschäftsführer.   

 

Der Kontakt zum Tierheim hat dabei immer auch erzieherischen Charakter: Denn nirgendwo sonst wie gerade im Angesicht der vielen wartenden Hunde, Katzen und anderen Tiere wird deutlich, wie verheerend die spontane und unkomplizierte Anschaffung von Tieren über das Internet, Tierbörsen und Zeitungsannoncen heute ist. „Im Tierheim lernen Kinder und Jugendliche schnell, dass Tiere Lebewesen mit arteigenen Bedürfnissen sind, denen man als Halter nachkommen muss - und zwar so lange das Tier lebt“, sagt Dr. Jörg Styrie.

 

Tipp: Das Tierheim Wesel, das vom Bundesverband Tierschutz e.V. mit Sitz in Moers unterhalten wird, richtet am 3. Adventswochenende ein Lichterfest aus. Stände mit weihnachtlichem Zubehör, eine Tombola, vegetarische Köstlichkeiten und Grillspezialitäten werden den Besuchern am 10. (15.00 bis 18.00 Uhr) und 11. Dezember (13.00 bis 18.00 Uhr) geboten.

Ort: Tierheim Wesel, An der Lackfabrik 4-6, 46485 Wesel. Alle Infos unter www.tierheim-wesel.de

 

 

Vogelgrippe: Stallpflicht und Tötung der Bestände

sind der falsche Weg

 

Bundesverband Tierschutz fordert Ende der Symptombekämpfung und zügige Entwicklung eines Impfstoffes

 

Bundesverband Tierschutz, Berlin, 23.11.2016: Der Ausbruch der Vogelgrippe des Typs H5N8 in Deutschland  hat zu ersten Massentötungen bei Gänsen in Schleswig-Holstein geführt. Der Bundesverband Tierschutz kritisiert die Vorgehensweise scharf und fordert verstärkte Forschungsaktivitäten zur Entwicklung eines Markerimpfstoffes, um der Infektion wirksam und tierschutzgerecht zu begegnen.

 

„Ohne die flächendecke Impfung wird es immer wieder zu Tötungen ganzer Tierbestände kommen", befürchtet Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des Bundesverbandes Tierschutz. "Das Töten einzelner Herden löst nicht das Grundproblem, nämlich die Übertragung des Erregers durch Millionen Wildvögel, sondern ist eine reine Symptombekämpfung."

 

Der BVT unterstützt die Einschätzung von Wissenschaftlern, nach denen der alveolären Influenza einzig durch eine flächendeckende Impfung begegnet werden könne. Zugleich muss der Antikörpernachweis Auskunft geben können, ob die im Tier nachgewiesenen Antikörper auf die Vakzinierung (aktive Immunisierung) oder eine Infektion zurückzuführen sind.

 

"Die bisher praktizierte Vorgehensweise, Aufstallungspflicht bzw. Tötung der Bestände, konterkariert die Zielsetzung einer artgerechten Tierhaltung",  prognostiziert der BVT-Vorsitzende. Die immer wieder zu erwartende Stallpflicht zwingt einen Landwirt, Ställe vorzuhalten, obwohl er seine Tiere im Freiland hält. Das ist wirtschaftlich für den Landwirt nachteilig; er wird also die effizientere industrielle Stallhaltung wählen.  " Jetzt müssen alle Anstrengungen darauf konzentriert werden, einen wirksamen Markerimpfstoff zu entwickeln, der die Tiere vor der Infektion schützt und damit die Bemühungen um verbesserte Haltungsbedingungen für Tiere in der Landwirtschaft nicht meilenweit zurückwirft", fordert Dr. Gies. 

 

Eine Impfung verhindert zwar nicht die mögliche Ansteckung des Tieres, aber sie führt zu einer weitgehenden Verhinderung der Krankheitssymptome. Ein geringer Teil der geimpften Tiere scheidet noch eine begrenzte Menge des Erregers aus, allerdings zu wenig, um andere Vögel mit dem gefürchteten Virus anzustecken. Gegenwärtig ist in der EU kein Impfstoff zur alveolären Influenza zugelassen. 

 

Seit Anfang November ist die Vogelgrippe des Typs H5N8 in bislang elf Bundesländern aufgetreten. Krankheitsfälle gab es auch in Polen, Ungarn, Kroatien, Dänemark und den Niederlanden. Zur Bekämpfung der Ausbreitung unter den Geflügelbeständen haben fast alle betroffenen Bundesländer eine Aufstallungspflicht des Freilandgeflügels angeordnet. In den Fällen, in denen eine Erkrankung von Tieren an der Vogelgrippe festgestellt wird, ist nach der Geflügelpestverordnung der gesamte Bestand zu keulen - unabhängig davon, ob sich alle Tiere angesteckt haben.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) setzt sich u.a. für verbesserte Haltungsbedingungen für Tiere in der Landwirtschaft ein und fordert strengere Maßnahmen zur Einhaltung der rechtlich vorgeschriebenen Tierschutzvorschriften beim Betäuben und Schlachten. Der BVT ist im Berlin mit einem Hauptstadtbüro vertreten und unterhält ein Tierheim in Wesel (NRW).

Pressekontakt

Dr. Jörg Styrie

030/ 43 66 22 80

0172/ 47 69 539

styrie@bv-tierschutz.de

 

BVT-Zerifizierte Gänsehaltung bei Rostock

Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) zum Martinstag

Gewinnung von Fleisch und Daunen im Einklang mit dem Tierschutz

 

Berlin, 11. November 2016. 750 Gramm Gänsefleisch essen die Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr. Die Nachfrage nach Gänsen im Lebensmittelhandel und Restaurants steigt jedes Jahr um den Martinstag am 11. November und danach bis zur Weihnachtszeit rapide an.

 

Um den Bedarf zu decken, werden die Martinsgänse in Massen gezüchtet, vielfach in der tierquälerischen Intensivmast. Käfighaltung oder enge Bodenhaltung mit hoher Besatzdichte, schnelle Schlachtreife durch Kraftfutter und Kunstlicht - diese belastenden Haltungsbedingungen werden noch weiter übertroffen, wenn Länder, wie zum Beispiel Ungarn, die Tiere zwangsstopfen oder ihnen mehrfach im Jahr die Federn rupfen. Das Fleisch der gemarterten Tiere wird in diesen Wochen kostengünstig im Handel angeboten.   

 

 „Den Verbrauchern muss klar sein", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT, "dass billiges Fleisch immer mit dem Leid der Tiere erkauft wird. Wir können die Verbraucher nicht zwingen, auf Fleisch zu verzichten, aber wir können dafür sorgen, dass das Fleisch und weitere Produkte von Tieren, die angeboten werden, aus artgerechter Aufzucht stammen.“

 

Und genau das macht der Bundesverband Tierschutz mit seinem Gänse-Gütesiegel: Seit 1995 zeichnet der BVT in Zusammenarbeit mit der Firma Eskildsen die Dithmarscher Gans und seit 2014 auch die "Saxen-Gans" mit dem Tierschutzsiegel aus. Bäuerliche Weidehaltung mit 15 qm Auslauf pro Gans, Gentechnik-freies Futter, keine prophylaktischen Medikamentengaben und keine Leistungsförderer sind die Kernpunkte der Haltungsvereinbarung. 

 

Als Ergänzung des Tierschutzsiegels haben sich der BVT und Eskildsen entschlossen, auch die Produktion der Gänsedaunen in die Auslobung mit einzubeziehen. “Während die meisten Daunen immer noch tierquälerisch im Ausland durch Lebendrupf gewonnen werden“, erklärt der BVT-Geschäftsführer, „bleibt diese Tortur den „Saxen-Gänsen“ erspart." Ihre Federn werden erst nach der Schlachtung entfernt.

 

 „Das Tierschutzsiegel des BVT gibt den Verbrauchern die Sicherheit, dass die Dithmarscher Gänse und die „Saxen-Gänse“ unter hohen Tierschutzanforderungen aufwachsen durften“, sagt Dr. Jörg Styrie abschließend. „Wir verstehen die Zusammenarbeit als Impuls zur Förderung der artgerechten Haltung von Tieren in der Landwirtschaft und als Beitrag zu mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion für die Verbraucher.“

Wer den Martinstag und die Adventszeit in dem Bewusstsein genießen möchte, dass zumindest für das eigene Menü kein Tier sterben musste, findet genügend Anregungen für vegetarische und vegane Menüs im Internet und natürlich in Kochbüchern. Und wenn nicht auf Fleisch verzichtet werden soll, stehen ökologisch und/oder regional erzeugte Produkte zur Wahl.

 

Die mit dem BVT-Gütesiegel ausgezeichneten Dithmarscher Gänse werden bundesweit in den Handelsketten Famila, Kaufhof, Globus, Metro, Selgros und Tegut angeboten.

 

Hinweis: Der Martinstag am 11. November eines jeden Jahres ist der Gedenktag des Heiligen Martin von Tours. Seine Grablegung fand am 11. November 397 statt. Mit dem Martinstag verbinden sich in Mitteleuropa mehrere Bräuche, neben dem Martinszug und Martinssingen auch das Essen der Martinsgans.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) setzt sich u.a. für eine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren in der Landwirtschaft ein. Der 54 Jahre alte Verband hat seinen Sitz in Moers (NRW) und unterhält ein Tierheim in Wesel. In Berlin ist der BVT mit einem Hauptstadtbüro vertreten.

Foto: Tierheim Wesel

Pressemeldung

 

Tierheim Wesel zum Welthundetag

Hunde und ihre natürlichen Bedürfnisse respektieren

 

Tierheim Wesel, 10. Oktober. Sunny ist der heutige Welthundetag so ziemlich egal. Seit August heißt ihr neues Domizil Tierheim; warum sich ihr bisheriges Hundeleben so plötzlich um die eigene Achse drehte, ist der fünf Jahre alten Schäferhündin noch nicht ganz klar.

 

Aber nichtsdestotrotz arbeitet sie mit vereinten Kräften an ihrer Zukunft, die da heißen soll: Nette Familie mit älteren Kindern, die mit einem temperamentvollen und bislang kaum erzogenen Hund umgehen können. Das Tierheim Wesel hilft ihrem Neuankömmling nach besten Kräften: Sunny lernt gerade, wie man an der Leine läuft und viele Hunde-Benimmregeln mehr. 

 

"Ich würde mir wünschen, dass ein Welthundetag als ganzjähriges Signal für mehr Achtung im Umgang mit Hunden verstanden werden würde", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V., der das Tierheim in Wesel unterhält. Die größten Probleme entstünden nach wie vor dadurch, dass sich Menschen viel zu spontan einen Hund anschafften und die Bedürfnisse, die Hunde an ihre Haltung legen, grob unterschätzten.

 

Ob ausreichende Bewegung, Führungsstärke der Bezugspersonen, Sozialkontakte mit Artgenossen - Hundehaltung bedeutet mehr, als dem Hund einfach den gefüllten Napf vorzusetzen und nach Arbeitsschluss eine Gassirunde zu laufen. Der leicht gemachte Hundekauf im Internet suggeriert, dass die Erziehung des Vierbeiners ebenso spielerisch zu bewältigen ist. Dass dem nicht so ist, erfahren die Tierheime in ihrer täglichen Praxis. Viele Hunde wurden unzureichend sozialisiert, kaum erzogen oder konnten keine vertrauensvolle Bindung zu Menschen aufbauen.

 

Für die Tierheime bedeutet das: Intensive Arbeit mit den Hunden, um ihnen bis zu ihrer Vermittlung die Grundbegriffe im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier beizubringen. Der wissbegierige Neuzugang Sunny ist dabei übrigens auf einem guten Weg.

 

Wer Schäferhündin Sunny und ihre vierbeinigen Kollegen im Tierheim kennenlernen möchte, ist im Tierheim zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen. Gerne auch vorab im Internet unter www.tierheim-wesel.de

Das Tierheim Wesel wird vom Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) unterhalten. Der Verband hat ein Hauptstadtbüro in Berlin und seinen Geschäftssitz in Moers (NRW).

Foto: Lotz

Pressemeldung

 

Tierheim Wesel zum Welttierschutztag

Chippen und registrieren: Sicherheit für Haustiere gibt es nur im Doppelpack

 

1. Oktober 2016. Tierheim Wesel. Das vom Bundesverband Tierschutz unterhaltene Tierheim Wesel nimmt den Welttierschutztag am 4. Oktober zum Anlass, um die Besitzer von Haustieren auf die Notwendigkeit des Registrierens neben dem vorgeschriebenen Chippen hinzuweisen.

 

 

 

Ein entlaufenes Tier kann seinen Eigentümern nur dann wieder zurückgebracht werden, wenn Name und Adresse der Tierhalter in einer zentralen Datenbank gespeichert wurden. Diese Registrierung übernimmt  zum Beispiel das Haustierregister Tasso kostenlos für alle Tierbesitzer.

 

"Wer sein Tier schützen möchte, lässt es chippen und registrieren", sagt Gabi Wettläufer, Leiterin des Tierheims Wesel mit Blick auf einen aktuellen Vorfall. Hier hatte sich der Besitzer eines Hundes, der als Fundtier im Tierheim Wesel abgegeben wurde, gewundert, warum er nicht umgehend  über den Verbleib seines Hundes informiert wurde. Sein Hund sei doch gechippt, da müsse man ihn als Hundehalter doch ausfindig machen können, meinte er. "Leider unterliegen viele Tierhalter diesem Irrtum", bedauert Gabi Wettläufer. Ohne Registrierung sei es nahezu unmöglich, ein entlaufenes Tier seinen Eigentümern zurückzubringen, so die Tierheimleiterin.

 

Auf dem 12 x 12 Millimeter großen Mikrochip, der in die linke Nackenseite des Tieres injiziert wird, ist eine 15-stellige Nummer vermerkt. Dieser Zahlencode wird einmalig für jedes Tier vergeben und der Code in den Impfpass geklebt. Doch erst die Registrierung in einem Haustierregister ermöglicht die Zuordnung zu seinen Haltern. Dafür wird die 15-stellige Nummer des Tieres mit den Besitzerdaten (Name, Anschrift etc.) an Tasso weitergeleitet. Dort werden die Angaben unter einer separaten Nummer gespeichert, die auf einer Tassomarke vermerkt werden. Diese Marke geht den Haltern wenige Tage nach der Registrierung zu.

Jedes Tier, das sich aus den verschiedensten Gründen von seinen Besitzern entfernt hat, kann nun über die Marke am Halsband sofort beim Haustierregister Tasso zugeordnet werden. Haben die Tiere keine Marke um, lesen Tierheim oder Tierarzt mit einem Lesegerät den Chip und fragen bei Tasso nach, ob diese Nummer einem Tier zugeordnet werden könne.

 

"Wir erleben häufig, wie verzweifelt Menschen auf der Suche nach ihrem Hund oder ihrer Katze sind", sagt die Tierheimleiterin. Und auch umgekehrt ist die Suche der Tiere nach ihrem geliebten Zuhause oft vergeblich. Viele verloren gegangene Tiere müssten nicht im Tierheim auf neue Besitzer warten, wenn sie registriert worden wären. Mehr Infos zum Tierheim und seinen Vermittlungstieren unter: www.tierheim-wesel.de

Zum Welttierschutztag: Die Idee eines Internationalen Welttierschutztages war Teil eines Forderungskataloges, den Vertreter von 152 Tierschutzvereinen aus 32 Ländern in Wien auf dem Internationalen Tierschutzkongress 1929 vorstellten. Die Idee dieses weltweit zu begehenden Tages geht auf den Schriftsteller Heinrich Zimmermann zurück. Erstmalig wurde der Welttierschutztag am 4. Oktober 1931 begangen. Es wird dem Heiligen Franz von Assisi (Namenstag) gedacht, der am 3. Oktober 1226 starb und u.a. wegen seiner Tierpredigten berühmt wurde.     

 

Das Tierheim Wesel wird vom Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) unterhalten. Der BVT hat ein Hauptstadtbüro in Berlin und seinen Verbandssitz in Moers.

Foto: pixabay

Pressemeldung

Zum Islamischen Opferfest

 

Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) fordert die Behörden auf, illegales Schächten strikt zu ahnden!

 

Berlin, 8. September 2016: Vom 12. September bis 15. September findet weltweit das viertägige Islamische Opferfest Idu-I-Adha (türkisch „Kurban Bayrami“) statt. In Gedenken an den Propheten Ibrahim, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern, sind nach islamischem Ritus Muslime aufgerufen, ein Schächtopfer zu bringen und das Fleisch an Bedürftige zu verteilen. Geopfert werden je nach Region Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele und Wasserbüffel. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden.

 

In Deutschland ist das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten. Es darf nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden und zwar nur dann, wenn religiöse Vorschriften den Verzehr von betäubungslos geschlachteten Tieren zwingend vorschreiben. Darüber hinaus muss deutlich gemacht werden, dass das Schächtfleisch ausschließlich an eben diese Religionsangehörigen abgegeben wird.  

 

Die Ausnahmegenehmigungen erteilen die zuständigen Veterinärbehörden - doch immer wieder kommt es vor, dass Tiere in Hinterhöfen, auf Bauernhöfen oder auf freiem Feld illegal geschächtet werden. "Wir sind leider mit der Tatsache konfrontiert, dass vor und während des Islamischen Opferfestes Schafe, Ziegen und kleinere Tiere betäubungslos geschlachtet werden, obwohl dies streng verboten ist", sagt Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT).

 

"Der Tierschutz ist in unserer Verfassung als Staatsziel verankert", hebt der BVT-Vorsitzende hervor. "In diesem Sinne fordern wir die Behörden eindringlich auf, keine Ausnahmegenehmigungen zum Schächten zu erteilen, die Kontrollen zu verschärfen und Verstöße gegen das in Deutschland geltende Schächtverbot konsequent zu ahnden". Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, können wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis zu 25.000 Euro, bestraft werden.

 

 "Selbst von islamischen Religionsautoritäten wird eine „In-Ohnmacht-Versetzung” der Tiere durch eine reversible Elektrobetäubung als religionskonform angesehen. Es besteht daher kein Grund, betäubungslos zu schächten", betont Dr. Gerd Gies. Die rechtlich vorgeschriebene Kurzzeitbetäubung sei überfällig.

 

"Dasselbe gilt für die dringend notwendige Deklarationspflicht von geschächtetem Fleisch", sagt der BVT-Vorsitzende. "In vielen Imbissen und Geschäften wird das Fleisch geschächteter Tiere angeboten. Kein Verbraucher kann erkennen, ob diese Tiere mit oder Betäubung geschlachtet wurden und woher das Fleisch stammt." Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, auf die Europäische Union einzuwirken und entsprechende gesetzliche Regelungen für die EU-Mitgliedsstaaten zu erlassen.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) ist ein über 50 Jahre alter Verband. Der BVT unterhält ein Haustadtbüro in Berlin, ein Tierheim in Wesel und eine Geschäftsstelle in Moers (NRW). Mehr zur Arbeit des BVT auf www.bv-tierschutz.de

  

Foto: Tierheim Wesel

Pressemeldung

Aus der beschlagnahmten Malteserzucht

 

Dingend: Hunde mit Handicap suchen Menschen mit großem Herzen

Tierheim Wesel, 16. August 2016. Erinnern Sie sich noch an den spektakulären Fall im März, als 273 Malteser, Yorkies und Shi-Tzus aus einer verwahrlosten Zucht in Schermbeck beschlagnahmt wurden? Von den damals 65 aufgenommenen Hunden hat das Tierheim Wesel inzwischen 42 in verantwortungsvolle Hände vermittelt. Wie gut sich unsere früheren Schützlinge bei ihren neuen Familien eingelebt haben und wie glücklich beide Seiten miteinander sind, können Sie auf der Homepage des Tierheims www.tierheim-wesel.de nachlesen.

Weitaus schwieriger gestaltet sich jedoch die Vermittlung bei den übrigen Maltesern. 13 Hunde warten derzeit noch auf Menschen, die erfahren und bereit sind, mit ihren kleinen und größeren Handicaps umzugehen. "Unser größtes Sorgenkind", so die Tierheimleiterin Gabi Wettläufer, "ist die bezaubernde Tante Klara. Bei einer Operation der Ohren haben wir festgestellt, dass ein Gehörgang nicht angelegt ist." Das fehlende Gleichgewichtsorgan führt dazu, dass die 8 Jahre alte Hündin, der außerdem noch ein Vorderbein fehlt, bei zu großer Aufregung schwankt und manchmal kreiselt.

Doch wie es oft unter Tieren zu beobachten ist, hat es sich eine andere Hündin zur Aufgabe gemacht, die gehandicapte Tante Klara sicher durchs Leben zu führen. "Die 10jährige Omma ist immer an ihrer Seite, passt auf unser kleines "Dreibeinchen" auf und gibt ihr Sicherheit", so Gabi Wettläufer. Die beiden noch nicht ganz stubenreiben Hündinnen werden nur gemeinsam vermittelt.

Auch die weitaus jüngeren Rüden aus der beschlagnahmten Malteser-Zucht bringen nicht ganz einfache Voraussetzungen für den Umzug in eine neue Familie mit. So sind mehrere Rüden, unter ihnen Emil und Peter, deren Alter auf ein bis drei Jahre geschätzt wird, noch extrem scheu. Sie weichen der streichelnden Hand aus und ziehen sich, sobald sie Schritte hören, in die hinterste Zwingerecke zurück. Doch sie machen auch Fortschritte, wie die Tierheimleiterin betont: "Die Hunde freuen sich, wenn sie im Auslauf mit ihren Freunden laufen dürfen, genießen die Sonne und zeigen uns damit, dass sie sich  langsam an das normale Leben gewöhnen. Einige Schritte weiter sind indes schon die kleinen Hündinnen Mary, Gundula, Fiona und Mama Theresa. Sie lassen sich bereits anleinen und bauen langsam Vertrauen zum Menschen auf. Großen Anteil an diesen erfreulichen Fortschritten haben die ehrenamtlichen Gassigänger, die sich intensiv um die Tierheim-Schützlinge bemühen.

Wer sich für Tante Klara und die anderen Notfälle interessiert, meldet sich bitte im Tierheim Wesel. Alle notwendigen Informationen und Voraussetzungen zur Aufnahme dieser ganz besonderen Hunde werden im persönlichen Gespräch gegeben. Weitere Tiere aus dem Tierheim Wesel unter www.tierheim-wesel.de

Das Tierheim Wesel wird vom Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) mit Sitz in Moers und Hauptstadtbüro in Berlin unterhalten.  

Pressemeldung

Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) zum Weltkatzentag

 

Babykatzen aus dem Tierheim Wesel suchen tolles Zuhause

 

8. August 2016. Sie stupsen sich mit ihren Pfötchen, kugeln durch den Raum und sind der Inbegriff der Lebensfreude für jeden Betrachter - die 31 Katzenbabys im Tierheim Wesel.

Die Tierheimleiterin nimmt den heutigen Weltkatzentag zum Anlass, um an die Katzenbesitzer in Wesel und Umgebung zu appellieren. "Lassen Sie Ihre Tiere nur kastriert auf die Straße", bittet Gabi Wettläufer. Jede unkastrierte Katze mit Freigang trägt zur weiteren unkontrollierten Vermehrung von Katzen bei.

Das Leben für Katzen in freier Natur ist - entgegen oft geäußerte Meinungen - nicht romantisch und schön - im Gegenteil: Verwilderte Katzen sind stets auf Nahrungssuche und aufgrund ihrer Mangelernährung krankheitsanfällig. Verletzungen durch Revierkämpfe oder den Straßenverkehr gehören ebenso zu den Risiken des erzwungenen Streunerlebens wie die Aufnahme von vergiftetem Futter und die zunehmende Schwächung durch mehrere Geburten pro Jahr.

Und so nehmen die Tierheime immer wieder Katzen auf, die hochträchtig von ihren Besitzern ausgesetzt wurden, weil sie den Nachwuchs nicht aufziehen wollen, oder aufgefundene Muttertiere samt ihren Würfen. Die Versorgung der oft kranken,  unterernährten oder hochgradig geschwächten Katzen mit ihren Babys ist jedes Mal ein finanzieller Kraftakt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nachwuchs von verwilderten Katzen scheu bleibt, wenn sie in den ersten Lebenswochen keinen Kontakt zu Menschen hatten, und entsprechend geringe Vermittlungschancen haben.     

"Wir fordern bundesweit die Verpflichtung für Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren und registrieren zu lassen", weist Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz, auf die unhaltbare Situation der wachsenden Katzenpopulationen in Deutschland hin. In Nordrhein-Westfalen haben mittlerweile 70 Städte ein derartiges Gebot erlassen, Wesel nicht.

Das vom Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) unterhaltene Tierheim versucht das Katzenelend durch Kastrationsaktionen zu lindern. Herrenlose Katzen werden auf Industriearealen, brach liegenden Flächen und anderen Rückzugsorten mit Fallen gefangen, kastriert und wieder an den angestammten Plätzen ausgesetzt.

Wer sich für unsere Katzen interessiert, ist im Tierheim Wesel  zu den Öffnungszeiten herzlich willkommen.

Foto: pixabay

Pressemeldung

Bundesverband Tierschutz kritisiert

Jagd auf Füchse in Dormagen

 

Bejagung ist ökologisch sinnlos!

 

Bundesverband Tierschutz, Moers, 5. August 2016. Seit dem 16. Juli dürfen Füchse wieder bejagt werden. Auf das Ende der Schonzeit hat die Jägerschaft im Kreis Dormagen am Niederrhein schon gewartet. Denn der Fuchs gilt ihnen als der große Übeltäter in der Region,

 

der nach ihrer Darstellung hohe Schäden in der Landwirtschaft zu verantworten hat.

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) kritisiert die wieder aufgenommene Bejagung als sinnlos und tierfeindlich. "Es ist wissenschaftlich belegt", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Verbandes, "dass der Abschuss der Füchse die Population nicht langfristig senkt." Das Gegenteil sei der Fall. "Studien belegen sogar, dass sich die Fuchspopulationen nach einer Dezimierung schnell wieder erholen und innerhalb kurzer Zeit das Niveau annehmen, das sie vor der Bejagung hatten", so Dr. Jörg Styrie weiter. Der Bestand der Füchse reguliere sich auf natürliche Weise; bei zu wenig Nahrung komme entsprechend weniger Nachwuchs zur Welt.

Aus diesem Grund fordert der BVT den Jagdverband eindringlich auf, von der Jagd Abstand zu nehmen. Auch die häufig ins Spiel gebrachte Argumentation der Jäger, mit der Bejagung der Füchse gleichzeitig der Ausbreitung des Fuchsbandwurms entgegenzuwirken, weist der BVT-Geschäftsführer als nicht haltbar zurück. Das Wissenschaftszentrum Weihenstefan der TU München habe in einer Studie gezeigt, dass dem Fuchsbandwurm einzig mit Entwurmungsaktionen der Füchse beizukommen sei. Diese Maßnahme wurde erfolgreich in einem Gebiet um den Starnberger See umgesetzt.

"Deutschland sollte sich an Luxemburg orientieren", sagt Dr. Styrie abschließend. Dort ist die Jagd auf Füchse seit April 2015 verboten.

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) ist eine über 55 Jahre alte Tierschutzorganisation mit Gründungssitz in Moers (NRW). Sein politisches Büro unterhält der Verband in der Hauptstadt Berlin, außerdem ein vereinseigenes Tierheim in Wesel. Mehr zur Arbeit und Zielsetzung unter www.bv-tierschutz.de

Dr. Styrie im Interview

mit dem Bundesverband Bürohunde e.V. aus Berlin

 

Was muss aus Tierschutzsicht beachtet werden, damit aus Hunden "gute Kollegen" werden? Im Interview mit dem Bundesverband Bürohund e.V. erklärt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT, welche Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander von Zwei- und Vierbeinern im Büro gegeben sein müssen.  

Hier geht es zum Interview

Diskussionsrunde von links: Leif Koch (WTG), Dr. Flachsbarth, Prof. Spiller, Ina Müller-Arnke (Vier Pfoten)

Tierschutzorganisationen im Dialog mit der Politik

Parlamentarischer Abend zur Haltung von Tieren in der Landwirtschaft

 

Hamburg / Berlin, 12. Mai 2016 –  Mehrere Tierschutzorganisationen luden vergangenen Dienstag gemeinsam zum Parlamentarischen Abend, um auf Verbesserungen in der Haltung von Tieren in der Landwirtschaft hinzuwirken. Anlass war das vor einem Jahr vorgestellte Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik (WBA) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Die Veranstaltung unter dem Motto „Ein Jahr nach dem WBA-Gutachten – Quo vadis?“ wurde von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, der Welttierschutzgesellschaft e.V., dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. und dem Bundesverband Tierschutz e.V. organisiert. Nach Impulsvorträgen von Prof. Dr. Achim Spiller, Hauptautor des Gutachtens, und der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth, folgte eine Diskussion mit VertreterInnen der Tierschutzorganisationen über die aktuelle Situation in der Nutztierhaltung, die Resonanz bezüglich des Gutachtens und dessen Bewertung seitens der Bundesregierung.
Prof. Dr. Spiller bedauerte die bisher noch ausstehende Umsetzung der Empfehlungen: „Eine Wartezeit von 30 Jahren, wie wir es bereits bei anderen Gutachten erlebt haben, wäre hier nicht wünschenswert.“ Auch die ladenden Tierschutzorganisationen kritisierten gemeinschaftlich, dass die Regierung es versäumt habe, die aus dem Gutachten hervorgehenden Herausforderungen für eine von der Gesellschaft geforderte tiergerechtere Nutztierhaltung anzugehen und ordnungsrechtlich zu bearbeiten. Es sei höchste Zeit, neben einer Verschärfung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auch finanzielle Anreize für eine artgemäße Tierhaltung zu normieren. Regelungen, wie zum Beispiel das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung für Milchkühe, seien gesetzlich festzuschreiben, betonten sie. Staatssekretärin Flachsbarth stellte im Laufe des Parlamentarischen Abends wiederholt heraus, dass freiwillige Vereinbarungen Vorrang vor gesetzlichen Regelungen hätten. „Die Haltung der Gesellschaft zu Tieren hat sich gewandelt und die Bedeutung des Themas Tierschutz hat deutlich zugenommen. Allerdings wollen wir die Tierhaltung auch nicht aus Deutschland vertreiben beziehungsweise sie in Deutschland nicht unmöglich machen. Insofern können wir die Anforderungen nicht beliebig erhöhen“, so Dr. Flachsbarth.
Die Tierschutzorganisationen bewerteten den Abend als einen Erfolg. Sie konnten ihre Positionen an die Politik kommunizieren und werden sich auch weiterhin auf politischer Ebene für Verbesserungen im Tierschutz einsetzen.

Bundesverband Tierschutz appelliert an Verbraucher:

Tierschutz auch zu Ostern!

 

Berlin, 23. März. Während seit Wochen fröhliche Küken aus Schokolade und Marzipan in den Supermärkten den Verbrauchern entgegen lächeln, haben ihre lebenden Vertreter keinen Anlass dazu. Eine Woche vor Ostern scheiterte der Gesetzes-Antrag der Grünen und Linken im Bundestag, das Töten männlicher Küken zu verbieten.
Der Hintergrund: Bis zu 50 Millionen Küken aus der Legehennenlinie sterben pro Jahr in Deutschland (ca. 330 Millionen in der EU) am ersten Tag ihres Lebens, weil sie mit dem falschen Geschlecht zur Welt kommen. Hähne legen keine Eier, setzen kaum Fleisch an und eignen sich darum nicht zur Mast. Und so werden die männlichen Küken direkt nach dem Schlupf mit maschineller Präzision getötet. "Diese Praxis ist zutiefst unethisch und verstößt nach unserer Auffassung gegen das Tierschutzgesetz", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT).
Auch Johannes Remmel, Landwirtschaftsminister aus NRW, hatte die millionenfache Tötung von Lebewesen als tierschutzwidrig bezeichnet und sie mit einem Erlass 2013 verboten. Doch das Verwaltungsgericht Minden untersagte den Alleingang mit Verweis auf das Tierschutzgesetz und die Berufsfreiheit der Kükenmäster.  
"Wir haben derzeit die unhaltbare Situation, dass gesetzlich das Töten von Millionen Küken gedeckt ist", kritisiert Dr. Jörg Styrie. Und genau dies forderten die Antragsteller im Bundestag: Nämlich das Tierschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass "wirtschaftliche Interessen" nicht länger einen "vernünftigen Grund" für das Töten darstellten.
Doch die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD lehnte ab. Sobald das noch in der Entwicklung befindliche Verfahren der frühen Geschlechtererkennung im Ei abgeschlossen sei, würde sich das Töten erübrigen. Bei dem Verfahren werden die Eier aussortiert, in denen ein männliches Küken heranreifen würde.
"Die zähe Debatte um das Töten der sogenannten Eintagsküken wirft ein Licht auf die systemimmanenten Probleme in der Massentierhaltung", sagt der BVT-Geschäftsführer. "Nachhaltige Verbesserungen in der Landwirtschaft müssen  - solange die Politik mit gesetzlichen Verbindlichkeiten zögert - mit Unterstützung der Verbraucher vorangetrieben werden."
Gerade zu Ostern sind ein tierfreundliches Verhalten und bewusste Kaufentscheidungen möglich. "Verzichten Sie auf Lamm- und Kaninchenbraten", appelliert Dr. Jörg Styrie an die Konsumenten, "und vor allem: Schenken Sie Ihren Kindern kein Kaninchen oder anderes lebendes Jungtier zu Ostern." Die überstürzte Anschaffung von Haustieren zu Ostern ist der häufigste Grund für eine spätere Abgabe im Tierheim.
"Denken Sie bitte auch daran, dass Fertigprodukte mit Eiern und gefärbte Eier in der Regel aus der Käfighaltung stammen. Achten Sie auf die Eier mit der 0 (Biohaltung) oder 1 (Freiland) und greifen Sie im Sinne der Tiere nicht zu billigem Discounterfleisch. Wählen Sie Produkte aus artgerechter Haltung von anerkannten Bioverbänden oder versuchen Sie es zum Fest doch einmal mit einem vegetarischen oder veganen Ostermenü", so der BVT-Geschäftsführer abschließend.

Zur Premiere von Cirkus Busch

Wildtiere im Zirkus machen keine Spaß

 

10. März 2016, Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) Berlin. Circus Busch hat heute in Berlin Premiere. Mit Elefanten, Kamelen, Pferden und weiteren Tierarten gastiert der Zirkus bis zum 3. April in Pankow am ehemaligen Güterbahnhof. Während Zehlendorf als erster Bezirk in Berlin angekündigt hat, Zirkusunternehmen mit Wildtieren keine Flächen mehr zur Verfügung zu stellen, hatte Pankow diese Möglichkeit nicht. Circus Busch steht auf einem privaten Gelände.

"Diese Gastspiele sind in Wahrheit Trauerspiele ", kritisiert Dr. Jörg Styrie. "Hätte der Berliner Senat schon vor Jahren ein berlinweites Verbot für Zirkusse mit Wildtieren durchgesetzt, müssten wir nicht jedes Jahr wieder zahlreichen Zirkusunternehmen Raum für ihre entwürdigenden Darbietungen mit Tieren geben."
Wenn schon die jeweiligen Bundesregierungen seit 2003 beim Thema Wildtierverbot in Zirkussen einzig durch ihre Blockadehaltung auffallen, hätten zumindest Berlin mit gutem Beispiel vorangehen können, kritisiert der BVT-Geschäftsführer.  
In vielen europäischen Mitgliedsstaaten dürfen Zirkusunternehmen keine Wildtiere mehr mit sich führen. Warum tut sich Deutschland mit einem Verbot so schwer?
2003 hatte Hessen eine Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. 2011 folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Im Februar dieses Jahres unternahm Hessen abermals einen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen. Und dieser erneuten  Bundesratsinitiative will sich dem Vernehmen nach wohl nun auch der Berliner Senat anschließen.
Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte seit langem eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen, wie es nun auch das Bezirksparlament in Zehlendorf beschlossen hat,  die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Umfragen zufolge lehnt ein Großteil der Bevölkerung die Zurschaustellung von Wildtieren in Zirkussen ab. "Das zeigt", sagt Dr. Jörg Styrie, "dass die Bürger bei diesem Tierschutzproblem viel konsequenter denken als die Regierungskoalition." Und bis die Regierungskoalition vielleicht doch eines Tages die gesetzliche Grundlage für ein Wildtierverbot in Zirkusunternehmen schafft, ist jeder Einzelne gefragt. "Besuchen Sie keinen Zirkus, der mit Tieren reist, und wirken Sie auf Ihren Bezirk ein, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen zu vermieten. Gleiches gilt für die Schule Ihrer Kinder: Lehnen Sie Projekte und Freikarten ab, die Zirkusse den Schulen anbieten", rät der BVT-Geschäftsführer.

Foto: rponline

270 Hunde aus Zucht in Schermbeck beschlagnahmt

Tierheim Wesel nimmt über 60 Tiere auf

 

8. März 2016, Tierheim Wesel. Als das Veterinäramt Gabi Wettläufer über die angekündigte Beschlagnahmung einer Hundezucht in Schermbeck  informiert, sagt die Tierheimleiterin umgehend ihre volle Unterstützung zu. Und so ziehen 65 Hunde, überwiegend Malteser und andere kleine Rassen, in das Tierheim ein.
"Wir waren schockiert, als wir die Hunde sahen", beschreibt Gabi Wettläufer den ersten Eindruck der vernachlässigten Zuchthunde.  Die Tiere waren so verfilzt, dass einige ihre Augen nicht schließen konnten und andere sich nur mühsam auf den Hinterbeinen bewegten. Das ineinander verwobene Fell hatte die Vorderläufe wie Fesseln umschlossen.
Die Bilanz: Sechs Hunde müssen bei ihrer Ankunft intensiv tiermedizinisch versorgt und 61 Hunde komplett geschoren werden. Unter den geretteten Tieren sind auch mehrere vier bis fünf Wochen alte Welpen.   
Die Hundezucht in Schermbeck stand schon länger unter behördlicher Beobachtung. Die Tiere wurden nach Hinweisen unter schlechtesten Bedingungen gehalten. Doch sobald das Kreisveterinäramt Kontrollen durchführte, bekamen die Beamten nur wenige ausgesuchte Zuchthunde zu Gesicht. Die anderen Tiere wurden im Haus verborgen gehalten, so dass die ungefähre Zahl der Hunde bis zur richterlichen Durchsuchung am 3. März weitgehend offen blieb. 270 Hunde wurden dann von 17 Mitarbeitern des Kreises Wesel aus ihren düsteren Verstecken im Keller und auf dem Dachboden befreit.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird gegen die Hundezüchter ein Verfahren eingeleitet. Ihnen werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Last gelegt und ein Verbot der Hundehaltung und -betreuung angestrebt.
Inzwischen haben sich die Welpen, Hundemamas, werdende Mütter und Rüden im Tierheim Wesel eingelebt. Bei einigen müssen die Zähne saniert werden, bei anderen die Krallen, aber das Wichtigste steht ihnen nun in den kommenden Wochen bevor: Nämlich die Vermittlung zu liebevollen Menschen, die bereit sind, einem Hund das zu geben, was er braucht: ein schönes Zuhause auf Lebenszeit.
Träger des Tierheims Wesel ist der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT).  Der Verband  hat sein Tierheim in den vergangenen zwei Jahren umfassend renoviert und wird im April seinen neuen Tierarztraum einweihen. Wer sich für einen Schützling aus der fatalen Hundezucht interessiert oder mit einer Spende helfen möchte,  wendet sich bitte an das Tierheim Wesel oder informiert sich vorab unter der Homepage

www.tierheim-wesel.de

Bundesverband Tierschutz nimmt an Agrardemo "Wir haben es satt!" teil und macht auf seine neue Kampagne "Der Ringelschwanz gehört mir!" aufmerksam

 

Berlin, 16. 1. 2015: Unter dem Motto „Wir haben es satt“ sind am Samstag in Berlin erneut rund 20.000 Menschen auf die Straße gegangen. Unter ihnen waren auch zahlreiche Aktivisten des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT). Mit Transparenten, Fahnen und Parolen machten sie deutlich, wofür sie einstehen: Für einen besseren Tier- und Naturschutz in der Landwirtschaft, für eine Stärkung des ökologischen Landbaus, für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen Massentierhaltungen, gegen Landspekulation, gegen Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern.  Sie alle forderten die Bundesregierung auf, eine grundlegende  Wende in der Agrarpolitik vorzunehmen. Der Protestzug wurde  von rund 130 Traktoren begleitet.
Anlass der Proteste war wie in den Jahren zuvor die Agrarmesse Grüne Woche, die derzeit auf dem Berliner Messegelände stattfindet. Träger der Großkundgebung, die seit 2011 jedes Jahr veranstaltet wird,  ist ein breites Bündnis  von rund 100 Umwelt-,Tierschutz-, Verbraucherschutz- und Entwicklungsorganisationen sowie von Bürgerinitiativen und Landwirtschaftsverbänden.

Der Bundesverband Tierschutz nahm die Protestkundgebung  zum Anlass, auf seine Kampagne „Der Ringelschwanz gehört mir“ aufmerksam zu machen. In der konventionellen Landwirtschaft wird jedem Ferkel der Schwanz abgeschnitten. Diese Maßnahme soll verhindern, dass sich die Ferkel, bedingt durch die Strukturlosigkeit, die Enge und die fehlende Beschäftigung in der Massentierhaltung gegenseitig die Schwänze blutig knabbern. Anstatt die Tiere an die Haltungsbedingungen anzupassen, müssen die Haltungsbedingungen den  Tieren angepasst werden, so die Forderung des BVT.
Ein Aktionselement der Kampagne ist eine Petition an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, das Kupieren der Schweineschwänze ohne Ausnahmen zu verbieten.

Weitere Informationen zu der Kampagne unter www.ringel-schwanz.de.

Dritte Bundesratsinitiative für ein Wildtierverbot im Zirkus - BVT begrüßt erneuten Vorstoß aus Essen

 

2003 hatte Hessen seine erste Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. Acht Jahre später folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Doch die Aufforderung an die Bundesregierung läuft bis heute ins Leere. Nun startet Hessen über seine zweite Bundesratsinitiative einen neuen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen.

 

Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.

 

Jetzt sind die Bundesländer erneut aufgefordert, den Antrag aus Hessen zu unterstützen. Während sich Deutschland so überaus schwer mit einer gesetzlichen Regelung tut, haben bereits mehrere europäische und außereuropäische Staaten ein generelles Wildtierverbot erlassen.

 

Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) begrüßt den Vorstoß aus Hessen sehr. Der Verband fordert seit langem, das Mitführen von Tieren im Zirkus zu verbieten.

 

Hintergrund zum Thema:

In jedem Frühjahr endet für die Zirkusunternehmen ihr Aufenthalt im Winterquartier. Sie gehen wieder auf Tournee und präsentieren ihre mitgeführten Wildtiere in der Manege. Obwohl jedem Menschen klar sein dürfte, dass hinter den "Kunststücken" von Elefant, Löwe, Tiger & Co weniger Freiwilligkeit denn eine brutale Dressur steckt, sind diese unwürdigen und artfremden Zurschaustellungen gängiger Alltag.

 

Wissenschaftliche Gutachten belegen seit langem, dass die Haltung exotischer Wildtiere in Zirkusunternehmen niemals artgerecht sein kann. Unterbringung, Fütterung, Haltungsstrukturen und Versorgung widersprechen so eklatant den natürlichen Bedürfnissen der Tiere, dass viele von ihnen frühzeitig verenden. Viele europäische Länder haben daher aus gutem Grund die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten.

 

Elefanten, Bären, Großkatzen, Menschenaffen, Giraffen, Robben, Flusspferde, aber auch Lamas, Kamele, Dromedare sowie Pferde stellen Ansprüche an Haltung, Pflege oder Transport, die unter den reisenden Bedingungen eines Zirkus nicht erfüllt werden können. Um die Tiere gemäß § 2 Tierschutzgesetz ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend zu ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen, bedarf es großer, strukturierter Freigehege mit Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten, Wasserbecken zum Schwimmen und Tauchen und ausreichend Platz.

 

Isoliert, unterernährt, eingesperrt – und krank an Körper und Seele

Im Zirkusalltag leben die meisten Tiere in einfachen Transportwagen mit kleinen vergitterten Veranden und Wasserbecken, die ihnen weder ein Umdrehen noch ein Untertauchen erlauben. Einzelhaltung für hoch soziale Tiere, Ketten- und Anbindehaltung für bewegungsfreudige Arten sind an der Tagesordnung.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen, Fachgutachten und die Erfahrungen von Amtsveterinären und Tierschützern bestätigen, dass insbesondere Wildtiere unter den Bedingungen eines wandernden Zirkusunternehmen leiden. Unter diesen Umständen ist es das einzig Sinnvolle, die Haltung bestimmter Wildtierarten, wenn nicht sogar sämtliche Tierhaltung, im Zirkus zu verbieten,

 

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Bei jeder zweiten Kontrolle in 2011 wurden Verstöße gegen Haltungsanforderungen für Tiere festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung 2014 auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mit. Was allerdings mit Tieren geschieht, deren Haltung nicht überprüft wurde, mag man sich kaum vorstellen.